Osakas rie­si­ge Hügel­grä­ber wer­den UNESCO-Weltkulturerbe

Bild: Goog­le MapsDie Form eines Schlüs­sel­lochs: Der Grab­hü­gel Dai­sen-Kofun in der Stadt Sakai bei Osaka.

Im Süden der Metro­po­le Osa­ka befin­den sich mit­ten in Wohn­quar­tie­ren gigan­ti­sche Hügel­grä­ber (jp. kofun). Das bekann­tes­te Bei­spiel ist Dai­sen Kofun, das auch als «Mau­so­le­um des Kai­sers Nin­to­ku» (jp. Nin­to­ku Ten­nō Ryō) bekannt ist. Das Hügel­grab hat eine Län­ge von 486 Metern. Nimmt man noch den umge­ben­den Was­ser­gra­ben und Erd­wall hin­zu, dann ist man bei einer Län­ge von 840 Metern. Aus der Vogel­per­spek­ti­ve haben die­se Grab­stät­ten die Form gigan­ti­scher Schlüs­sel­lö­cher. Das Dai­sen Kofun ist nicht allei­ne. In der Umge­bung befin­den sich wei­te­re zahl­rei­che klei­ne­re Hügel­grä­ber, die alle zusam­men als Mozu-Grä­ber (jp. Mozu-Kofun­gun) bezeich­net wer­den (sie­he Kar­te unten). Gleich süd­lich des Dai­sen Kofun liegt bei­spiels­wei­se das Mau­so­le­um Richū-ten­nō-ryō, wo der Vater von Kai­ser Nin­to­ku begra­ben sein soll. Es han­delt sich um die dritt­gröss­te Grab­stät­te die­ser Art in Japan. 10 Kilo­me­ter öst­lich in der Stadt Habi­ki­no stösst man auf die zwei­te gros­se Hügel­grä­ber-Anla­ge Japans, die Furui­chi-Kofun­gun. Das dor­ti­ge Mau­so­le­um des Kai­sers Ōjin ist mit einer Län­ge von 425 Metern sogar das zweit­gröss­te des Landes. 

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200’000 Hügel­grä­ber in Japan

Über 200’000 die­ser unver­kenn­ba­ren Stät­ten wur­den in unter­schied­li­chen For­men wäh­rend der Kofun-Zeit zwi­schen dem spä­te­ren drit­ten und sechs­ten Jahr­hun­dert gebaut, wobei die Mozu-Furui­chi-Grä­ber die gröss­ten und bekann­tes­ten sind. Die Kofun-Grä­ber ver­tei­len sich auf die Haupt­in­seln Hons­hu und Kyus­hu. Sie sind Monu­men­te der Ent­ste­hungs­zeit der japa­ni­schen Gesell­schaft. Die Hügel­grä­ber wur­den zu einem Aus­druck der Macht der Eli­ten, wobei die kai­ser­li­chen Fami­li­en die gröss­ten Grä­ber errich­ten liessen. 

Bis heu­te unter­ste­hen die Mozu-Furui­chi-Grä­ber dem kai­ser­li­chen Hof­amt. Die Öffent­lich­keit hat kei­nen Zugang zu die­sen mit Pflan­zen und Bäu­men über­wu­cher­ten Anla­gen. Man will so die Wür­de und Ruhe der Hügel­grä­ber bewah­ren. Wis­sen­schaft­li­che Aus­gra­bun­gen wer­den nur in begrenz­tem Mas­se zuge­las­sen, zuletzt 2008 und 2018. Die Wis­sen­schaft for­dert der­weil einen brei­te­ren Zugang zu die­sen his­to­ri­schen Stät­ten. So gibt es bei­spiels­wei­se Archäo­lo­gen, die die Zuord­nung des Dai­sen Kofun zu Kai­ser Nin­to­ku in Zwei­fel zie­hen. Denn die­se geschah allei­ne auf­grund von Hin­wei­sen in den his­to­ri­schen Auf­zeich­nun­gen des Koji­ki und Nihons­ho­ki. Ein kla­rer wis­sen­schaft­li­cher Beweis fehlt jedoch bis heu­te. Die Bezeich­nung als Mau­so­le­um von Ten­no Nin­to­ku sei daher unter Umstän­den falsch, so die Kri­tik. Eine Aus­gra­bung könn­te für Auf­klä­rung sorgen. 

Die Grä­ber wer­den UNESCO-Weltkulturerbe

Die his­to­ri­sche Bedeu­tung die­ser gigan­ti­schen Ruhe­stät­ten ist der­weil unbe­strit­ten. Der Bera­tungs­aus­schuss der UNESCO hat nun ganz offi­zi­ell die Auf­nah­me der Mozu-Furui­chi-Grä­ber in die Lis­te des Welt­kul­tur­er­bes emp­foh­len, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Damit steht dem offi­zi­el­len Ent­scheid Anfang Juli nichts mehr im Weg. Es wird die 23. japa­ni­sche UNESCO-Stät­te sein. 19 gehö­ren zum Welt­kul­tur­er­be, 4 zum Weltnaturerbe.

Foto: Alon Adi­ka / shut​ter​stock​.comDas Hügel­grab aus einer ande­ren Perspektive.

Der Stand­ort der Mozu-Gräber

Der Stand­ort der Furuichi-Gräber

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