Das ver­ges­se­ne Mahn­mal in Hiroshima

Foto: Taisyo / Wiki­me­dia CCEin Foto der Lager­häu­ser aus dem Jahr 2009.

Am 6. August 1945 war­fen die USA eine Atom­bom­be über die japa­ni­sche Hafen­stadt Hiro­shi­ma. Rund 90’000 Men­schen star­ben sofort. Wei­te­re 90’000 bis 160’000 star­ben an den Spät­fol­gen. Die Stadt wur­de nach dem Krieg wie­der kom­plett auf­ge­baut. Heu­te ist Hiro­shi­ma ein moder­ner leben­di­ger Ort. An die frü­he­ren Zei­ten erin­nern nur noch weni­ge Ele­men­te. Das wohl bekann­tes­te Über­bleib­sel ist die soge­nann­te «Atom­bom­ben­kup­pel» (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Rui­ne die­ser ehe­ma­li­gen Pro­dukt­aus­stel­lungs­hal­le der Prä­fek­tur Hiro­shi­ma ist zum Mahn­mal jenes ver­hee­ren­den Tages gewor­den (sie­he Foto unten). Seit 1966 ist die­se Rui­ne unter Denk­mal­schutz. Täg­lich suchen Tou­ris­ten die­sen Ort auf.

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Das ver­ges­se­ne Mahnmal

Es ist jedoch nicht das ein­zi­ge gros­se Gebäu­de in Hiro­shi­ma, das aus der Vor­kriegs­zeit stammt. Nur 2,7 Kilo­me­ter vom Epi­zen­trum der Bom­be ent­fernt befin­den sich vier rie­si­ge Gebäu­de aus Back­stein. Es han­delt sich um einen Kom­plex, der 1913 für die Her­stel­lung und Repa­ra­tur von Uni­for­men und Schu­hen der Armee gebaut wur­de. Die Mau­ern waren der­art dick, dass sie der Wucht der Atom­bom­be stand­hiel­ten. In den Tagen nach der Zer­stö­rung der Stadt dien­ten die Lager­häu­ser als Zufluchts­ort und Erste-Hilfe-Station. 

Nach dem Krieg wur­den die Häu­ser zu einer pro­vi­so­ri­schen Schu­le umfunk­tio­niert. Spä­ter nutz­te ein Trans­port­dienst die Gebäu­de als Lager­häu­ser. Heu­te sind die Gebäu­de nicht mehr in gutem Zustand. Ein star­kes Erd­be­ben wer­den sie kaum über­ste­hen. Die Prä­fek­tur­re­gie­rung hat aus die­sem Grund geplant, zwei der drei Gebäu­de­kom­ple­xe, die ihr gehö­ren, abzu­reis­sen. Ein Lager­haus woll­te sie ste­hen las­sen, wobei nur die Fas­sa­de erhal­ten blei­ben soll. 

Doch der Wider­stand von Über­le­ben­den der Atom­bom­be, Poli­ti­kern und Stadt­be­woh­nern hat Wir­kung gezeigt, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­tet. Die Regie­rung war­tet nun mit dem Abriss fürs Ers­te ab. Zuerst wol­le man wei­te­re Gesprä­che mit allen Betei­lig­ten füh­ren. Die Zukunft eines wei­te­ren Kom­ple­xes, das dem Finanz­mi­nis­te­ri­um gehört, bleibt eben­falls ungewiss. 

Film­aus­schnit­te von 1935

Immer­hin sind die­se Gebäu­de eine der weni­gen exis­tie­ren­den Erin­ne­run­gen an das Hiro­shi­ma vor der Bom­be. Denn wie das Leben in Hiro­shi­ma vor dem 6. August 1945 aus­ge­se­hen hat, weiss heu­te kaum noch jemand. Erst vor weni­gen Jah­ren publi­zier­te das Frie­dens­mu­se­um von Hiro­shi­ma Film­aus­schnit­te, wel­che die Stadt an einem Tag im April 1935 zeigt. Die drei­mi­nü­ti­gen Sequen­zen wur­den in auf­wen­di­ger Arbeit auf­ge­ar­bei­tet und online gestellt. Auf den Film­auf­nah­men, die von Gen­ji­ro Kawa­sa­ki stam­men, sieht man zahl­rei­che All­tags­sze­nen: Pas­san­ten, Stras­sen­bah­nen, Autos und Geschäf­te wäh­rend der Kirsch­blü­ten­zeit. In einer kur­zen Sze­ne ist sogar die Atom­bom­ben­kup­pel in ihrem ursprüng­li­chen Zustand zu sehen. Der Film erlaubt zugleich einen leben­di­gen Ein­blick in das alte Naka­ji­­ma-Hon­­ma­chi-Vier­­tel (Asi­en­spie­gel berich­te­te), dem spä­te­ren Epi­zen­trum der Bom­be und dem heu­ti­gen Friedenspark.

Foto: Taisyo / Wiki­me­dia CCEin Foto der Lager­häu­ser aus dem Jahr 2009.
Foto: Depo​sit​pho​tos​.comDie Atom­bom­ben­kup­pel in Hiroshima.

Der Stand­ort der his­to­ri­schen Lagerhäuser

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