Über 1 Mil­li­ar­de Neujahrsgrüsse

Foto: Ned Snow­man / Shut​ter​stock​.comDas lin­ke Fach des Brief­kas­tens ist jeweils im Dezem­ber eigens für die Neu­jahrs­kar­ten vorbestimmt.

In Japan genies­sen noch vie­le bis zum 5. Janu­ar ihren Neu­jahrs­ur­laub. Doch nicht für alle sind es stress­freie Tage. Für die Post ist der Jah­res­wech­sel geprägt von viel Hek­tik. Pünkt­lich am 1. Janu­ar hat die Japan Post begon­nen, die Neu­jahrs­kar­ten an Haus­hal­te im gan­zen Land zu lie­fern. Allei­ne am 1. Janu­ar wur­den ins­ge­samt 1,28 Mil­li­ar­den Kar­ten durch die Post bear­bei­tet, wie NHK News berich­te­te. Doch dies ist erst der Anfang. Es ist eine Akti­on, die meh­re­re Tage in Anspruch nimmt. Am Ende wird die Post rund 1,8 Mil­li­ar­den Neu­jahrs­kar­ten aus­ge­lie­fert haben. An jenem Tag sieht man in den Städ­ten und Dör­fern zahl­rei­che Brief­trä­ger auf Fahr­rä­dern und Rol­lern ihre Arbeit erle­di­gen. Hier­bei setzt die Post auf ein Heer an tem­po­rä­ren Angestellten. 

Sep­tem­ber 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.

Das wie­der­keh­ren­de Ritu­al im Dezember

Die Neu­jahrs­kar­te (jp. nen­ga-haga­ki oder auch nen­ga­jō) ist ins­be­son­de­re seit der Nach­kriegs­zeit ein wich­ti­ger Bestand­teil der japa­ni­schen All­tags­kul­tur. Jedes Jahr im Dezem­ber beginnt für die Fami­li­en in Japan die gros­se Arbeit. An mög­lichst alle Ver­wand­te, Freun­de und Kol­le­gen schreibt man in ein paar kur­zen Sät­zen die Neu­jahrs­wün­sche. Oft sind die for­mel­len Neu­jahrs­sät­ze schon vor­ge­schrie­ben. Die Kar­ten kann man in den Post­stel­len, in Pape­te­ri­en, aber auch in Mini­märk­ten kau­fen. Man­che gestal­ten die Kar­ten gleich sel­ber. Aus­ser­dem gibt es auch Web­sites, die ver­schie­de­ne druck­ba­re Kar­ten-Designs anbie­ten. Ab Mit­te Dezem­ber kann man die Kar­ten ver­sen­den. In den Brief­käs­ten der Post gibt es in jenen Tagen hier­zu ein Extra­fach, das ein­zig für die Nen­ga­jō bestimmt ist. Die Post hält dabei sämt­li­che im Dezem­ber erhal­te­ne Neu­jahrs­kar­ten zurück. Am 1. Janu­ar beginnt schliess­lich die gros­se Aus­lie­fe­rung, die medi­al gefei­ert wird.

Der lang­sa­me Niedergang

Die gan­zen gros­sen Tage der Neu­jahrs­kar­te sind jedoch vor­bei. Das digi­ta­le Zeit­al­ter hin­ter­lässt auch bei die­ser Nach­kriegs­tra­di­ti­on ihre Spu­ren. Über 50 Jah­re war die nen­ga-haga­ki ein blü­hen­des Geschäft für die Post. Von 1949 bis 2003 stie­gen die Umsät­ze. 2003 wur­den sagen­haf­te 4,4 Mil­li­ar­den Neu­jahrs­kar­ten gedruckt. Das bedeu­te­te, dass eine Per­son durch­schnitt­lich 34,9 Kar­ten ver­schick­te. Seit­her sind die Zah­len jedoch rück­läu­fig. Es wer­den immer weni­ger Neu­jahrs­kar­ten ver­sen­det. Allei­ne in die­sem Jahr waren es 10 Pro­zent weni­ger als im Vorjahr.

Foto: Depo​sit​pho​tos​.com2020 ist das Jahr der Maus: Ein Bei­spiel für Neujahrsgrüsse.
Im Shop
An alle Leser
Freiwilliges Abo

An alle Leser

Mit einem frei­wil­li­gen Abo sichern Sie die Zukunft die­ses unab­hän­gi­gen Blogs.

MEHR ERFAHREN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN

cas-ostasien
Shinsen
asia-intensiv
Shizuku
Sato
Negishi
Bimi
Gustav Gehrig
Kabuki
Schuler Auktionen
Yu-an
Butcher
Edomae
Japan Wireless
Aero Telegraph
Nooch
Asia Society
Depositphotos 1b
Prime Travel
Kokoro
Kalligrafie
Japan Rail Pass
Kabuki_2
Keto-Shop
Depositphotos 2
Depositphotos 1