Ab 1. April 2020: Rauch­ver­bot in Restaurants

Restau­rants in Yura­ku­cho, Tokio. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

In Japan gehört der Ziga­ret­ten­rauch noch heu­te zur Atmo­sphä­re vie­ler Bars, Restau­rants und Cafés, wobei die E-Ziga­ret­te einen immer pro­mi­nen­te­ren Platz ein­nimmt. Das Rauch­ver­bot wur­de hier auf den Geh­steig ver­bannt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Schon bald aber erlebt das Land einen tief­grei­fen­den Umbruch. Am 1. April 2020 tritt lan­des­weit das im Juli 2018 erlas­se­ne Gesetz zum Schutz vor Pas­siv­rau­chen in Kraft. Ab dann gilt ein gene­rel­les Rauch­ver­bot in öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen. Auch in Restau­rants gilt «Rau­chen ver­bo­ten». Dazu zäh­len sämt­li­che Rauch­pro­duk­te, die die Gesund­heit von Dritt­per­so­nen im Raum gefähr­den. Erlaubt ist jedoch die Ein­rich­tung von abge­trenn­ten Raucherräumen.

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Kein Rau­chen in Bahnhöfen

Wie sich die­ses Gesetz aus­wir­ken wird, zeigt nun ein Bei­spiel von der süd­li­chen Haupt­in­sel Kyus­hu. Dort hat Bahn­be­trei­ber JR Kyus­hu ein umfas­sen­des Rauch­ver­bot in den Bahn­hö­fen ange­kün­digt. Die Rau­cher­ecken wer­den abge­schafft, wie auch die Rau­cher­räu­me auf den Bahn­stei­gen. Auf den Bahn­stei­gen der Shink­an­sen-Bahn­hö­fe wer­den zudem die Aschen­be­cher ent­fernt. Ein­zig die abge­schlos­se­nen Rau­cher­räu­me auf dem Shink­an­sen-Bahn­steig im Bahn­hof Kuma­mo­to sowie im Bahn­hof Kago­shi­ma-chuo blei­ben erhal­ten. Das neue Rauch­ver­bot von JR Kyus­hu gilt aus­drück­lich auch für E-Ziga­ret­ten. Mit gros­sen Pla­ka­ten wird die Mass­nah­me jetzt schon ange­kün­digt (sie­he unten). In den ver­gan­ge­nen Jah­ren haben vie­le gros­se Restau­rant­ket­ten bereits frei­wil­lig im Vor­aus umge­stellt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). An sol­chen Orten hat sich spür­bar etwas verändert. 

Stren­ge­re Regeln in Tokio

Für vie­le geht die­ses Rauch­ver­bot jedoch nicht weit genug, weil es nicht weni­ge Aus­nah­men bie­tet. So müs­sen sich bei­spiels­wei­se exis­tie­ren­den Restau­rants und Bars, die eine klei­ne­re Flä­che als 100 Qua­drat­me­ter und weni­ger als 50 Mil­lio­nen Yen Kapi­tal haben, nicht an die neu­en Regeln hal­ten. Eine Stu­die des Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums ergab, dass somit 55 Pro­zent aller Restau­rants wei­ter machen dür­fen wie bis­her (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Aus die­sem Grund hat Tokio das Rauch­ver­bot mit einer eige­nen Ver­ord­nung ver­schärft. In der japa­ni­schen Haupt­stadt wird ab 1. April 2020 ganz grund­sätz­lich das Rau­chen in Innen­räu­men von Restau­rants und Bars, die min­des­tens einen Ange­stell­ten beschäf­ti­gen, ver­bo­ten sein. Die Grös­se des Lokals spielt dabei kei­ne Rol­le. Laut Lokal­re­gie­rung wer­den damit 84 Pro­zent aller Gast­stät­ten abge­deckt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

JR-Kyus­hu kün­digt ein umfas­sen­des Rauch­ver­bot an. Bild: JR Kyushu
Kein Rau­chen beim Gehen, kein Rau­chen in Innen­räu­men, kei­ne Haus­tie­re in Innen­räu­men. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com
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