Die gros­se Lee­re in Shibuya

yfinn / Shut​ter​stock​.comDie lee­re Wer­be­flä­che vor dem Bahn­hof Shi­bu­ya am 2. Mai 2020.

Der Berg Fuji, das rote Torii in der Bucht von Miya­ji­ma oder der Gol­­­de­­­ne-Pavil­­­lon-Tem­­­pel Kin­ka­ku­ji sind japa­ni­sche Wahr­zei­chen von inter­na­tio­na­ler Bekannt­heit. Zur sel­ben Kate­go­rie gehört zwei­fel­los der Scram­ble Crossing im Tokio­ter Bezirk Shi­bu­ya (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Der Ort mit der berühm­ten Dia­go­nal­que­re und den gigan­ti­schen Pos­tern und digi­ta­len Rekla­men an den Fas­sa­den der anlie­gen­den Hoch­häu­ser ver­kör­pert das dyna­mi­sche, moder­ne Tokio. 

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All­ge­mein wird gesagt, dass zur Rush­hour bei jeder Grün­pha­se 3000 Men­schen die­se Kreu­zung über­que­ren. Ande­re Schät­zun­gen gehen von 1000 bis 1500 aus. Hin­zu kom­men zu Spit­zen­zei­ten die tau­sen­den Men­schen, die sich auf dem Platz zwi­schen dem Bahn­hof Shi­bu­ya und der Kreu­zung tum­meln, wo auch die berühm­te Hachi­kō-Sta­tue steht. Kein Wun­der ist die­ser Ort ein Para­dies für die Wer­be­bran­che. Das Coro­na­vi­rus hin­ter­lässt nun aber sei­ne Spuren.

Die lee­re Wer­be­flä­che beim Scram­ble Crossing

Seit Wochen ist eine der pro­mi­nen­tes­ten Wer­be­flä­chen leer. Das soge­nann­te Hachi­kō Board, das für alle sicht­bar über dem JR-East-Bahn­hofs­ein­gang beim gros­sen Platz prangt, ist gewöhn­lich einer der attrak­tivs­ten Orte, um ein Pro­dukt anzu­prei­sen. 20 Meter lang und 4 Meter breit ist die­se Flä­che. Für die Pas­san­ten ist sie unüber­seh­bar. Für 14 Tage bezahlt man hier­für 9 Mil­lio­nen Yen. Die Fern­seh­bran­che macht hier nur zu ger­ne Wer­bung auf ihre neu­es­ten Seri­en aufmerksam. 

Doch seit dem Not­stand und der Stay-Home-Auf­for­de­rung tut sich nichts mehr. Im Bahn­hof Shi­bu­ya ist es unge­wöhn­lich still gewor­den. Am ver­gan­ge­nen Frei­tag wur­den 79 Pro­zent weni­ger Pas­san­ten als an einem gewöhn­li­chen Tag regis­triert. Dies hat dazu geführt, dass vom 20. April bis zum 17. Mai das Hachi­kō Board kein ein­zi­ges Mal gebucht wur­de, wie Jiji News berich­tet. Vier Wochen hin­ter­ein­an­der ohne Wer­bung, das gab es noch nie. Die Aus­sich­ten für die kom­men­den Som­mer­mo­na­te blei­ben trübe. 

142 Kon­kur­se wegen der Corona-Krise

Japan ist zwar ges­tern in eine neue Pha­se getre­ten. Für 39 von 47 Prä­fek­tu­ren wur­de der Not­stand auf­ge­ho­ben. Doch in Tokio, dem wirt­schaft­li­chen Zen­trum des Lan­des, bleibt der Aus­nah­me­zu­stand bis zum 31. Mai 2020 erhal­ten. Die Fol­gen die­ses Still­stands, der wäh­rend der Gol­den Week beson­ders aus­ge­prägt war (Asi­en­spie­gel berich­te­te), sind noch nicht absehbar. 

Fest steht nur, dass vie­le Unter­neh­men die­se Kri­se nicht über­le­ben wer­den. Bereits muss­ten 142 Fir­men wegen der Coro­na-Kri­se Insol­venz anmel­den. Die Ten­denz ist stei­gend. Hotels, Restau­rants und Mode­ge­schäf­te sind der­zeit am här­tes­ten betrof­fen. Für die Wer­be­bran­che bedeu­tet dies nichts Gutes. Man wird in der nahen Zukunft ver­mehrt auf lee­re Wer­be­flä­chen in den Städ­ten und Zügen treffen. 

yfinn / Shut​ter​stock​.comBis am 19. April 2020 war hier noch eine Wer­bung zu sehen.
SHI­BU­YA COM­MU­NI­TY NEWS / You­tubeDer Scram­ble Crossing an Neujahr.
Asi­en­spie­gelEin Sym­bol des moder­nen Japans: Der Scram­ble Crossing.

Der Live-Stream zum Scram­ble Crossing

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