Die Ret­tung der Ryokan-Kultur

save​-ryo​kan​.net/Auch die­ses Ryo­kan kann man unter­stüt­zen: Das Eki­na­riya in Kusatsu-Onsen.

Die Hotel­bran­che in Japan ist im War­te­mo­dus (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Gol­den Week fiel aus und damit auch die wich­tigs­te Ein­nah­me­quel­le im Jahr. Vie­le Hotels leben ein­zig noch von ihren Reser­ven, der Unter­stüt­zung des Staa­tes und neu­en Schul­den. Es stellt sich dabei die Fra­ge, wie lan­ge die Bran­che die­sen unge­wis­sen Zustand noch aushält? 

August 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.

Die Lis­te der Insol­ven­zen wird mit jeder Woche län­ger. In Japan haben seit Febru­ar 26 Hotel­un­ter­neh­men schlies­sen müs­sen. Dazu zäh­len auch so bekann­te Ket­ten wir First Cabin und WBF (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die Ryo­kan in der Krise

Ganz beson­ders betrof­fen von die­ser Kri­se sind die Ryo­kan. Es sind die klas­si­schen japa­ni­schen Gast­häu­ser. Ein köst­li­ches Kai­se­ki-Essen, ein erho­len­des Onsen-Bad und eine gemüt­li­che Nacht auf einer aus­ge­roll­ten Futon-Matrat­ze auf dem Tata­mi-Boden – und dies alles am bes­ten in einer male­ri­schen länd­li­chen Umge­bung. So lässt sich die­se ein­zig­ar­ti­ge Über­nach­tungs­kul­tur beschreiben. 

Nicht weni­ge Ryo­kan wer­den seit Gene­ra­tio­nen von einer ein­zi­gen Fami­lie geführt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Es steckt viel Geschich­te dahin­ter und auch ein ent­spre­chend gros­ser finan­zi­el­ler Auf­wand, was den Unter­halt einer sol­chen Ein­rich­tung betrifft. Das macht sie beson­ders anfäl­lig für Kri­sen. Vie­le wer­den die­sen Zustand nicht lan­ge über­le­ben. Es sind daher krea­ti­ve Ansät­ze gefragt. Eine Hilfs­ak­ti­on weist nun einen Weg aus die­ser fast aus­sichts­lo­sen Situation. 

Jetzt bezah­len, spä­ter übernachten

Tane-Pro­ject ist eine Web­site, die zur Ret­tungs­lei­ne die­ser Bran­che wer­den könn­te. Zahl­rei­che Ryo­kan aus dem ganz Land stel­len sich auf die­ser Platt­form vor und beschrei­ben ihre aktu­el­le Lage. Jeder hat hier die Mög­lich­keit, sei­ner Lieb­lings­blei­be eine Vor­aus­zah­lung von min­des­tens 5000 Yen zu täti­gen. Den bezahl­ten Betrag kann der Unter­stüt­zer bei der nächs­ten tat­säch­li­chen Über­nach­tung vom Gesamt­preis abzie­hen las­sen. Drei Jah­re hat er dafür Zeit. «Für mei­ne zukünf­ti­ge Über­nach­te bezah­le ich jetzt», heisst denn auch der Slo­gan von Tane-Pro­ject. Für vie­le Ryo­kan sind die­se Bei­trä­ge eine essen­zi­el­le Unter­stüt­zung und letzt­end­lich bes­ser als jede Neuverschuldung. 

Das Pro­jekt wur­de übri­gens nach der Drei­fach­ka­ta­stro­phe von 2011 zum ers­ten Mal lan­ciert. Der Start für die­se aber­ma­li­ge Ret­tungs­ak­ti­on war viel­ver­spre­chend. Bereits haben sich 1883 Per­so­nen ange­mel­det und ins­ge­samt 56,6 Mil­lio­nen Yen über­wie­sen (Stand: 11. Mai 2020). Sie tra­gen dazu bei, die­ses japa­ni­sche Kul­tur­gut in die Zukunft zu retten.

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