Ein Hotel­zim­mer ohne Bett

The LivelyTele­ar­beit im gemüt­li­chen Hotelzimmer.

Es ist ein Hotel­zim­mer, das ganz ohne Bett aus­kommt. Statt­des­sen liegt der Fokus bei einer Atmo­sphä­re, die zum Arbei­ten anre­gen soll. Hier­zu gehö­ren ein Arbeits­tisch, eine Aus­wahl an Geträn­ken und Snacks, zwei beque­me Stüh­le, ein zusätz­li­ches Tisch­chen und eine auf­ge­räum­te Umge­bung für die geschäft­li­che Video­kon­fe­renz. Selbst eine Yoga-Mat­te gibt es auf Anfra­ge. Duschen und Rau­chen ist hin­ge­gen nicht erlaubt. Gebucht wer­den kann die­ses Zim­mer von 9 bis 22 Uhr. Zwi­schen 17:30 und 18:30 Uhr gibt es in der Lounge kos­ten­lo­ses Fei­er­abend­bier. Regel­mäs­si­ge Gäs­te dür­fen ihre Arbeits­ma­te­ria­li­en in einer Box beim Emp­fang auf­be­wah­ren lassen.

August 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.

Der Tele­work-Plan

The LivelyHier soll man sich auf die Arbeit fokus­sie­ren können.

Zu fin­den ist die­ses unge­wöhn­li­che Ange­bot im Hotel Lively im Quar­tier Azabu­jūban in Tokio. Es nennt sich «Tele­work-Plan» und kos­tet 3400 Yen für einen Arbeits­tag. Das Hotel bie­tet damit allen Büro­ar­bei­tern, denen das eige­ne Zuhau­se für das Home­of­fice zu eng oder wegen der Kin­der zu laut ist, eine ele­gan­te Zufluchts­stät­te an. Es ist ein gross­zü­gi­ges Ersatz­bü­ro in Corona-Zeiten. 

Ent­wi­ckelt hat die­ses Kon­zept das Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men Glo­bal Agents, das neben dem Lively wei­te­re urba­ne Life­style-Hotels, moder­ne Gemein­schafts­woh­nun­gen, Restau­rants und Cafés besitzt – wie zum Bei­spiel das neu inter­pre­tier­te Kap­sel­ho­tel The Mil­le­ni­als (Asi­en­spie­gel berich­te­te) oder das Hotel Gra­phy. Gleich in meh­re­ren sei­ner Hotels hat Glo­bal Agents nun den «Tele­work Plan» ein­ge­führt und hofft damit, eine neue Kund­schaft anzu­lo­cken. Denn eigent­lich hat­te man mit dem Hotel Lively Azabu­jūban, das erst gera­de im Herbst 2019 eröff­net hat­te, ganz ande­re Plä­ne. Die Coro­na-Kri­se hat die Betrei­ber zum Umden­ken gezwungen. 

Neue Ansät­ze gegen die Krise

Die im März ver­häng­te Ein­rei­se­sper­re (Asi­en­spie­gel berich­te­te), der im April aus­ge­ru­fe­ne Covid-19-Aus­nah­me­zu­stand, die auf ein Mini­mum redu­zier­ten Geschäfts­rei­sen und die still­ge­leg­te Gol­den Week haben vie­le Hotels in Schief­la­ge gebracht. Vie­le wer­den die­se Kri­se gar nicht über­le­ben. Bis zum 15. Mai 2020 haben bereits 34 Hotels und Ryo­kan wegen Covid-19 Kon­kurs gemacht. Dar­un­ter waren zunächst vie­le klei­ne­re länd­li­che Hotels. Inzwi­schen muss­ten selbst grös­se­re Ket­ten wie First Cabin und WBF schlies­sen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Viel Aus­dau­er und vor allem neue Ansät­ze sind daher gefragt. Bereits im April skiz­zier­te Yoshiha­ru Hoshi­no, Besit­zer der Hoshi­noya-Ket­te, die unmit­tel­ba­re Zukunft für die Bran­che (Asi­en­spie­gel berich­te­te). In sei­nen Augen müs­se man auf einen Mikro­tou­ris­mus set­zen, bei dem Gäs­te aus der unmit­tel­ba­ren Gegend im Mit­tel­punkt stün­den. Es gel­te das Ange­bot an die loka­len Bedürf­nis­se anzu­pas­sen. Der «Tele­work-Plan» ist in die­sem Sin­ne ein ers­tes Bei­spiel dafür, wie die Hotels wie­der auf die Bei­ne kom­men können.

The LivelyDas Bett hat man kur­zer­hand entfernt.
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