Weg frei für Inlandsreisen

Ein Rück­blick auf Ereig­nis­se, die Japan in der Woche vom 15. bis 21. Juni 2020 beschäf­tigt haben.

MON­TAG: Japan öff­net die Gren­zen für Vietnam

Asi­en­spie­gelJapan ver­folgt eine Grenz­öff­nung in gan­zen klei­nen Schritten.

Japans Grenz­öff­nung in klei­nen Schrit­ten nimmt Kon­tu­ren an. Der Rei­se­ver­kehr für Geschäfts­leu­te bei­der Län­der soll schon ab nächs­ter Woche wie­der frei­ge­ge­ben wer­den. Die betref­fen­de Geschäfts­per­son muss hier­zu einen nega­ti­ven Covid-19-Test­be­schei­ni­gung vor dem Abflug vor­wei­sen. Nach der Ankunft wird ein wei­te­rer Test vor­ge­nom­men. Aus­ser­dem muss ein genau­er Plan über die Auf­ent­halts­or­te vor­ge­legt wer­den. Das Inter­es­se in bei­den Län­dern ist da. Bereits möch­ten 400 japa­ni­sche Geschäfts­rei­sen­de nächs­te Woche nach Viet­nam flie­gen. Auch mit Thai­land, wo Japan wirt­schaft­lich stark prä­sent ist, lau­fen die Ver­hand­lung. Hin­ge­gen wird die geplan­te Grenz­öff­nung für Geschäfts­rei­sen­de aus Aus­tra­li­en und Neu­see­land nicht so schnell erfol­gen. Die bei­den Län­der der süd­li­chen Halb­ku­gel wol­len die Gren­zen für Japa­ner noch nicht sofort öff­nen. Japan besteht jedoch auf dem Rezi­pro­zi­täts­prin­zip (Asi­en­spie­gel berich­te­te).


Zugleich gibt es gute Nach­rich­ten für die Aus­län­der, die in Japan wohn­haft sind, zur­zeit aber im Aus­land fest­ste­cken, weil sie zum fal­schen Zeit­punkt aus dem Land aus­ge­reist sind (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Japan hat eine Lis­te publi­ziert, die genau beschreibt, unter wel­chen Umstän­den die­se Per­so­nen wie­der nach Japan ein­rei­sen dür­fen. Aus­ser­dem dür­fen die in Japan leben­den Aus­län­der mit per­ma­nen­ter Auf­ent­halts­be­wil­li­gung unter gewis­sen Bedin­gun­gen wie­der aus- und einreisen. 


DIENS­TAG: Uni­q­lo erfin­det die «Airism-Mas­ke»

Uni­q­loDie «Airism-Mas­ke» von Uniqlo.

Japans gröss­tes Mode­un­ter­neh­men Uni­q­lo hat Mas­ken im Sor­ti­ment. Sie heis­sen Airism Mask und bestehen aus drei Schich­ten. Der Mit­tel­teil ist ein Fil­ter, der Tröpf­chen auf­fan­gen soll. Sie ist zudem wasch­bar und eigens für die heis­sen Som­mer­mo­na­te kon­zi­piert. Um Hams­ter­käu­fe zu ver­hin­dern, darf pro Per­son nur eine Packung à 3 Mas­ken gekauft wer­den. Uni­q­lo steigt damit in ein Geschäft ein, an dem es eigent­lich gar kein Inter­es­se hat­te. Lan­ge beton­te Uni­q­lo-Besit­zer Tada­shi Yanai, dass sei­ne Fir­ma ein Klei­der- und kein Mund­schutz­her­stel­ler sei. Der aku­te Man­gel wäh­rend der Kri­se und die Anfra­gen vie­ler Kun­den haben bei Uni­q­lo zu einem Umden­ken geführt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Am Diens­tag wur­den die neu­en Mas­ken vor­ge­stellt. Nur vier Tage spä­ter wird Uni­q­lo regel­recht beim Ver­kaufs­start über­rannt. Vor zahl­rei­chen Läden bil­den sich lan­ge Schlangen.

Juli 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.


MITT­WOCH: Nago­yas Flug­ha­fen fährt wie­der hoch

Aaron Head­ly / Wiki­me­dia, Flickr CCDer Flug­ha­fen von Nago­ya von oben.

Der Chubu Cen­trair Inter­na­tio­nal Air­port bei Nago­ya wur­de genau wie der Flug­ha­fen Kan­sai auf einer künst­li­chen Insel gebaut (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Eröff­nung war 2005. Zuletzt zähl­te er 10 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re. Infol­ge der Coro­na-Kri­se stell­te Chubu Cen­trair am 1. April 2020 jedoch sämt­li­che inter­na­tio­na­le Ver­bin­dun­gen ein. Nach über zwei Mona­ten fährt der Air­port wie­der hoch. Am 17. Juni hebt zum ers­ten Mal wie­der eine Maschi­ne in Rich­tung Über­see ab. Es ist ein Flug­zeug der Phil­ip­pi­ne Air­lines, die nach Mani­la fliegt. Die Pas­sa­gie­re sind haupt­säch­lich Phil­ip­pi­ner, die als Prak­ti­kan­ten in Japan arbei­te­ten und nun zurück­keh­ren. Finn­air wird fol­gen. Ab Juli wird die Ver­bin­dung zwi­schen Hel­sin­ki und Nago­ya wie­der auf­ge­nom­men. Der inter­na­tio­na­le Flug­ver­kehr in Chubu Cen­trair wird jedoch wei­ter­hin eine mar­gi­na­le Rol­le spie­len. Japan wird die umfas­sen­den Ein­rei­se­ver­bo­te nicht so schnell wie­der auf­he­ben (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Es wird noch län­ger dau­ern, bis Nago­ya wie­der auf das Niveau von 482 inter­na­tio­na­len Flü­ge pro Woche zurückkehrt.


DON­NERS­TAG: Der Anti­kör­per-Test in Tokio

Foto: Depo​sit​pho​tos​.comDie Sky­line von Tokio.

Wie stark sich das Coro­na­vi­rus in den ver­gan­ge­nen Mona­ten tat­säch­lich aus­ge­brei­tet hat, deu­tet ein ers­ter umfas­sen­der Anti­kör­per­test in den Regio­nen Tokio, Osa­ka und Miya­gi an. 8000 Men­schen wur­den getes­tet. Dar­in stell­te sich her­aus, dass 0,1 Pro­zent der Bevöl­ke­rung der Haupt­stadt Anti­kör­per auf­weist. Das sind mehr als die 0,038 Pro­zent der Tokio­ter, die bis Ende Mai posi­tiv auf Covid-19 getes­tet wur­den. Zugleich zeigt das Resul­tat, dass 99,9 Pro­zent der Ein­woh­ner noch nicht in Kon­takt mit dem Virus gekom­men sind. Dar­aus lässt sich schlies­sen: Die bis­he­ri­gen Schutz­mass­nah­men haben gewirkt. Zugleich besteht aber auch die aku­te Gefahr wei­te­rer Infek­ti­ons­wel­len. Auch in Osa­ka mit 0,17 Pro­zent und in Miya­gi mit 0,03 Pro­zent ist der Bevöl­ke­rungs­an­teil mit Anti­kör­pern tief. Japan hat wesent­lich weni­ger Covid-19-Tests durch­ge­führt als ande­re Län­der. Mit die­sen Anti­kör­per-Stu­di­en, die nun in regel­mäs­si­gen Abstän­den durch­ge­führt wer­den, will sich das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um nun ein bes­se­res Bild über die tat­säch­li­che Lage verschaffen. 


FREI­TAG: Weg frei für Inlandsreisen

Foto: Depo​sit​pho​tos​.comNach zwei­mo­na­ti­ger Zwangs­pau­se: Das Bade­haus von Dogo-Onsen hat seit dem 19. Juni wie­der offen.

Bis ges­tern galt in Japan noch die Auf­for­de­rung, kei­ne unnö­ti­gen Rei­sen in die fünf Prä­fek­tu­ren Tokio, Kana­ga­wa, Saita­ma, Chi­ba und Hok­kai­do zu unter­neh­men. Seit dem heu­ti­gen 19. Juni 2020 ist die­se War­nung auf­ge­ho­ben. Damit ist für die Japa­ner der Weg frei, wie­der Rei­sen im gan­zen Land zu unter­neh­men. Aus­ser­dem dür­fen nun auch wie­der Ver­an­stal­tun­gen mit maxi­mal 1000 Teil­neh­mern statt­fin­den, vor­aus­ge­setzt man kann die Abstands- und Hygie­ne­re­geln ein­hal­ten. Ab dem 10. Juli dür­fen es schliess­lich 5000 sein. Auch der Pro­fi­sport darf wie­der star­ten, vor­erst jedoch vor lee­ren Rän­gen. Je nach Lage der Infek­tio­nen sol­len am 1. August sämt­li­che Ein­schrän­kun­gen fal­len. Zeit­gleich hat Japan sei­ne Con­tact-Tra­cing-App COCOA lan­ciert. Sie funk­tio­niert nach dem­sel­ben Prin­zip wie die schwei­ze­ri­sche App, dezen­tral und unter Berück­sich­ti­gung des Daten­schut­zes. Die­se App soll hel­fen, Clus­ters schnel­ler aus­fin­dig zu machen und effi­zi­ent einzudämmen.


WOCHEN­EN­DE: Shink­an­sen ver­kehrt ab Juli wie­der normal

Foto: Depo​sit​pho​tos​.comDer Toka­i­do-Shink­an­sen.

Die Auf­he­bung der Ein­schrän­kun­gen für Inlands­rei­sen wirkt sich allei­ne für Tokio bereits posi­tiv aus. An die­sem Wochen­en­de gab es wie­der bedeu­tend mehr Besu­cher in den belieb­ten Quar­tie­ren Asa­ku­sa und Hara­juku. Auch der Shink­an­sen wird seit die­sem Wochen­en­de wie­der ver­mehrt genutzt. In der ers­ten Juni-Hälf­te ver­zeich­ne­te der Toka­i­do-Shink­an­sen, der Tokio mit Osa­ka ver­bin­det, zwar noch einen Pas­sa­gier­rück­gang von 77 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr. Doch nun kehrt die Zuver­sicht wie­der zurück. Bereits ab Juli soll der Shink­an­sen wie­der fast nach nor­ma­lem Fahr­plan ver­keh­ren. Dann wer­den pro Tag wie­der 350 Ver­bin­dun­gen auf die­ser Stre­cke zur Ver­fü­gung ste­hen. Im August sol­len es schliess­lich 390 sein.


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