Covid-19: Warn­stu­fe rot in Tokio

Moromoro_​65 / Shut​ter​stock​.comBei der ers­ten War­nung im Juni 2020 wur­de die Rain­bow-Bridge in Tokio rot ausgeleuchtet.

Die Ent­wick­lung zeich­ne­te sich seit Anfang Juli ab. Die Zahl der Covid-19-Fäl­le in der Haupt­stadt Tokio ist seit zwei Wochen wie­der im drei­stel­li­gen Bereich. An vier Tagen hin­ter­ein­an­der waren es sogar über 200 Neu­an­ste­ckun­gen. Das sind genau so vie­le Fäl­le wie Mit­te April, als der Höhe­punkt der ers­ten Wel­le in Tokio erreicht war (sie­he Sta­tis­tik unten). Am heu­ti­gen Don­ners­tag wur­den 286 Covid-19-Fäl­le regis­triert. Ein neu­er Höchststand. 

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Trotz die­ser besorg­nis­er­re­gen­den Ent­wick­lung tat Gou­ver­neu­rin Yuri­ko Koi­ke wochen­lang nichts. Auf die Aus­ru­fung des Toy­ko Alert wie Anfang Juni, als die Covid-19-Fäl­le an einem Tag auf beschei­de­ne 34 hoch­schnell­ten, ver­zich­te­ten sie (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Statt­des­sen ver­wies sie auf die Zunah­me der Tests und das ver­gleichs­wei­se jun­ge Alter der Erkrank­ten. Man habe die Situa­ti­on im Griff, war der Tenor. Das Land woll­te sich vom Weg der Öff­nung der Wirt­schaft und der voll­stän­di­gen Wie­der­auf­nah­me der Reis­tä­tig­keit inner­halb des Lan­des nicht abbrin­gen las­sen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Warn­stu­fe rot

東京都 Tokyo Metro­po­li­tan Government / You­tubeDie höchs­te Warn­stu­fe: Tokios Gou­ver­neu­rin Yuri­ko Koi­ke am 15. Juli 2020.

Nun hat jedoch ein Umden­ken statt­ge­fun­den. Gou­ver­neu­rin Yuri­ko Koi­ke hat ges­tern für die Haupt­stadt die vier­te und höchs­te Warn­stu­fe aus­ge­ru­fen. Damit wird bestä­tigt, dass sich das Coro­na­vi­rus wie­der schnel­ler verbreitet. 

Koi­ke hät­te zudem das Recht, erneut Schlies­sungs­for­de­run­gen für gewis­se Bran­chen zu erlas­sen. Zunächst belässt sie es jedoch beim Auf­ruf, die Covid-19-Schutz­mass­nah­men im All­tag strikt umzu­set­zen. Noch gebe es genug Kapa­zi­tä­ten in den Kran­ken­häu­sern. Die­se höchs­te Warn­stu­fe ist daher haupt­säch­lich eine sym­bo­li­sche Auf­for­de­rung an die Bevöl­ke­rung, wie­der mehr Vor­sicht wal­ten zu lassen. 

Doch kein Som­mer der Inlandsreisen?

Eine kon­kre­te Fol­ge könn­te die­se Ent­wick­lung jedoch auf die Go To Tra­vel-Kam­pa­gne haben, mit der die Regie­rung der Bevöl­ke­rung den Urlaub gross­zü­gig sub­ven­tio­nie­ren möch­te (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Am 22. Juli wäre eigent­lich der Start­schuss. Nun aber wird von Gesund­heits­ex­per­ten, Oppo­si­ti­ons- und Lokal­po­li­ti­kern zuneh­mend Kri­tik laut. Der Zeit­punkt sei zu früh ange­setzt wor­den. Eine plötz­li­che Zunah­me von Inlands­rei­sen wür­de die Anste­ckungs­wel­le in die Höhe treiben.

Tat­säch­lich beschränkt sich der Covid-19-Neu­an­stieg nicht nur auf Tokio. In den Nach­bar­prä­fek­tu­ren stei­gen die Zah­len eben­so kon­ti­nu­ier­lich an, wie auch in Osa­ka. Dort wur­den ges­tern 61 neue Fäl­le gezählt. Das sind so vie­le wie seit dem 20. April nicht mehr. 40 davon konn­ten nicht zurück­ver­folgt wer­den. Auch in ande­ren Prä­fek­tu­ren, in denen es lan­ge ruhig war, ist das Coro­na­vi­rus zurück. Nach Wochen der Locke­run­gen ist Koi­kes War­nung ein Weck­ruf. Die­se Epi­de­mie wird auch Japan noch län­ge­re Zeit beschäftigen. 


Die Ent­wick­lung der Covid-19-Fäl­le in Tokio


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