Hir­sche von Nara: Die Rück­kehr zur Natur

setts­uno­ka­mi / Shut​ter​stock​.comDie neue Ein­sam­keit: Nara am 13. Mai 2020.

Im weit­läu­fi­gen Park der alten Haupt­stadt Nara am Fus­se des Haus­ber­ges Waka­ku­sa kann man durch Japans rei­che Geschich­te spa­zie­ren. Hier sind die ein­drück­li­chen Tem­pel­an­la­gen des Tōdai­ji und des Kōfu­ku­ji sowie der Kasu­­­ga-Schrein und das Nara Natio­nal­mu­se­um zuhau­se. Die heim­li­chen Stars die­ser grü­nen Anla­gen sind jedoch die rund 1200 frei leben­den japa­ni­schen Sika­hir­sche (jp. Nara no shi­ka). Die hei­li­gen Tie­re sind seit 1957 vom Staat erklär­te Natur­denk­mä­ler (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Von den Tou­ris­ten wer­den die­se sie heiss geliebt – und unab­läs­sig gefüttert. 

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Hier­zu wer­den vor Ort spe­zi­el­le Sem­bei-Reiscra­cker ver­kauft. Doch Vor­sicht, die Hir­sche haben ihren eige­nen Kopf und kön­nen zuwei­len forsch auf­tre­ten. Jedes Jahr kommt es zu über 100 Ver­let­zun­gen. Mit Hin­weis­ta­feln wer­den die Besu­cher seit 2018 auf­ge­klärt, wie man mit den Tie­ren rich­tig umzu­ge­hen hat (Asi­en­spie­gel berich­te­te). In den ver­gan­ge­nen Mona­ten war dies jedoch nicht mehr nötig. Durch das Aus­blei­ben der Tou­ris­ten wur­de es unge­wöhn­lich ruhig im Park. Fotos der Hir­sche, die die gan­ze Anla­ge für sich hat­ten, gin­gen um die Welt (sie­he oben). 

Gesun­de Hirsche

Offen­bar hat­te die­se neue Ein­sam­keit eine posi­ti­ve Wir­kung auf die Gesund­heit der Hir­sche von Nara. Es scheint ihnen so gut­zu­ge­hen wie noch nie. Vie­le haben sich in den nahe gele­ge­nen Ber­gen und Wäl­der auf die Suche nach Grä­sern und Nüs­sen gemacht, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Dies führt dazu, dass ihr Kot nicht mehr wäss­rig ist, son­dern wie­der eine natür­li­che Form auf­weist, die schwar­zen Soja­boh­nen ähnelt.

For­scher der Uni­ver­si­tät Hok­kai­do haben zudem her­aus­ge­fun­den, dass die Hir­sche die neue Ruhe durch­aus genies­sen. Sie legen sich offen­bar wie­der län­ger auf die Wie­se und för­dern damit den Pro­zess des Wie­der­käu­ens. Dies soll auch eine posi­ti­ve Aus­wir­kung auf die Frucht­bar­keit haben. Lei­der wird es sich bei die­ser Rück­kehr zur Wild­nis wohl eher um eine kur­ze Ruhe­pau­se als um einen anhal­ten­den Zustand handeln.

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