27 Jah­re Reis­feld-Kunst auf einen Blick

田舎館村 田んぼアートHoku­sai im Reis­feld: Tan­bo-Āto im Jahr 2007.

Inaka­da­te in der Prä­fek­tur Aom­ori ganz im Nor­den der japa­ni­schen Haupt­in­sel Hons­hu ist ein klei­nes land­wirt­schaft­li­ches Dorf mit 8000 Ein­woh­nern. Lan­ge war die­ser Ort kaum jeman­dem ein Begriff. Dies änder­te sich 1993, als das Dorf in einer Ver­samm­lung beschloss, aus Reis­fel­dern Kunst zu machen, um den Men­schen den tra­di­tio­nel­len Reis­an­bau und die Bedeu­tung der Land­wirt­schaft näherzubringen. 

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Aus die­sem loka­len Klein­pro­jekt ist ein Tou­ris­ten­ma­gnet gewor­den (Asi­en­spie­gel berich­te­te), der heu­te unter dem Begriff Tan­bo-Āto («Reis­feld-Kunst») lan­des­weit bekannt ist. In den ver­gan­ge­nen 27 Jah­ren sind 35 Kunst­wer­ke ent­stan­den. Über 200’000 Men­schen besu­chen all­jähr­lich die­se ver­gäng­li­chen Gemäl­de. Auch in die­sem Som­mer hat­te das Dorf Gros­ses vor. Die Coro­na-Kri­se mach­te der Ver­an­stal­tung jedoch einen Strich durch die Rech­nung. Zum ers­ten Mal über­haupt muss­te Tan­bo-Āto abge­sagt wer­den.

Ein Blick in die Geschichte

Man blieb jedoch nicht untä­tig. Auf der offi­zi­el­len Web­site von Inaka­da­te wur­de eine Tan­bo-Āto-Online-Gale­rie wie auch ein Video (sie­he unten) auf­ge­schal­tet. Es ist ein Rück­blick auf 27 Ver­an­stal­tun­gen. Sämt­li­che Kunst­wer­ke sind in chro­no­lo­gi­scher Rei­hen­fol­ge ersicht­lich. Die ein­zel­nen Jah­re sind mit einer klei­nen Beschrei­bung zum Reis­feld-Gemäl­de wie auch zur Ent­wick­lung der Ver­an­stal­tung ver­se­hen. Dabei fällt auf, wie die Kom­ple­xi­tät die­ser Wer­ke Jahr für Jahr zuge­nom­men hat. 

So gab es anfäng­lich ein ein­zi­ges Motiv. Es war der Haus­berg Iwa­ki­san mit sei­nen mar­kan­ten drei Gip­feln. Von 1993 bis 2001 wid­me­te man sich stets die­sem einen Berg. 2002 wag­te man mit der Abbil­dung von Mona Lisa den nächs­ten Schritt. Seit­her greift man bei der Aus­wahl der Moti­ve auf die japa­ni­sche Geschich­te, Mytho­lo­gie, Reli­gi­on und Kunst zurück. Man­ga, Ani­me und Hol­ly­wood­klas­si­ker sind wei­te­re Inspi­ra­ti­ons­quel­len. In die­sem Jahr waren eine Figur aus Neon Gene­sis Evan­ge­li­on (Asi­en­spie­gel berich­te­te) und zum zwei­ten Mal die Mona Lisa geplant. 

Der tech­ni­sche Fortschritt

Die logis­ti­sche und tech­ni­sche Ent­wick­lung ist eben­so ein­drück­lich. Die Palet­te der ver­schie­den­far­bi­gen Reis­sor­ten wur­de kon­ti­nu­ier­lich aus­ge­wei­tet. Heu­te fängt jeweils im April die Pla­nung an. Mit Hil­fe von Com­pu­tern wird bestimmt, wo jede ein­zel­ne Reis­sor­te gepflanzt wird. Im Mai wird die­se Pla­nung mit 1300 Hel­fern auf den Fel­dern umge­setzt. Im Juli erblüht das detail­rei­che Gemäl­­de schliess­lich in sei­ner gan­zen Pracht. Seit 2012 sind zwei sepa­ra­te Fel­der (Town Hall und Yayoi no Sato) für die­se Kunst reser­viert. Es gibt sogar Aus­sichts­tür­me, um die Bil­der aus der Vogel­per­spek­ti­ve betrach­ten zu können. 

Eine Auf­mun­te­rung im Reisfeld

In den ver­gan­ge­nen 27 Jah­ren ist in Inaka­da­te eine Kunst­form ent­stan­den, die man nicht mehr mis­sen möch­te. Selbst in die­sem Jahr liess man es nicht ganz sein. Auf dem Yayoi no sato-Feld hat das Dorf zur Auf­mun­te­rung die kur­ze Bot­schaft «One for all, all for one, Inaka­da­te, Japan» ange­pflanzt. Um kei­ne Zuschau­er anzu­lo­cken, bleibt der Aus­sichts­turm jedoch geschlos­sen. Ein­zig über die Web-Kame­ra ist das klei­ne Kunst­werk ersicht­lich. Es ist zu hof­fen, dass die Aus­ga­be 2021 wie­der regu­lär statt­fin­den kann. Die Online-Gale­rie ist noch bis Ende Okto­ber einsehbar. 

Die Kunst­wer­ke von 1993 bis 2019

青森県田舎館村企画観光課 / Youtube
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