Japans sel­te­ne 2000-Yen-Note

Seit über 10 Jah­ren schrei­be ich die­sen Blog, bin mit Japan durch dick und dünn. Über 4300 Arti­kel haben sich so ange­sam­melt. In die­ser Serie stel­le ich einen lesens­wer­ten Bei­trag aus die­sem Archiv vor. Der fol­gen­de Arti­kel erschien am 17. Sep­tem­ber 2018 auf asi​en​spie​gel​.ch.

Asi­en­spie­gelDas Shu­rei­mon und die 2000-Yen-Note.

AUS DEM ARCHIV – Die 2000-Yen-Note ist eine Sel­ten­heit in Japan. Seit 18 Jah­ren ist sie im Umlauf, doch benutzt wird sie kaum. Die Bank of Japan hat dies in Zah­len aus­ge­drückt: Gera­de mal 0,7 Pro­zent aller Geld­schei­ne sind 2000-Yen-Noten, wie Jiji News berich­tet. Die erfolg­reichs­te Zeit hat­te die Bank­no­te im Jahr 2004, als noch 500 Mil­lio­nen Stück benutzt wur­den. Heu­te sind es etwas weni­ger als 100 Mil­lio­nen. Die Ver­brei­tung der 1000er-, 5000er- und 10000er-Noten ist um ein Viel­fa­ches höher.

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In Umlauf kam die 2000-Yen-Note am 19. Juli 2000, zur Fei­er des neu­en Jahr­tau­sends und als Andenken an den dama­li­gen G-8-Gip­fel, der in Nago in Oki­na­wa statt­fand. Es war nach 1958 – als der 10’000-Yen-Geldschein ein­ge­führt wur­de – die ers­te Bank­no­te mit einem neu­en Nomi­nal­wert. Als Motiv wähl­te man das Haupt­tor Shu­rei­mon der Burg Shu­ri in der Haupt­stadt Naha, wo bis zur Annek­tie­rung Oki­na­was durch Japan im Jahr 1879 die Köni­ge des Ryūkyū-Rei­ches herrsch­ten. Das Tor wur­de im 16. Jahr­hun­dert gebaut, 1933 zum japa­ni­schen Natio­nal­schatz erklärt und wäh­rend der Schlacht von Oki­na­wa 1945 zer­stört. 1958 wur­de es ori­gi­nal­ge­treu wie­der auf­ge­baut. Den ver­hee­ren­den Brand von 2019 in der Shu­ri-Burg über­leb­te das Bau­werk unbe­scha­det (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Auf der Rück­sei­te ist eine Sze­ne aus dem Roman Gen­ji Mono­ga­ta­ri abgebildet.

Asi­en­spie­gelDie 2000-Yen-Note

Die 2000-Yen-Note mag 20 Jah­re nach ihrer Ein­füh­rung etwas in Ver­ges­sen­heit gera­ten sein. In Oki­na­wa jedoch geniesst sie wegen ihres Motivs jedoch eine beson­de­re Bedeu­tung. An kei­nem ande­ren Ort wird sie mehr benutzt. Die loka­len Behör­den wie auch die Wirt­schafts­ver­bän­de in Oki­na­wa för­dern die Nut­zung die­ses Geld­scheins mit dem Shu­rei­mon auf der Vor­der­sei­te. Hier ist die 2000er-Note Geld, Sou­ve­nir und Tou­ris­mus­för­de­rung in einem. 

Die 22 noch gül­ti­gen japa­ni­schen Banknoten

Die Bank of Japan gibt 4 ver­schie­de­ne Noten her­aus (1000, 2000, 5000, 10’000), die alle paar Jahr­zehn­te ein neu­es Motiv erhal­ten. Seit 1885 waren es 53 ver­schie­de­ne Bank­no­ten. Neben den 4 aktu­el­len sind wei­te­re 18 Bank­no­ten nach wie vor gül­tig. Hier eine Über­sicht. Eini­ge davon wur­den bereits in den 1950er-Jah­ren aus dem Ver­kehr genom­men. Aus prak­ti­schen Grün­den ist es daher schwie­rig, die­se ver­al­te­ten aber immer noch gül­ti­gen Bank­no­ten im All­tag auch wirk­lich zu ver­wen­den. Man kann die­se aber bei der Bank of Japan eintauschen.


WEI­TER­FÜH­REN­DE ARTIKEL

  • Japan erneu­ert drei von vier Bank­no­ten. Der neue Star die­ser Serie, die 2024 in Umlauf kommt, wird zwei­fel­los der 1000-Yen-Schein sein. » zum Artikel

  • In den japa­ni­schen Fami­li­en ver­wal­ten gewöhn­lich die Ehe­frau­en das Geld. Vie­le legen heim­lich grös­se­re Geld­be­trä­ge auf die Sei­te, ohne den Ehe­mann davon in Kennt­nis zu set­zen. Dafür gibt es gute Grün­de. » zum Artikel

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