Mit 210 km/​h unter dem Meer hindurch

JAY KRUB / Shut​ter​stock​.comEin Shink­an­sen im Bahn­hof Shin-Hakodate-Hokuto.

Vom 31. Dezem­ber 2020 bis 4. Janu­ar 2021 wird der Hok­kai­do-Shink­an­sen eine Pre­mie­re erle­ben. Nicht mehr mit 160 km/​h, son­dern mit 210 km/​h wird der Hoch­ge­schwin­dig­keits­zug durch den 54 Kilo­me­ter lan­gen Sei­kan-Tun­nel fah­ren dür­fen, wovon rund 23,3 Kilo­me­ter unter dem Meer hin­durch­füh­ren (sie­he Kar­te unten) (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Schnel­ler ist ein Zug noch nie durch die­sen Tun­nel gerast. Der Zeit­ge­winn auf der Stre­cke von Tokio nach Shin-Hako­da­te-Hoku­to auf der Nord­in­sel Hok­kai­do wird 3 Minu­ten betra­gen. Oder anders gesagt: Anstatt 3 Stun­den 58 Minu­ten wird die Fahrt noch 3 Stun­den 55 Minu­ten dauern. 

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Da im Sei­kan-Tun­nel Shink­an­sen und Güter­wa­gen anein­an­der vor­bei­fah­ren, wur­de die Maxi­mal­ge­schwin­dig­keit aus Sicher­heits­grün­den bis­lang bei 160 km/​h ange­setzt. Schnel­le­re Tem­pi wären wegen des Wind­drucks zu gefähr­lich. Con­tai­ner auf den Güter­zü­gen könn­ten beschä­digt wer­den. Dank eines Zeit­fens­ters sind nun 210 km/​h umsetz­bar. So wer­den wäh­rend der Neu­jahrs­ta­ge von den Mor­gen­stun­den bis um 15:30 Uhr kei­ne Güter­zü­ge ver­keh­ren. Der Shink­an­sen wir in die­sen Stun­den freie Fahrt haben. Zusätz­lich haben ein neu­es Kon­troll­sys­tem, Gleis­an­pas­sun­gen und Test­fahr­ten ent­schei­dend zu die­ser Neue­rung beigetragen. 

Die­se Pre­mie­re ist ein zeit­lich begrenz­ter Pra­xis­test, mit dem Ziel, die schnel­le­ren Fahr­zei­ten schon bald in den nor­ma­len Fahr­plan ein­flies­sen zu las­sen. Das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um hat noch weit­rei­chen­de­re Plä­ne. Dank die­ser tech­ni­schen und logis­ti­schen Anpas­sun­gen wären theo­re­tisch Tun­nel-Spit­zen­ge­schwin­dig­kei­ten von 260 km/​h mög­lich. Dies ent­sprä­che dem nor­ma­len Maxi­mal­tem­po zwi­schen Shin-Aom­ori und Shin-Hakodate-Hokuto. 

Die zwei­te Verkürzung

Es han­delt sich nicht um die ers­te Opti­mie­rung. Als man im März 2016 den Hok­kai­do-Shink­an­sen fei­er­lich ein­weih­te, dau­er­te die schnells­te Fahrt von Tokio bis nach Shin-Hako­da­te-Hoku­to exakt 4 Stun­den 2 Minu­ten. Das war für die Ver­ant­wort­li­chen nicht schnell genug. JR Hok­kai­do setz­te sich dar­auf­hin zum Ziel, deut­lich unter die Schwel­le von 4 Stun­den zu gelan­gen, um mit dem Flug­ver­kehr kon­kur­renz­fä­hig zu wer­den (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Aus die­sem Grund wur­de im ver­gan­ge­nen Jahr die maxi­mal erlaub­te Fahr­ge­schwin­dig­keit im Sei­kan-Tun­nel nach aus­führ­li­chen Tests von 140 km/​h auf 160 km/​h erhöht. Das Resul­tat war ein Zeit­ge­winn von vier Minu­ten. Hin­zu kommt jedoch die Fahrt mit dem Express­zug von Shin-Hako­da­te-Hoku­to bis ins Zen­trum von Hako­da­te, die wei­te­re 15 Minu­ten bean­sprucht. Damit bleibt die Shink­an­sen-Rei­se von Tokio nach Hako­da­te für vie­le Geschäfts­rei­sen­de unattraktiv. 

Die­se Nach­tei­le haben dazu geführt, dass der Hok­kai­do-Shink­an­sen seit der Eröff­nung ein Ver­lust­ge­schäft ist (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Aus­las­tung ist kon­stant tief, die Flug­ver­bin­dun­gen wesent­lich güns­ti­ger. Für Betrei­ber JR Hok­kai­do zählt daher jede Minu­te Zeit­ge­winn im Nadel­öhr Seikan-Tunnel. 

Die Ver­län­ge­rung nach Sapporo

Ren­ta­bel wird der Hok­kai­do-Shink­an­sen wohl erst, wenn die Stre­cke bis nach Sap­po­ro fer­tig­ge­stellt sein wird. Dies wird frü­hes­tens 2030 der Fall sein. Dabei peilt man – dank neu­er Shin­k­an­­sen-Tech­­no­­lo­gie – Spit­zen­ge­schwin­dig­kei­ten von 400 Stun­den­ki­lo­me­tern und eine Fahr­zeit von 4 Stun­den 30 Minu­ten zwi­schen Tokio und Sap­po­ro an (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Der Stand­ort des Seikan-Tunnels

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