Ein ver­las­se­nes Hotel wird zum Kulturgut

Ka23 13 / Wiki­me­dia / CCDie Sicht auf das ehe­ma­li­ge Maya Kan­kō Hotel.

Der Mayas­an ist der Haus­berg der Hafen­stadt Kobe. Der Aus­blick vom Gip­fel zählt zu den Nihon San­dai Yakei, den drei schöns­ten nächt­li­chen Sze­ne­ri­en Japans (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Fahrt mit der Seil­bahn zum Berg eröff­net auch eine Sicht auf eine nicht all­täg­li­che Sehens­wür­dig­keit (sie­he Foto). Es ist sind die Über­res­te des ehe­ma­li­gen Hotels Maya Kan­kō, das sich auf der Höhe der Zwi­schen­sta­ti­on befin­det, wo die Besu­cher von der Stand- auf die Luft­seil­bahn umstei­gen. Die­ses 1929 gebau­te und 1993 ver­las­se­ne Gebäu­de im Art-déco-Stil hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu einem Anzie­hungs­punkt für neu­gie­ri­ge Besu­cher ent­wi­ckelt. Lie­be­voll nen­nen sie die­sen von der Natur zurück­er­ober­ten Ort die «Köni­gin der Rui­nen» oder ganz ein­fach «May­a­kan».

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Ein natio­na­les Kulturgut

Die Fas­zi­na­ti­on für die­sen zer­fal­le­nen Ort ist so gross, dass Füh­run­gen zum Haus ange­bo­ten wer­den und NPOs sich aktiv für des­sen Erhalt ein­set­zen. 2017 wur­den 7,3 Mil­lio­nen Yen über ein Crowd­fun­ding gesam­melt, um das Gebäu­de vor sei­nem Zusam­men­bruch zu bewahren. 

Die­se Bemü­hun­gen tra­gen nun Früch­te. Die Kul­tur­be­hör­de hat das ehe­ma­li­ge Maya Kan­kō Hotel zu einem mate­ri­el­len Kul­tur­gut erho­ben. In die­ses Regis­ter auf­ge­nom­men wer­den aus­ge­wähl­te Gebäu­de, die min­des­tens 50 Jah­re alt sind, eine Epo­che der Regi­on wider­spie­geln und sich nicht ein­fach wie­der­auf­bau­en las­sen. Es ist eine Form des Denk­mal­schut­zes. Seit der Grün­dung 1996 wur­den 13’097 Bau­wer­ke zum Kul­tur­gut erklärt. In die­sem Jahr haben es 132 Objek­te auf die­se Lis­te geschafft. Für die Hotel­rui­ne bedeu­tet dies, dass man für Repa­ra­tur- und Erhal­tungs­ar­bei­ten an der his­to­ri­schen Sub­stanz künf­tig eine staat­li­che finan­zi­el­le Unter­stüt­zung bean­tra­gen darf. Zudem müs­sen geplan­te bau­li­che Ände­run­gen beim Staat gemel­det werden. 

Die Geschich­te des Hotels

Wiki­me­dia CCDas Hotel im Ori­gi­nal­zu­stand 1929.

Mit die­sem Schritt hat es eine lang ver­nach­läs­sig­te Rui­ne zu einer offi­zi­ell aner­kann­ten his­to­ri­schen Sehens­wür­dig­keit geschafft. Damit wird in der abwechs­lungs­rei­chen Geschich­te die­ses Baus, der mehr­mals vor sei­nem Ende stand, ein neu­es Kapi­tel geschrie­ben. Es war das Seil­bahn­un­ter­neh­men, das 1929 die­ses Hotel mit dem Namen Maya Club eröff­ne­te und dem Gast das Gefühl gab, in einem ande­ren Land zu sein. Es war ein Art-déco-Bau mit gross­zü­gi­gen und schön deko­rier­ten Sälen und einem Pan­ora­ma­aus­blick auf die Stadt Kobe. Das Ende von Maya Club erfolg­te am Ende des Zwei­ten Welt­kriegs, als die Armee das Gebäu­de mit dem Flach­dach als Flie­ger­ab­wehr­stel­lung in Beschlag nahm.

Danach fiel es 10 Jah­re in einen Dorn­rös­chen­schlaf. Erst 1955 wur­de es an einen Pri­va­ten ver­kauft und reno­viert. 1961 folg­te die Wie­der­eröff­nung als Maya Kan­kō Hotel. Kur­ze sechs Jah­re spä­ter kam das zwei­te Ende, als ein Tai­fun beträcht­li­che Schä­den am Gebäu­de anrich­te­te. 1974 wur­de es zum Stu­den­ten­zen­trum Maya Gakus­ei Sen­tā umfunk­tio­niert. 1993 ent­schied man sich für die end­gül­ti­ge Auf­ga­be. Das gros­se Erd­be­ben von 1995 (Asi­en­spie­gel berich­te­te) mach­te das ehe­ma­li­ge Hotel zu einem ein­sturz­ge­fähr­de­ten Bau. Seit­her erobert die Natur den Ort schritt­wei­se zurück. Die Film­bran­che ent­deck­te das Hotel früh als ein­zig­ar­ti­gen Dreh­ort. Im Insta­gram-Zeit­al­ter ist die Fas­zi­na­ti­on für die­sen ver­las­se­nen Ort grös­ser denn je.


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