10 Jah­re nach dem Tsunami

DVIDS­HUB / FlickrEin Feu­er­wehr­mann am 17. März 2011 in Kamai­shi in der Prä­fek­tur Iwate.

Genau zehn Jah­re ist es her, als am 11. März 2011 ein gewal­ti­ges Erd­be­ben vor der Nord­ost­küs­te Japans einen ver­hee­ren­den Tsu­na­mi aus­lös­te, der zu einem Super-GAU im AKW Fuku­shi­ma 1 führ­te. Ent­lang der Küs­te der Prä­fek­tu­ren Iwa­te, Miya­gi und Fuku­shi­ma hin­ter­liess die Natur­ka­ta­stro­phe die gröss­ten Schä­den. Ins­ge­samt 19’729 Men­schen star­ben. 2559 gel­ten bis heu­te offi­zi­ell als ver­misst. 121’996 Häu­ser in 241 Gemein­den wur­den beschädigt. 

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Die Auf­räum- und Rück­bau­ar­bei­ten im zer­stör­ten Atom­kraft­werk wer­den das Land über Jahr­zehn­te hin­aus beschäf­ti­gen. Die Lis­te der Pro­ble­me ist noch immer lang: Dazu gehö­ren die voll­stän­di­ge Ber­gung sämt­li­cher Brenn­stä­be aus den Reak­to­ren, der Umgang mit über 1 Mil­li­on Ton­nen zwi­schen­ge­la­ger­tem Kühl­was­ser, das nicht voll­stän­dig dekon­ta­mi­niert wer­den kann oder auch die unge­klär­te Fra­ge nach einem End­la­ger für die abge­tra­ge­ne ver­seuch­te Erde in den Ort­schaf­ten rund um das AKW. Vie­le Zonen rund um das hava­rier­te AKW wer­den unbe­wohn­bar blei­ben. Noch gel­ten 42’000 offi­zi­ell als Eva­ku­ier­te, die über das gan­ze Land ver­teilt leben. Die meis­ten wer­den nicht wie­der zurück­keh­ren. Bis heu­te sind 2000 Men­schen in pro­vi­so­ri­schen Fer­tig­bau­ten wohn­haft, die kurz nach der Kata­stro­phe errich­tet wurden. 

433 Kilo­me­ter Schutzmauern

Zugleich wur­de in den letz­ten zehn Jah­ren viel geleis­tet (hier ein Bericht von mei­nem Besuch in Ishi­no­ma­ki im Som­mer 2019). Ins­ge­samt sind 154’000 neue Häu­ser ent­stan­den, gan­ze Wohn­quar­tie­re wur­den höher gelegt, neue Zen­tren für die Gemein­den erschaf­fen, Schu­len, Kran­ken­häu­ser, Stras­sen und Bahn­li­ni­en wie­der­auf­ge­baut. Die Land­wirt­schaft und die Fische­rei sind wie­der auf einem fast gleich hohen Pro­duk­ti­ons­ni­veau wie vor der Katastrophe. 

Die sicht­bars­te Hin­ter­las­sen­schaft der Wie­der­auf­bau­ar­bei­ten sind die Schutz­mau­ern und Däm­me, die ent­we­der neu errich­tet oder ver­stärkt wur­den. Es ist eines der gröss­ten Infra­struk­tur­pro­jek­te in der Geschich­te Japans. Mehr als 300 Kilo­me­ter sind bereits gebaut. Am Ende wer­den die Schutz­mau­ern, die nicht zusam­men­hän­gend sind, eine Län­ge von 433 Kilo­me­tern haben. Mehr Sicher­heit für die Küs­ten­ge­mein­den und vor allem mehr Zeit für die Eva­ku­ie­rung erhof­fen sich die Behör­den damit. Kri­ti­ker mei­nen jedoch, dass sich die Anwoh­ner so womög­lich in fal­scher Sicher­heit wie­gen. Zudem schnei­den die neu­en hohen Mau­ern die Dör­fer regel­recht vom Meer ab. Viel wich­ti­ger sei es, das Bewusst­sein für die Gefahr am Leben zu hal­ten und die Häu­ser in höhe­ren Lagen zu bauen. 

Vor­her und nachher

Im ver­gan­ge­nen Som­mer hat die Regie­rung Luft­auf­nah­men publi­ziert, die den Fort­schritt des Wie­der­auf­baus ersicht­lich machen (sie­he Bil­der unten). Drei neue Film­bei­trä­ge der Wie­der­auf­bau­be­hör­de erlau­ben zudem einen Ein­blick in den Zustand der drei Prä­fek­tu­ren Iwa­te, Miya­gi und Fuku­shi­ma (sie­he Vide­os unten). Noch gibt es viel zu tun. Erst die­se Woche wur­de beschlos­sen, dass die Wie­der­auf­bau­be­hör­de min­des­tens wei­te­re 10 Jah­re tätig sein wird. Umge­rech­net 300 Mil­li­ar­den Euro hat der bis­he­ri­ge Wie­der­auf­bau gekostet. 

Recon­struc­tion Agen­cyEin Abschnitt von Yama­da. Auch hier wur­den Wohn­ge­bie­te höher gelegt.
Recon­struc­tion Agen­cyRiku­zent­aka­ta wur­de schwer vom Tsu­na­mi getrof­fen. Küs­ten­na­he Gebie­te sind bis heu­te nicht mehr bewohnt.
Foto: Depo​sit​pho​tos​.comIn Ofu­n­a­to fällt die neue 11,5 Meter hohe Schutz­mau­er ins Auge.
Recon­struc­tion Agen­cyIn Mina­mis­an­ri­ku ist hin­ter einem Berg ein neu­es Wohn­ge­biet entstanden.
Recon­struc­tion Agen­cyIn einem Wohn­ge­biet der Stadt Kamai­shi in der Prä­fek­tur Iwa­te wur­de eine 14,5 Meter hohe Schutz­mau­er errichtet.

Die Prä­fek­tur Miya­gi heu­te. Video: Recon­struc­tion Agen­cy / Youtube
Die Prä­fek­tur Iwa­te heu­te. Video: Recon­struc­tion Agen­cy / Youtube
Die Prä­fek­tur Fuku­shi­ma heu­te: Video: Recon­struc­tion Agen­cy / Youtube

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