Anpan: Japans süs­ser Brotklassiker

Nutria3000 / Shut​ter​stock​.comMit Anpan begann die japa­ni­sche Brotkultur.

GEDENK­TAG – Japan hat sich zu einem Bäcker- und Kon­­di­­to­­ren-Para­­dies ent­wi­ckelt. Es exis­tie­ren gros­se Ket­ten wie Le Pain Quo­ti­di­en, Delif­ran­ce, Mai­son Kay­ser, St. Marc und auch eine Viel­zahl an Klein­bä­cke­rei­en. Die Aus­wahl ist viel­fäl­tig, die Krea­tio­nen ver­spielt. Ein Stan­dard ist das qua­dra­ti­sche Weiss­brot, das sich auch als Toast­brot eig­net, eine wei­che Kon­sis­tenz und einen süs­sen Geschmack hat. Die­ses soge­nann­te Sho­ku­pan ist ein Früh­stücks­klas­si­ker im Insel­staat (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Die Erfin­dung

Asi­en­spie­gelGros­se Aus­wahl: Anpan bei Kimuraya.

Dass im Land des Reis­an­baus so ger­ne Brot geges­sen wird, ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Noch zu Beginn der Mei­ji-Zeit (1868 bis 1912) ent­sprach das euro­päi­sche Brot, das die Por­tu­gie­sen und Nie­der­län­der ins Land brach­ten, nicht unbe­dingt dem Geschmacks­ver­ständ­nis der Japa­ner. Es war Yas­ub­ei Kimu­ra, der dies änder­te. Der ehe­ma­li­ge Samu­rai hat­te 1869 eine Bäcke­rei eröff­net. Fort­an tüf­tel­te er an Neu­krea­tio­nen, um die­se Spei­se popu­lär zu machen. Der Durch­bruch gelang ihm 1874, als er – inspi­riert von der Zube­rei­tungs­wei­se der Süss­spei­se Man­jū – ein Bröt­chen mit einer tra­di­tio­nel­len süs­sen Boh­nen­pas­te füll­te. Als Trieb­mit­tel für den Teig ver­wen­de­te er die Sake-Hefe Saka­da­ne. Die Brot­spei­se Anpan, eine genia­le kuli­na­ri­sche Begeg­nung zwi­schen dem Wes­ten und Japan, war geboren. 

Mit die­ser Erfin­dung traf Kimu­ra sogar den Geschmack des höchs­ten Japa­ners. Am 4. April 1875 über­reich­te er dem Kai­ser für das Kirsch­blü­ten­fest ein Anpan mit einer in Salz ein­ge­leg­ten Kirsch­blü­te in der Mit­te. Fort­an wur­de der Ten­nō zu einem regel­mäs­si­gen Kun­den von Kimu­ra. Die­se Epi­so­de ver­half dem Süss­brot zum end­gül­ti­gen Durch­bruch. Das Saku­ra Anpan wur­de zum Mar­ken­zei­chen von Kimura. 

Der Ein­fluss

Asi­en­spie­gelIn einem Geschäft von Kimuraya.

Der heu­ti­ge Anpan no hi, «der Tag des Anpan», dient als Erin­ne­rung an die­sen 4. April 1875, den man als his­to­risch bezeich­nen darf. So erstreckt sich der Ein­fluss von Yas­ub­ei Kimu­ra bis in die Gegen­wart. Als Pio­nier der Bäcker­kunst im Insel­staat trug er mass­geb­lich dazu bei, dass die Japa­ner Brot­spei­sen vor­nehm­lich als Süs­sig­keit oder Snack betrach­ten. Die Bäcke­rei Kimu­ra­ya exis­tiert übri­gens bis heu­te. Der Haupt­sitz im Tokio­ter Vier­tel Gin­za ist ein Anzie­hungs­punkt für die Lieb­ha­ber die­ser Süssspeise. 

Anpan ist in allen Super­märk­ten und Con­ve­ni­en­ce Stores erhält­lich. Die Fül­lun­gen beschrän­ken sich schon lan­ge nicht mehr auf die rote Boh­nen­pas­te. Dar­über hin­aus sorg­te in den 1970ern die legen­dä­re Man­ga- und Ani­me-Figur Anpan­man von Taka­shi Yana­se dafür, dass inzwi­schen jedes japa­ni­sche Klein­kind das Wort Anpan kennt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Asi­en­spie­gelIm Haupt­ge­schäft von Kimu­ra­ya im Tokio­ter Vier­tel Ginza.

GEDENK­TA­GE: Neben den 16 offi­zi­el­len Fei­er­ta­gen besitzt Japan unzäh­li­ge Gedenk­ta­ge, die Ereig­nis­sen, Errun­gen­schaf­ten, Tra­di­tio­nen, Spei­sen oder Pro­duk­ten gewid­met sind. Die­se auf Japa­nisch bezeich­ne­ten «Kinen­bi» wer­den von öffent­li­chen Insti­tu­tio­nen, Ver­ei­nen, Unter­neh­men und Ein­zel­per­so­nen ins Leben geru­fen. Die Japan Anni­ver­s­a­ry Asso­ca­ti­on regis­triert und beglau­bigt die Gedenk­ta­ge. Es exis­tie­ren mitt­ler­wei­le über 2100 Ein­trä­ge.


Stand­ort des Haupt­sit­zes von Kimuraya


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