Impf­stoff für «Tokyo 2020»-Athleten

kure­mo / Shut​ter​stock​.comEine «Tokyo 2020»-Veranstaltung im Tokio­ter Vier­tel Nihon­ba­shi im Jahr 2019.

Die Ath­le­ten und Betreu­er der Olym­pi­schen Spie­le in Tokio wer­den kos­ten­los Covid-19-Impf­do­sen von Biontech-Pfi­zer erhal­ten. Die Lie­fe­rung soll Ende Mai an die ein­zel­nen natio­na­len Sport­ver­bän­de erfol­gen. Die­se Spen­de sei ein wich­ti­ges Mit­tel, um siche­re Spie­le durch­zu­füh­ren, betont das Inter­na­tio­na­le Olym­pi­sche Komi­tee (IOK). Es hat die Ath­le­ten gebe­ten, mit gutem Bei­spiel vor­an­zu­ge­hen und sich nun zu imp­fen. Man schüt­ze damit nicht nur sich selbst, son­dern vor allem auch ande­re. Es sei ein Akt der Soli­da­ri­tät und Rück­sicht­nah­me, auch gegen­über dem Gastgeber. 

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Olym­pia­mi­nis­te­rin Tama­yo Maru­ka­wa begrüss­te die­se Eini­gung. Auch Japan wird somit genü­gend Dosen erhal­ten, um rund 1000 Ath­le­ten und 1500 direk­te Mit­ar­bei­ter der Sport­ler zu imp­fen. Tokios Gou­ver­neu­rin Yuri­ko Koi­ke sprach eben­falls von einer not­wen­di­gen Mass­nah­me. In die Wege gelei­tet wur­de die­se Spen­de nach einer Video­kon­fe­renz zwi­schen Pre­mier­mi­nis­ter Yoshihi­de Suga und Albert Bour­la, dem CEO von Pfizer. 

Der mora­li­sche Konflikt

Von den offi­zi­el­len Stel­len wird betont, dass die Impf­be­stel­lun­gen des Lan­des damit nicht tan­giert wer­den. Es hand­le sich um eine zusätz­li­che Lie­fe­rung. Den­noch gerät Japan mit die­ser Hand­lung in einen mora­li­schen Kon­flikt. Einer­seits darf das Land ein solch gross­zü­gi­ges Ange­bot nicht ableh­nen, wenn es siche­re Spie­le für die Ath­le­ten und die Bevöl­ke­rung aus­tra­gen möch­te. Ande­rer­seits kom­men die Ath­le­ten somit frü­her zum Zug als vie­le gefähr­de­te Per­so­nen­grup­pen oder auch die 80’000 frei­wil­li­gen Hel­fer, die bei die­ser Ankün­di­gung nicht erwähnt wurden. 

Im Insel­staat steckt die Impf­kam­pa­gne noch immer in der ers­ten Pha­se. Bis zum 6. Mai 2021 wur­den beschei­de­ne 4,1 Mil­lio­nen Imp­fun­gen ver­ab­reicht (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Zur­zeit ist ein­zig das Vak­zin von Pfi­zer-Biontech zuge­las­sen. Wei­te­re Impf­stof­fe wer­den frü­hes­tens am 21. Mai 2021 fol­gen. Aktu­ell haben das Gesund­heits­per­so­nal und die über 65-Jäh­ri­gen Vor­rang. Noch ist es ein lan­ger Weg, bis ein Gross­teil der 127 Mil­lio­nen Ein­woh­ner geimpft sein wird. Fest steht, dass bis zur Eröff­nung der Olym­pi­schen Som­mer­spie­le am 23. Juli 2021 kei­ne Her­denim­mu­ni­tät erreicht sein wird. Hin­zu kommt, dass der Insel­staat mit­ten in einer vier­ten Wel­le steckt, die das Gesund­heits­we­sen in vie­len Regi­on erneut an die Belas­tungs­gren­ze bringt. Erst ges­tern wur­de der Not­stand bis Ende Mai ver­län­gert und auf wei­te­re Prä­fek­tu­ren erwei­tert (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Eine Peti­ti­on gegen die Spiele

Der Unmut in der Bevöl­ke­rung wächst. Dies drückt sich in der Tat­sa­che aus, dass die Online-Peti­ti­on «Stop Tokyo Olym­pics» in Rekord­zeit über 240’000 Unter­schrif­ten gesam­melt hat. Unter den aktu­el­len Umstän­den sei die Aus­tra­gung siche­rer Spie­le nicht mög­lich. Das bereits über­las­te­te Gesund­heits­we­sen kön­ne sich nicht noch um eine Gross­ver­an­stal­tung küm­mern, die Regie­rung müs­se daher die Spie­le absa­gen, for­dert Peti­ti­on, die vom Poli­ti­ker und Anwalt Ken­ji Uts­uno­miya lan­ciert wur­de. Auch lan­des­wei­te Umfra­gen zei­gen seit Mona­ten das­sel­be Bild. Es sind stets rund 70 Pro­zent, die sich für eine erneu­te Ver­schie­bung oder sogar eine Absa­ge von «Tokyo 2020» aussprechen. 

Sinn­bild­lich für die aktu­el­le Situa­ti­on steht die Aus­sa­ge von Sei­ko Hash­i­mo­to, der Prä­si­den­tin des Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees. Sie bezeich­ne­te den geplan­ten Besuch von IOK-Prä­si­dent Tho­mas Bach am 17. Mai als «äus­serst schwie­rig». Auf­grund des aktu­el­len Not­stan­des sei es eine gros­se Bür­de nach Japan zu rei­sen. Die Orga­ni­sa­ti­on der Spie­le bleibt auch in den kom­men­den 76 Tagen für alle invol­vier­ten Par­tei­en ein Balanceakt.

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