Ver­zau­bern­de Klär- und Müllverbrennungsanlagen

Seit 2009 schrei­be ich die­sen Blog. Über 4500 Arti­kel haben sich so ange­sam­melt. In die­ser Serie stel­le ich einen über­ar­bei­te­ten und aktua­li­sier­ten Bei­trag aus die­sem Archiv vor. Der fol­gen­de Arti­kel erschien am 12. Novem­ber 2017.

Die Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge in Osa­ka. yoko_​ken_​chan / Shut​ter​stock​.com

AUS DEM ARCHIV – Maishi­ma ist eine der vie­len auf­ge­schüt­te­ten Inseln in der Bucht von Osa­ka. In den 1990ern woll­te man hier eine Flä­che für die Som­mer­spie­le 2008 erschaf­fen. Letzt­end­lich schei­ter­te die Bewer­bung. Den­noch ist sie mit ihrem Base­ball- und Bas­ket­ball­sta­di­on, Fuss­ball­plät­zen und Park­an­la­gen eine Sport­in­sel gewor­den. Und da gibt es aber noch die ande­re Sei­te von Maishi­ma: Es sind gros­se Indus­trie­an­la­gen, deren ver­zau­bern­de Bau­wei­se die benach­bar­ten Uni­ver­sal Stu­di­os locker in den Schat­ten stellen.

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Gemeint sind die Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge Maishi­ma Kōjō (Bau­jahr: 2001) und die Klär­an­la­ge (Bau­jahr: 2003) Maishi­ma Sludge Cen­ter die auf den Ent­wür­fen von Frie­dens­reich Hun­dert­was­ser basie­ren. Die Hand­schrift des öster­rei­chi­schen Künst­lers ist von Wei­tem sicht­bar. Bei­de Gebäu­de besit­zen zwei über 100 Meter hohe bun­te Kamin­tür­me mit einem gol­de­nen run­den Auf­satz. Die Fas­sa­den sind eben­falls ganz im Stil von Hun­dert­was­ser fan­ta­sie­voll und leben­dig gestal­tet, so als wür­de es sich um ein Mär­chen­schloss und nicht um eine Indus­trie­an­la­ge han­deln. Das Vor­bild für die­se Anla­gen steht übri­gens in Wien. Auch dort stammt die Fas­sa­de der Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge Spit­telau von Hundertwasser. 

Ein Besu­cher­ma­gnet

Die Klär­an­la­ge von Osa­ka. Urban Napflin / Shut​ter​stock​.com

Sei­ner Schaf­fens­kraft ist es zu ver­dan­ken, dass aus Indus­trie­an­la­gen Sehens­wür­dig­kei­ten gewor­den sind. Seit der Eröff­nung haben bereits über 250’000 Per­so­nen die Ver­bren­nungs­an­la­ge von Maishi­ma, die täg­lich 900 Ton­nen Müll ver­ar­bei­tet, besucht. In der Abwas­ser­be­hand­lungs­an­la­ge mit dem dun­kel­blau­en 140 Meter hohen Turm wird der­weil ein Teil des Klär­schlamms zur Pro­duk­ti­on von Bau­ma­te­ria­li­en recy­celt. Osa­ka woll­te mit die­sen Bau­wer­ken Tech­no­lo­gie, Umwelt und Kunst ver­ei­nen. Hun­dert­was­ser bekam sei­ne Bau­wer­ke in Osa­ka lei­der nie zu Gesicht. Er ver­starb im Jahr 2000.

Gleich neben Maishi­ma ent­steht übri­gens das nächs­te Zukunfts­pro­jekt. Auf der auf­ge­schüt­te­ten Nach­bar­in­sel Yumeshi­ma wird die Expo 2025 statt­fin­den (Asi­en­spie­gel berich­te­te).


Der Stand­ort der bei­den Anlagen


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