Olym­pia-Eröff­nung wird zum VIP-Anlass

Das neue Olym­pia­sta­di­on wird wäh­rend «Tokyo 2020» fast leer blei­ben. Toma­crosse / Shut​ter​stock​.com

Heu­te in einer Woche, am 23. Juli 2021, wer­den die Olym­pi­schen Spie­le von Tokio eröff­net. Statt­fin­den wird die­se Zere­mo­nie im neu­en Natio­nal­sta­di­on, das vom japa­ni­schen Star­ar­chi­tek­ten Ken­go Kuma ent­wor­fen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Des­sen Fer­tig­stel­lung im Novem­ber 2019 war eine klei­ne Meis­ter­leis­tung. Denn noch 2015 woll­ten die Orga­ni­sa­to­ren und die Regie­rung ein Sta­di­on der Archi­tek­tin Zaha Hadid bau­en (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Kos­ten lie­fen jedoch aus dem Ruder. Die bud­ge­tier­ten 252 Mil­li­ar­den Yen waren selbst für die­se Spie­le zu viel. Der dama­li­ge Pre­mier Abe zog die Hand­brem­se (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Und so ent­stand in Win­des­ei­le das jet­zi­ge Natio­nal­sta­di­on, das 151 Mil­li­ar­den Yen kos­te­te und eine Kapa­zi­tät von 68’000 Sitz­plät­zen aufweist. 

Ein VIP-Anlass

Heu­te stellt man sich die Fra­ge, wofür eigent­lich die­ser gan­ze Auf­wand war? Denn das neue Olym­pia­sta­di­on und alle ande­ren Aus­tra­gungs­stät­ten in Tokio und Umge­bung wer­den auf­grund des neu­er­li­chen Coro­na-Not­stan­des kein Publi­kum emp­fan­gen dür­fen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Ganz leer wird das Natio­nal­sta­di­on nicht sein. Offen­bar dür­fen bei der Eröff­nungs­ze­re­mo­nie am 23. Juli neben den Ath­le­ten auch rund 1000 hand­ver­le­se­ne Zuschau­er dabei sein. Es wird sich um eine VIP-Ver­an­stal­tung mit Poli­ti­kern, IOK-Mit­glie­dern, Ver­tre­tern des Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees und Ver­bands­mit­glie­dern hal­ten. Dazu wer­den die ame­ri­ka­ni­sche First Lady Jill Biden oder auch Frank­reichs Prä­si­dent Emma­nu­el Macron gehö­ren, der als Ver­tre­ter der nächs­ten Olym­pi­schen Spie­le von Paris im Jahr 2024 anrei­sen wird. Fei­er­lich eröff­nen wird die Spie­le der japa­ni­sche Kai­ser Naru­hi­to. Er wer­de ohne wei­te­re Fami­li­en­mit­glie­der anwe­send sein. 

In Miya­gi mit 10‘000 Zuschauern

Es wird aber auch weni­ge olym­pi­sche Ver­an­stal­tun­gen geben, bei denen Zuschau­er dabei sein dür­fen. So sind die Prä­fek­tu­ren Shi­zuoka und Miya­gi gewillt, ihre Wett­kämp­fe – Rad­ren­nen und Fuss­ball – nach der Regel «50 Pro­zent der Sta­di­on­ka­pa­zi­tät und maxi­mal 10’000 Zuschau­er» und dem übli­chen Ticket­ver­kauf durch­zu­füh­ren (Asi­en­spie­gel berich­te­te). In bei­den Regio­nen herrscht kein Not­stand. Miya­gis Gou­ver­neur Yoshi­hi­ro Murai bestä­tig­te am 12. Juli ein wei­te­res Mal die­ses Vor­ha­ben. Sei­ne Begrün­dung ist ein­fach. Bereits heu­te fin­den Base­ball- und Fuss­ball­spie­le wie auch Kon­zer­te mit maxi­mal 10’000 Zuschau­ern in sei­ner Prä­fek­tur, wie auch im Rest des Lan­des, statt. Die Olym­pi­schen Wett­kämp­fe anders zu behan­deln, wäre unge­recht, so Murais Begründung. 

Der Gou­ver­neur von Miya­gi spricht damit offen einen Wider­spruch an. Denn selbst im Not­stands-Tokio wer­den wei­ter­hin Base­ball-Spie­le mit Publi­kum durch­ge­führt (hier ein Ein­druck). So war der Tokyo Dome am 14. Juli 2021 mit 10’000 Zuschau­ern gefüllt. Für Olym­pia wer­den der­weil ande­re Regeln gelten.

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