Von Tokio nach Osa­ka: ges­tern und heute

Seit 2009 schrei­be ich die­sen Blog. Über 4500 Arti­kel haben sich so ange­sam­melt. In die­ser Serie stel­le ich einen über­ar­bei­te­ten und aktua­li­sier­ten Bei­trag aus die­sem Archiv vor. Der fol­gen­de Arti­kel erschien am 22. August 2017.

Feli­ce Bea­to / Wiki­me­dia CCEin Foto der his­to­ri­schen Tōkai­dō-Stras­se am Ende der Edo-Zeit 1865.

AUS DEM ARCHIV – In der Edo-Zeit (1603 – 1868) führ­ten zwei Wege von der Haupt­stadt Edo (dem dama­li­gen Tokio) zur Kai­ser­stadt Kyo­to. Die 492 Kilo­me­ter lan­ge Tōkai­dō, die ent­lang der Pazi­fik­küs­te führ­te, war die wich­tigs­te und meist benutz­te Rou­te der dama­li­gen Zeit. Dane­ben gab es mit der 534 Kilo­me­ter lan­gen Naka­sen­dō auch noch eine Inlands­rou­te, die durch die unzu­gäng­li­che­re Berg­re­gi­on führ­te. Die­se Rei­sen dau­er­ten eine klei­ne Ewig­keit. His­to­ri­sche Doku­men­te zei­gen, dass es auf der Tōkai­dō geschätz­te 13 bis 15 Tage Fuss­marsch waren, um von Kyo­to nach Edo zu gelan­gen. Auf der ber­gi­gen Naka­sen­dō muss­te man mit 16 oder mehr Tagen rechnen.

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Die Eisen­bahn

Die Gross­räu­me Tokio-Yoko­ha­ma und Osa­ka-Kyo­to-Kobe sind auch im 21. Jahr­hun­dert die wirt­schaft­lich wich­tigs­ten Zen­tren des Lan­des. Die­se ver­kehrs­tech­nisch noch effi­zi­en­ter und noch schnel­ler zu ver­bin­den, ist für jede Gene­ra­ti­on eine neue Herausforderung.

Die Eisen­bahn brach­te in der zwei­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts den gros­sen Durch­bruch. Auf einen Schlag nahm eine Rei­se zwi­schen den bei­den urba­nen Regio­nen nicht mehr Wochen, son­dern nur noch einen Tag in Anspruch. 1889 waren es fast exakt 20 Stun­den Zug­fahrt. Bereits Anfang des 20. Jahr­hun­derts konn­te dank neu­er Tech­nik, ver­bes­ser­ter Stre­cken­füh­rung und mehr Tun­nels die Rei­se­zeit zwi­schen den bei­den urba­nen Regio­nen alle paar Jah­re ent­schei­dend ver­kürzt wer­den. 1909 waren es nur noch 12 Stun­den 50 Minu­ten, 1934 war man bei 8 Stun­den ange­kom­men. Die­ser Rekord soll­te für die fol­gen­den 22 Jah­re Bestand haben. 

Die Geburt des Shinkansen

Cas­sio­peia sweet / Wiki­me­dia / CCDie aller­ers­te Gene­ra­ti­on: Der Shink­an­sen der Bau­rei­he 0.

Es folg­te der Krieg und ein lan­ger Unter­bruch der Zug­ver­bin­dun­gen. Der ers­te Express­zug der Nach­kriegs­zeit zwi­schen Tokio und Osa­ka wur­de 1949 in Betrieb genom­men. Die Elek­tri­fi­zie­rung der Bahn führ­te in den 1950er-Jah­ren zum gros­sen Ent­wick­lungs­sprung. 1956 waren es noch 7 Stun­den 30 Minu­ten und 1960 bereits 6 Stun­den 30 Minuten.

1964 begann schliess­lich das gros­se Zeit­al­ter des Shink­an­sen, des ers­ten Hoch­ge­schwin­dig­keits­zu­ges der Welt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Pünkt­lich zu den Som­mer­spie­len 1964 in Tokio dau­er­te die Fahrt zwi­schen der Haupt­stadt und Tokio damit nur noch 4 Stun­den. Nach wei­te­ren bau­li­chen Mass­nah­men war man ein Jahr spä­ter bei den ursprüng­lich geplan­ten 3 Stun­den 10 Minu­ten angekommen.

Die Gegen­wart

Foto: Depo​sit​pho​tos​.comHeu­te wie ges­tern: Der Fuji ist ein Fix­punkt auf der Rei­se zwi­schen Tokio und Osaka.

Der nächs­te gros­se Schritt folg­te 1986. Mit der Ein­füh­rung des Shink­an­sen-Modells 100 konn­te die Höchst­ge­schwin­dig­keit von 210 km/​h auf 220 km/​h erhöht wer­den. 2 Stun­den 56 Minu­ten dau­er­te die Fahrt noch zwi­schen Tokio und Osaka.

Die Ein­füh­rung des Zug­typs Nozo­mi (Model­le 300, 500 und 700) erhöh­te die Geschwin­dig­keit 1992 auf 270 km/​h und ver­kürz­te die Rei­se­zeit auf 2 Stun­den 30 Minu­ten. Seit 2015 darf der Shink­an­sen auf gewis­sen Abschnit­ten der Tōkai­dō-Linie 285 km/​h fah­ren. Die­se Anpas­sung hat die Rei­se­dau­er noch­mals etwas ver­rin­gert. Seit 2020 dau­ert die schnells­te Ver­bin­dung 2 Stun­den 21 Minuten.

Die Zukunft

Und schon in ein paar Jah­ren wird eine neue Tech­no­lo­gie in Betrieb genom­men. Japans ers­te Magnet­schwe­be­bahn wird frü­hes­tens ab 2027 die Haupt­stadt Tokio mit Nago­ya ver­bin­den (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Distanz von 286 Kilo­me­tern wird der futu­ris­ti­sche Zug mit einer Betriebs­ge­schwin­dig­keit von etwas über 500 km/​h in gera­de mal 40 Minu­ten bewäl­ti­gen. Der heu­ti­ge Hoch­ge­schwin­dig­keits­zug Shink­an­sen benö­tigt hier­für 90 Minu­ten. In einer zwei­ten Etap­pe wird die Stre­cke die­ses soge­nann­ten Chūō-Shink­an­sen bis nach Osa­ka ver­län­gert. Bis 2037 soll es so weit sein. Anstatt 141 Minu­ten wird die­se Fahrt dann nur noch 67 Minu­ten dauern.

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