Im luxu­riö­sen Express­zug von Osa­ka nach Nagoya

Wie ein Fer­ra­ri auf Schie­nen: Der Hino­to­ri von Kin­tet­su Rail­way. さりと / Wiki­me­dia CC BY-SA 4.0

Der Blue Rib­bon Pri­ze ist eine der wich­tigs­ten Aus­zeich­nun­gen in der japa­ni­schen Bahn­welt. Damit wird jeden Som­mer der ein­drück­lichs­te neu Zug geehrt. Seit 1958 wird die­ser von den Mit­glie­dern des Japan Rail­fan Club ver­ge­ben. Eine ruhm­rei­che Pla­ket­te, media­le Auf­merk­sam­keit und eine Zunah­me an Pas­sa­gie­ren sind dem Gewin­ner die­ses begehr­ten Prei­ses sicher. 

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2021 geht die­se Ehre an die Kin­tet­su Bau­rei­he 80000 mit dem Über­na­men Hino­to­ri (dt. Phö­nix), die am 14. März 2020 ihren Betrieb als Limi­ted-Express-Zug zwi­schen Osa­ka und Nago­ya auf­nahm (sie­he Kar­te unten). 

Kom­fort wie in einem Shinkansen

Die ele­gan­te Pre­mi­um-Klas­se im Hino­to­ri. Kin­tet­su Railway

Die Aus­zeich­nung über­rascht nicht. Das Design des Hino­to­ri kün­digt den Auf­bruch in eine neue Ära an. Die rote Aus­sen­far­be und die ele­gan­ten Kur­ven machen die­sen Zug zu einem Fer­ra­ri auf Schie­nen. Im Innern hat der Kom­fort abso­lu­te Prio­ri­tät. Die Sit­ze in der Pre­mi­um-Klas­se erin­nern an die Gran­Class im Hoku­ri­ku- und Toho­ku-Shink­an­sen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Aus­ge­rüs­tet sind die­se mit einer schüt­zen­den Hül­le, dank der man die Rücken­leh­ne ver­stel­len kann, ohne den dahin­ter sit­zen­den Pas­sa­gier zu stö­ren. Auch in den beque­men Pols­ter­sit­zen der Stan­dard-Klas­se fin­det man die­se prak­ti­sche Eigenschaft. 

Die erhöh­te Pre­mi­um-Klas­se bie­tet zudem eine freie Sicht auf den Füh­rer­stand und die davor lie­gen­de Stre­cke. Zusätz­lich bie­tet der Hino­to­ri Schliess­fä­cher, eine Café-Ecke, ein Raum für Rau­cher und geräu­mi­ge Toi­let­ten. Für die­ses über­ra­gen­de Design hat die Kin­tet­su Bau­rei­he 80000 nicht nur den Blue Rib­bon Pri­ze gewon­nen, son­dern auch gleich noch den Good Design Award.

Die beque­me Stan­dard-Klas­se. Kin­tet­su Railway

Ent­wor­fen wur­de der Hino­to­ri von der GK Design Group, die den Look des Nach­kriegs­ja­pans ent­schei­dend geprägt hat. Der berühm­tes­te Ent­wurf die­ses Hau­ses, das vom Desi­gner Ken­ji Ekuan gegrün­det wur­de, ist die Soja­saucen-Fla­sche von Kikko­man (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Aber auch in der Bahn­welt kennt sich die GK Design Group aus. Die Designs des Aki­ta-Shink­an­sen oder auch des Nari­ta-Express stam­men von der GK Design Group.

Eine neue Limited-Express-Klasse

Betrei­ber Kin­tet­su Rail­way setzt damit einen neu­en Stan­dard in der Welt der Limi­ted-Express-Züge, die in Japan nach dem Shink­an­sen die zweit­schnells­te Zug­klas­se dar­stel­len und eben­falls grös­se­re Städ­te mit­ein­an­der ver­bin­den. Vie­le die­ser Express­zü­ge bie­ten jedoch bei Wei­tem nicht den Kom­fort der Hoch­ge­schwin­dig­keits­zü­ge an. Denn nicht alle Betrei­ber im Land haben die finan­zi­el­len Mit­tel, um die Aus­stat­tung ihrer Limi­ted-Express-Züge stets auf dem neu­es­ten Stand zu halten. 

Mit dem Hino­to­ri, des­sen Innen­aus­stat­tung mit einem Shink­an­sen ver­gleich­bar ist, ver­sucht Kin­tet­su Rail­way die­ses Image nun nach­hal­tig zu ändern. Er ist das neue Aus­hän­ge­schild die­ses pri­va­ten Bahn­be­trei­bers, der die wirt­schaft­lich wich­ti­gen Regio­nen Osa­ka, Kyo­to, Nara und Nago­ya abdeckt. Das Herz­stück die­ses Netz­werks ist ohne Zwei­fel die Hino­to­ri-Limi­ted-Express-Ver­bin­dung zwi­schen Osa­ka und Nago­ya. 2 Stun­den 8 Minu­ten dau­ert die­se Fahrt mit ledig­lich vier Zwi­schen­hal­ten. Sie steht damit in direk­ter Kon­kur­renz mit dem Toka­i­do-Shink­an­sen, der eben­falls zwi­schen Nago­ya und Osa­ka verkehrt.

In gol­de­ner Far­be sieht man die Hino­to­ri-Limi­ted-Express-Stre­cke zwi­schen Nago­ya und Osa­ka. Kin­tet­su Railway
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