Gyo­za mit Curry

Seit 2009 schrei­be ich die­sen Blog. Über 4500 Arti­kel haben sich so ange­sam­melt. In die­ser Serie stel­le ich einen über­ar­bei­te­ten und aktua­li­sier­ten Bei­trag aus die­sem Archiv vor. Der fol­gen­de Arti­kel erschien am 18. Novem­ber 2017.

Asi­en­spie­gelGyo­za mit Cur­ry bei Miyo­shi­no Sapporo.

AUS DEM ARCHIV – Das Ange­bot auf der Spei­se­kar­te wirkt auf den ers­ten Blick viel­fäl­tig, doch letzt­end­lich ist es eigent­lich stets das­sel­be: die japa­ni­sche Teig­ta­sche Gyo­za in Kom­bi­na­ti­on mit dem japa­ni­schen Cur­ry-Rice. Ich bestel­le das Miyo­shi­no no mori Cur­ry mit einem pochier­ten Ei. Nach weni­gen Minu­ten ser­viert mir die Kell­ne­rin das Gericht: ein gros­ser Tel­ler Reis, viel Cur­ry-Sau­ce und oben­drauf sechs Stück Gyo­za. 597 Yen kos­tet die­se gross­zü­gi­ge Por­ti­on, die lecker schmeckt und Ener­gie für einen ganz Tag schenkt.

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Die Geschich­te des Miyoshino

Asi­en­spie­gelViel Gyo­za und Cur­ry: Die Kar­te bei Miyo­shi­no Sapporo.

Das Restau­rant, in dem ich geges­sen habe, nennt sich Miyo­shi­no Sap­po­ro. Es reiht sich ein in die Tra­di­ti­on der japa­ni­schen Fast­food-Restau­rants wie Yoshi­noya oder Sukiya (Asi­en­spie­gel berich­te­te), wo alles güns­tig, reich­hal­tig und schnell sein muss. Das Inte­ri­eur ist eben­so schlicht. Man sitzt ent­we­der an einem Tre­sen oder mit ande­ren Gäs­ten an einem u-för­mi­gen Tisch.

Doch einen klei­nen Unter­schied gibt es zu Yoshi­noya. Das Miyo­shi­no gibt es ein­zig auf der Nord­in­sel Hok­kai­do. 1967 wur­de der ers­te Able­ger in der Ein­kaufs­stras­se Tanu­ki­kōji in der Haupt­stadt Sap­po­ro eröff­net. Bis heu­te exis­tiert die­ser unschein­ba­re ers­te Laden. Damals war es ein Restau­rant, das sich ganz auf Gyo­za spe­zia­li­sier­te. Die Spei­se war in Hok­kai­do kon­kur­renz­los und so war Miyo­shi­no bald schon auf der gan­zen Nord­in­sel prä­sent. 1977 kam schliess­lich Cur­ry-Rice hin­zu. Die Kom­bi­na­ti­on der bei­den Klas­si­ker war so ein­zig­ar­tig, dass Gyo­za-Cur­ry beson­ders unter den Sala­ry­men, Schü­lern und Stu­den­ten sofort ein­schlug. Miyo­shi­no wur­de zum Restau­rant für die Män­ner mit dem gros­sen Appe­tit. In den 1980ern konn­te man in den Super­märk­ten sogar Gyo­za von Miyo­shi­no kaufen.

Eine klei­ne Zeitreise

Asi­en­spie­gelDas Miyo­shi­no in der Ein­kaufssstras­se Tanu­ki­kōji in Sapporo.

Das waren die gol­de­nen Zei­ten. In den letz­ten Jahr­zehn­ten wur­de die Kon­kur­renz grös­ser. Heu­te besitzt Miyo­shi­no Sap­po­ro noch 26 Able­ger, wobei sich der Gross­teil in Sap­po­ro befin­det. Ein Besuch im ers­ten Miyo­shi­no fühlt sich wie eine Zeit­rei­se ins Japan der Boom-Jah­re an. Das Inte­ri­eur ver­sprüht die Atmo­sphä­re einer ande­ren Epo­che. Die Kund­schaft ist eben­falls schon in etwas höhe­rem Alter. Sie sind mit die­sem Restau­rant gross gewor­den. Es sind die­se Ele­men­te, die Miyo­shi­no Sap­po­ro bei einer Hok­kai­do-Rei­se zu einem emp­feh­lens­wer­ten Aus­flug machen, sofern man ein Fan von Gyo­za und Cur­ry-Rice ist.

Asi­en­spie­gelEine gross­zü­gi­ge Portion.

Der Stand­ort des besuch­ten Miyoshino


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