Die öffent­li­che Toi­let­te der Zukunft

Kugel­rund: Die «Hi Toi­let» von Kazoo Sato. Sato­shi Naga­re / The Nip­pon Foundation

Tokio ver­wan­delt die öffent­li­che Toi­let­te in eine Sehens­wür­dig­keit. Im August 2020 wur­de das Pro­jekt «Tokyo Toi­let» lan­ciert. Seit­her ent­ste­hen im Bezirk Shi­bu­ya hoch­mo­der­ne Toi­let­ten­an­la­gen, kon­zi­piert von renom­mier­ten Desi­gnern und Archi­tek­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te), wie die Prit­z­ker-Preis­­trä­ger Tadao Ando, Toyo Ito, Shi­ge­ru Ban und Fumi­hi­ko Maki. Anstatt lieb­lo­se, dre­cki­ge Orte fin­det man nun archi­tek­to­ni­sche Kunst­wer­ke vor, die man nicht mei­den, son­dern auf­su­chen möchte. 

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Die Toi­let­ten­an­la­ge «Won­der­wall» erin­nert mit ihren schnur­ge­ra­den Beton­wän­den an ein moder­nes Muse­um. Der­weil hat Archi­tekt Shi­ge­ru Ban zwei öffent­li­che WCs kre­iert, die im unbe­nutz­ten Zustand trans­pa­rent sind und trüb wer­den, sobald jemand, die Anla­ge benutzt. Wei­te­re Blick­fän­ge sind das kreis­för­mi­ge Haus von Tadao Ando oder die «schwe­ben­de» weis­se Box von Kashi­wa Sato.

Die kon­takt­lo­se Toilette

Die «Hi Toi­let» steht im Nana­go-Dori-Park im Bezirk Shi­bu­ya. Sato­shi Naga­re / The Nip­pon Foundation

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten sind so 12 sol­che Wer­ke ent­stan­den. Das neu­es­te Kind in die­ser Rei­he gehört zu den Schmuck­stü­cken die­ses Pro­jekts. Es ist das kom­plett frei­hän­dig bedien­ba­re WC «Hi Toi­let» von Kazoo Sato im Nana­go-Dori-Park. Sämt­li­che Funk­tio­nen wer­den per Sprach­be­fehl aus­ge­führt. Das Öff­nen der Türe, die Bedie­nung des Wash­let-Dusch-WCs, die Was­ser­spü­lung, die Hin­ter­grund­mu­sik und die Nut­zung des Wasch­be­ckens erfol­gen ohne phy­si­sche Bedie­nung (hier geht es zur offi­zi­el­len Seit mit Einführungsvideo). 

Kazoo Sato ver­weist auf das Bedürf­nis vie­ler Men­schen, die Berüh­rungs­punk­te an sol­chen Orten auf ein Mini­mum zu redu­zie­ren. Der Aspekt der Sau­ber­keit wird durch die weis­se Far­be unter­stri­chen. Die kugel­run­de Form ver­leiht eine futu­ris­ti­sche Atmo­sphä­re und hilft die Durch­lüf­tung zu opti­mie­ren. Die Idee zum «Hi Toi­let» wur­de vor der Coro­na-Kri­se gebo­ren, hat nun aber an Aktua­li­tät gewonnen. 

Der Unter­halt

Das Pro­jekt «Tokyo Toi­let» ist damit nicht abge­schlos­sen. Fünf wei­te­re Objek­te sol­len noch in die­sem Jahr eröff­net wer­den. Ein zusätz­li­cher wich­ti­ger Aspekt ist der Unter­halt die­ser moder­nen Anla­gen. Das regel­mäs­si­ge Rei­ni­gen ist essen­zi­ell, damit die Orte sau­ber, hygie­nisch und attrak­tiv blei­ben. Auf der offi­zi­el­len Web­site will man den Unter­halts­sta­tus regel­mäs­sig aktualisieren.

Ein­ge­bau­te Mikro­fo­ne ermög­li­chen die Sprach­be­feh­le. Sato­shi Naga­re / The Nip­pon Foundation
Ein ein­la­den­der Ein­gangs­be­reich. Sato­shi Naga­re / The Nip­pon Foundation
Sau­ber und geräu­mig: Im Innern der «Hi Toi­let». Sato­shi Naga­re / The Nip­pon Foundation

Der Stand­ort der Toilette


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