Der letz­te Vul­kan­aus­bruch am Fuji

Seit 2009 schrei­be ich die­sen Blog. Über 4500 Arti­kel haben sich so ange­sam­melt. In die­ser Serie stel­le ich einen über­ar­bei­te­ten und aktua­li­sier­ten Bei­trag aus die­sem Archiv vor. Der fol­gen­de Arti­kel erschien am 27. März 2018.

Spu­ren von 1707: Auf der rech­ten Sei­te ist der gros­se Kra­ter gut sicht­bar. Asi­en­spie­gel

Der Fuji: Seit Jahr­hun­der­ten inspi­riert die­ser Vul­kan mit dem sym­me­tri­schen Kegel Maler, Poe­ten und Lite­ra­ten. Hoku­sais Far­b­­hol­z­­schnitt-Serie «Die 36 Ansich­ten auf den Fuji» aus dem 19. Jahr­hun­dert haben den Berg welt­be­rühmt und zum Wahr­zei­chen Japans gemacht (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Seit 2013 gehört der Fuji und sein Umland sogar zum UNESCO-Welt­erbe (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Weni­ger bekannt ist, dass der Fuji auf der Hang­sei­te der Prä­fek­tur Shi­zuoka einen wei­te­ren rie­si­gen Kra­ter besitzt, Hōeizan genannt. Das Gebil­de wirkt wie eine gigan­ti­sche Del­le auf die­sem sonst so per­fekt geform­ten Berg. Auch Hoku­sai ver­ewig­te die­sen Kra­ter auf einem sei­ner Farb­holz­schnit­te der 36 Ansich­ten des Fuji (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Ent­stan­den ist der Kra­ter beim vor­läu­fig letz­ten Aus­bruch des Fuji vor über 300 Jah­ren. Es war der 16. Dezem­ber 1707, etwas mehr als einen Monat nach dem ver­hee­ren­den Hōei-Erd­be­ben, als die Vul­kan­ak­ti­vi­tät begann. Erst am 6. Janu­ar 1708 kam der Berg wie­der zur Ruhe. Über die Regi­on leg­te sich eine dicke Schicht Vul­kan­asche. Selbst im 100 Kilo­me­ter ent­fern­ten Edo, dem heu­ti­gen Tokio, reg­ne­te es bis zu 4 Zen­ti­me­ter Asche. Das Ereig­nis von damals ist gut doku­men­tiert. Im dar­auf­fol­gen­den Jahr kam es am Fluss Saka­wa-Fluss, der bis nach Oda­wa­ra reicht, zu einer Hoch­was­ser-Kata­stro­phe. Es soll 90 Jah­re gedau­ert haben, bis sich die Reis­pro­duk­ti­on in der betrof­fe­nen Regi­on wie­der voll­stän­dig erholt hat­te. Der gros­se Sei­ten­kra­ter ist das Erbe jener Tage. Weil die Ereig­nis­se im Jahr Hōei 4 statt­fan­den, erhielt die­ser den Namen Mount Hōei (jap. Hōeizan).

Bes­se­re Katastrophenverhütung

Seit­her ist es ruhig geblie­ben am Fuji. Das ist nichts Unge­wöhn­li­ches. Immer wie­der tat sich wäh­rend meh­re­re Jahr­hun­der­te nichts, bis der Fuji von Neu­em erwach­te. Für Vul­kan­ex­per­ten ist es daher nur eine Fra­ge der Zeit, bis es zum nächs­ten Aus­bruch kommt. Bis dann will man vor­be­rei­tet sein. Hier­zu inves­tiert die Regie­rung seit eini­gen Jah­ren viel in Vor­her­sa­ge- und Mess­me­tho­den sowie in Not­fall­mass­nah­me. Denn ein Vul­kan­asche-Regen über Tokio hät­te Kon­se­quen­zen für die Gesund­heit der Ein­woh­ner, die Strom- und Was­ser­ver­sor­gung sowie für den Verkehr.


Film: Ansich­ten des Fuji

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