Die Neu­erfin­dung des Impe­ri­al Hotel

Das heu­ti­ge Impe­ri­al Hotel mit dem Tower dahin­ter. Goog­le Earth

Das Impe­ri­al Hotel in Tokio, das beim zen­tra­len Hibiya-Park gele­gen ist, zählt zusam­men mit dem Oku­ra (Asi­en­spie­gel berich­te­te) und New Ota­ni zu den «Drei Gros­sen Hotels» von Tokio. Von den Gosan­ke spricht man ehr­fürch­tig. Mit die­ser Bezeich­nung beschrieb man einst die drei Fami­li­en­zwei­ge der edo­zeit­li­chen Tokugawa-Herrscher-Dynastie. 

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Trotz sei­nes exzel­len­ten Rufes ist das Hotel in die Jah­re gekom­men. So stammt das heu­ti­ge 17-stö­cki­ge Haupt­ge­bäu­de aus dem Jahr 1970. Der neben­an ste­hen­de 31-stö­cki­ge Impe­ri­al Tower wur­de 1983 eröff­net. Inzwi­schen wirkt die­se Archi­tek­tur nicht mehr zeit­ge­mäss. Hin­zu kommt, dass in den ver­gan­ge­nen Jah­ren vie­le moder­ne Luxus­ho­tels ent­stan­den sind. Auch das legen­dä­re Oku­ra hat sich 2019 neu erfun­den (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Ein moder­nes Grandhotel

Mon­dän: So wird das neue Impe­ri­al Hotel aus­se­hen. Ate­lier Tsuyo­shi Tane Architects

Für das Impe­ri­al Hotel wird es daher Zeit für ein neu­es Kapi­tel. Bereits im März die­ses Jah­res kün­dig­te die Lei­tung an, bei­de Bau­ten voll­stän­dig zu erset­zen. 200 bis 250 Mil­li­ar­den Yen wird die­ses Pro­jekt kos­ten und eine Bau­zeit von meh­re­ren Jah­ren bean­spru­che. Nun hat das Hotel erst­mals das Design des künf­ti­gen Haupt­ge­bäu­des vor­ge­stellt. Ent­ste­hen wird ein palast­ar­ti­ges, stu­fen­för­mi­ges Gebäu­de mit der Atmo­sphä­re eines klas­si­schen Grand­ho­tels mit moder­nem Anstrich (sie­he Visua­li­sie­rung oben). Mit die­ser ein­zig­ar­ti­gen Bau­wei­se wird Tokio ein neu­es archi­tek­to­ni­sches Wahr­zei­chen erhal­ten. Ver­ant­wort­lich für die­sen Ent­wurf ist der 42-jäh­ri­ge japa­ni­sche Archi­tekt Tsuyo­shi Tane, der sein Büro in Paris hat. 

Die Bau­ar­bei­ten für die­ses Herz­stück sol­len 2031 begin­nen. Die Eröff­nung ist für 2036 geplant. Noch vor dem Haupt­ge­bäu­de wird der Impe­ri­al Tower ein neu­es Aus­se­hen erhal­ten. Des­sen Bau­ar­bei­ten wer­den 2024 begin­nen und sechs Jah­re dauern. 

Das legen­dä­re Gebäu­de von Lloyd Wright

Eine Post­kar­te des eins­ti­gen Impe­­ri­al-Hotels, das von Frank Lloyd Wright ent­wor­fen wur­de Wiki­me­dia CC

Archi­tekt Tsuyo­shi Tane knüpft mit sei­nem ori­gi­nel­len Ansatz für das Haupt­ge­bäu­de an die rei­che Geschich­te die­ses Hotels an, das stets den Anspruch hat­te, sich archi­tek­to­nisch vom Rest abzu­he­ben. Das ers­te Impe­ri­al Hotel wur­de 1890 erbaut. Japan, das sich damals in einer rasan­ten Moder­ni­sie­rungs­pha­se befand, woll­te ein reprä­sen­ta­ti­ves Luxus­ho­tel. Mit der Unter­stüt­zung der Regie­rung und des Kai­ser­hau­ses ent­stand ein ele­gan­tes Hotel im west­li­chen Stil, das 29 Jah­re lang Bestand haben soll­te. 1919 brann­te das Gebäu­de nie­der. Den Höhe­punkt erleb­te das Impe­ri­al Hotel mit dem Neu­bau von 1923, der vom ame­ri­ka­ni­schen Archi­tek­ten Frank Lloyd Wright ent­wor­fen wur­de. Es han­del­te sich um einen impo­san­ten Bau, der nicht nur das Gros­se Erd­be­ben am Eröff­nungs­tag, son­dern auch die Bom­bar­die­run­gen des Zwei­ten Welt­krie­ges über­stand. Die US-Armee beschlag­nahm­te das Gebäu­de bis 1952. In den Fol­ge­jah­ren wur­de es erwei­tert und 1970 schliess­lich durch den heu­te bestehen­den Bau ersetzt. 

Vom eins­ti­gen Pracht­bau von Frank Lloyd Wright wur­de übri­gens der gesam­te Ein­gangs­be­reich Stück für Stück abge­baut und im Frei­licht­mu­se­um Mei­ji Mura in Inu­y­a­ma in der Prä­fek­tur Aichi wie­der aufgebaut.

Der eins­ti­ge Ein­gangs­be­reich des Impe­ri­al Hotels steht heu­te im Frei­licht­mu­se­um Mei­ji Mura. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com
Das Impe­ri­al Hotel in Tokio heu­te. pic­tu­re cells / Shut​ter​stock​.com

Der Stand­ort des Impe­ri­al Hotel in Tokio


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