Das hek­ti­sche Jahresende

Der Shink­an­sen ist zur­zeit beson­ders gefragt. Iam­Doc­tor­Egg / Shut​ter​stock​.com

«Wenn nicht jetzt, wann dann?» – Die­ser Gedan­ke scheint zur­zeit den meis­ten Japa­nern durch den Kopf zu gehen. Es ist die Zeit des Jah­res­wech­sels und der Fami­li­en­zu­sam­men­künf­te. Von Kisei rush, dem hek­ti­schen Heim­rei­se­ver­kehr, ist dann auf Japa­nisch die Rede. Im ver­gan­ge­nen Jahr jedoch lau­te­te die For­de­rung der Behör­den «Stay Home». Die pri­va­ten und öffent­li­chen Fei­er­lich­kei­ten wur­den abge­sagt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). In die­sem Jahr ist alles anders. 

Janu­ar 2022 – Ich wün­sche allen ein fro­hes neu­es Jahr! Ein ganz spe­zi­el­ler Dank geht an alle Leser, die die­sen Blog mit einem Abo unter­stüt­zen.

Die Covid-19-Zah­len sind seit zwei Mona­ten tief. Vie­le las­sen sich die Heim­rei­se in die­sem Jahr nicht neh­men. Die Zah­len unter­strei­chen dies. Die Bahn­be­trei­ber ver­mel­de­ten am 29. und 30. Dezem­ber 2021 stark aus­ge­las­te­te Shink­an­sen. Teil­wei­se waren die Züge zu über 100 Pro­zent besetzt. Die Inlands­flü­ge von ANA und JAL waren eben­falls zu 90 Pro­zent gebucht. Auf den Auto­bah­nen kam es zu län­ge­ren Staus. Wer konn­te, liess sich zur Sicher­heit noch vor der Rei­se auf Covid-19 testen. 

Die letz­te Gelegenheit

Jis­hu­ku, die so dis­zi­pli­niert geleb­te Selbst­be­schrän­kung der Japa­ner in Zei­ten der Pan­de­mie, macht für ein­mal Pau­se. Nach zwei Jah­ren der Geduld ist der Wunsch, die Fami­lie zu tref­fen, zu gross. Vie­le betrach­ten die Heim­rei­se als die mög­li­cher­wei­se letz­te Gele­gen­heit für län­ge­re Zeit. Denn bereits türmt sich eine neue Coro­na-Wel­le auf. Die Omi­kron-Vari­an­te brei­tet sich auch in Japan lang­sam aber sicher aus. In immer mehr Prä­fek­tu­ren wer­den Omi­kron-Anste­ckungs­fäl­le gemel­det, deren Infek­ti­ons­quel­le nicht mehr fest­stell­bar sind. Die Covid-19-Fall­zah­len stei­gen seit einer Woche wie­der an, wenn auch noch auf ver­gleichs­wei­se tie­fem Niveau (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Trotz­dem hat die Regie­rung in die­sem Jahr auf eine «Stay Home»-Forderung ver­zich­tet. Pre­mier Fumio Kishi­da beschränk­te sich in einer Fern­seh­an­spra­che auf die Bit­te, die Hygie­ne­mass­nah­men gewis­sen­haft ein­zu­hal­ten. Und so droht, wie schon im Herbst 2020, eine hek­ti­sche Rei­se­tä­tig­keit aber­mals zu einem per­fek­ten Beschleu­ni­ger der Coro­na-Fall­zah­len zu werden.

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