Der kos­ten­lo­se Aus­blick auf Tokio

Der Wol­ken­krat­zer mit dem Dop­pel­turm ist der Sitz der Tokio­ter Metro­pol­re­gie­rung. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

Auf Eng­lisch trägt das Gebäu­de der Metro­pol­re­gie­rung der japa­ni­schen Haupt­stadt den umständ­li­chen Namen Tokyo Metro­po­li­tan Main Buil­ding No. 1, auf Japa­nisch nennt man es kurz Tokyo Tochō. Es han­delt sich um einen impo­san­ten Bau mit einem Dop­pel­turm. Die Form erin­nert an eine moder­ne Kathedrale. 

Janu­ar 2022 – Ich wün­sche allen ein fro­hes neu­es Jahr! Ein ganz spe­zi­el­ler Dank geht an alle Leser, die die­sen Blog mit einem Abo unter­stüt­zen.

Vie­le Japan-Rei­sen­de ken­nen die­sen Wol­ken­krat­zer, der sich mit­ten im Tokio­ter Bezirk Shin­juku befin­det (Asi­en­spie­gel berich­te­te), aus einem ganz ande­ren Grund. So besitzt das Tochō sowohl im Nord- wie auch im Süd­turm eine Aus­sicht­s­e­ta­ge, die kos­ten­los zugäng­lich ist. Im 45. Stock, auf einer Höhe von 202 Metern, hat man eine per­fek­te Aus­sicht auf die Stadt. An kla­ren Win­ter­ta­gen ist die Wahr­schein­lich­keit zudem hoch, dass man auch den Fuji zu Gesicht bekommt. 

Eine spe­zi­el­le Neujahrstradition

Die Dop­pel­tür­me des Tochō mit dem Fuji im Hin­ter­grund. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

Zu einem beson­de­ren Anzie­hungs­punkt wird das Hoch­haus jeweils am Neu­jahrs­mor­gen. Dann bie­tet die Aus­sicht­s­e­ta­ge bei guten Wet­ter­ver­hält­nis­sen einen frei­en Blick auf den ers­ten Son­nen­auf­gang des Jah­res. Die­ser Akt, der Glück brin­gen soll, wird auf Japa­nisch als Hatsu­hi­n­ode bezeich­net (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Und weil auch der Traum vom Fuji am Neu­jahrs­tag Glück besche­ren soll, ist das Tokio­ter Regie­rungs­hoch­haus mit dem frei­en Blick auf den höchs­ten und schöns­ten Berg des Lan­des der per­fek­te Ort, um das neue Jahr will­kom­men zu heissen. 

Seit 1995 wer­den hier­zu die Aus­sicht­s­e­ta­gen des Tochō in den frü­hen Mor­gen­stun­den des 1. Janu­ars geöff­net. Die Coro­na-Pan­de­mie führt in die­sem Jahr jedoch dazu, dass die­ses Ereig­nis erst­mals abge­sagt wer­den muss­te. Das Regie­rungs­hoch­haus blieb für Besu­cher geschlos­sen. Nun steht fest, dass am 1. Janu­ar 2022 die­ser früh­mor­gend­li­che Brauch ein wei­te­res Mal nicht durch­ge­führt wird. 

Die zwei­te Absage

Zwar hat sich die Lage in Tokio und im Rest des Lan­des dank anhal­tend tie­fer Covid-19-Fall­zah­len weit­ge­hend nor­ma­li­siert. Die Aus­sicht­s­e­ta­ge auf dem süd­li­chen Turm wur­de am 8. Novem­ber 2021 sogar wie­der eröff­net. Doch die Sor­ge vor einer sechs­ten Coro­na-Wel­le hat die Betrei­ber zu einer neu­er­li­chen Absa­ge gezwun­gen. Man wol­le in die­ser unge­wis­sen Zeit einen gefähr­li­chen Mas­sen­an­drang bei Son­nen­auf­gang ver­hin­dert, heisst es von offi­zi­el­ler Stel­le.

Statt­des­sen wird die Aus­sicht­s­e­ta­ge regu­lär von 8:30 bis 18:30 Uhr am Neu­jahrs­tag geöff­net sein. Maxi­mal 100 Per­so­nen dür­fen sich dann gleich­zei­tig im 45. Stock auf­hal­ten. Aus­ser­dem wird die Sicht auf den ers­ten Son­nen­auf­gang des Jah­res als Live­stream im Inter­net übertragen. 

Das einst höchs­te Gebäu­de Tokios

Das Tokyo Tochō war nach sei­ner Eröff­nung 1991 mit einer Höhe von 243 Metern und 48 Stock­wer­ken das höchs­te Gebäu­de der japa­ni­schen Haupt­stadt. Erst 2007 muss­te es die­sen Titel an den Tokyo Mid­town Tower abge­ben. Seit 2014 führt der Tor­ano­mon Hills Mori Tower mit 255 Metern die­se Rang­lis­te an (Asi­en­spie­gel berich­te­te).


Der Stand­ort des Regierungskomplexes


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