Kyu­bey: Ein Tokio­ter Klassiker

Ein Abend im Kyu­bey in Gin­za. hiro koba­shi / Flickr CC BY 2.0

Das Kyu­bey gehört zu den bekann­tes­ten Sushi-Restau­rants in Tokio. 1935 wur­de es von Hisa­ji Ima­da gegrün­det. Er gilt als der Erfin­der des Gunk­an­ma­ki, bei dem Sushi-Reis mit einem Nori-Algen­blatt umhüllt und anschlies­send mit Zuta­ten wie See­igel (Uni) oder Lachs­ro­gen (Iku­ra) gar­niert wird. Zahl­rei­che Sushi-Meis­­ter haben im Kyu­bey ihre Lehr­jah­re ver­bracht. Ein Erfolgs­re­zept die­ses Restau­rants, in dem bereits die drit­te Gene­ra­ti­on der Fami­lie Ima­da tätig ist, ist die Prä­senz in den berühm­tes­ten Hotels der Haupt­stadt. Im schi­cken Tokio­ter Ein­kaufs­vier­tel Gin­za ist der Haupt­sitz. Dane­ben gibt es Able­ger in renom­mier­ten Hotels wie dem New Ota­ni, Keio Pla­za Hotel (Asi­en­spie­gel berich­te­te) oder dem Oku­ra in Tokio (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Auch im Impe­ri­al Hotel in Osa­ka ist das Sushi-Restau­rant vertreten. 

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Die Kla­ge

Bei der Wahl der Lage geht das Kyu­bey kei­ne Kom­pro­mis­se ein und ist sogar bereit, dafür vor Gericht zu gehen. Als das Hotel Oku­ra 2018 sei­ne bei­den neu­en Hoch­häu­ser eröff­ne­te, kam es zu einem sol­chen Streit (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Das Kyu­bey, das im alten Gebäu­de an bes­ter Lage im Haupt­be­reich seit 1964 einen Able­ger führ­te, muss­te ohne die ver­spro­che­ne Kon­sul­ta­ti­on in den vier­ten Stock des neu­en Pres­ti­ge Tower umziehen. 

Das Pro­blem dabei ist, dass in die­sem Bereich haupt­säch­lich Ein­kaufs­lä­den zu fin­den sind. Die Füh­rung des Kyu­bey bezeich­ne­te dies als eine Ver­set­zung in eine Ecke des Hotels, die einer Ruf­schä­di­gung und Wert­min­de­rung gleich­kom­me. Ein wei­te­rer Vor­wurf war, dass das hotel­ei­ge­ne Sushi-Restau­rant Yama­za­to, das an einer gut sicht­ba­ren Lage im Heri­ta­ge Tower eröff­nen durf­te, mit die­sem Schritt bevor­zugt wür­de. 10 Mil­lio­nen Yen Scha­den­er­satz ver­langte das Kyu­bey.

Das Urteil

Nun hat das Bezirks­ge­richt in Tokio ein Urteil gefällt. Es weist die For­de­run­gen von Kyu­bey zurück. Für das Oku­ra habe es kei­ne ent­spre­chen­de ver­trag­li­che Pflicht gege­ben. Zudem hät­te selbst eine Kon­sul­ta­ti­on nicht unbe­dingt zu einem vom Kyu­bey gewünsch­ten Stand­ort geführt, so die Begrün­dung des Rich­ters. Damit endet ein mehr­jäh­ri­ger Streit. Aus­ge­zo­gen ist das Kyu­bey des­we­gen nicht. Immer­hin hat die­ser Gerichts­fall den posi­ti­ven Effekt, dass jetzt ganz Japan weiss, wo der Stand­ort des Kyu­bey im neu­en Hotel Oku­ra ist.


Der Stand­ort des Kyu­bey im Hotel Okura


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