Japan in der Omikron-Welle

Tokio Ende Dezem­ber 2021. Ned Snow­man / Shut​ter​stock​.com

Lan­ge war es ruhig in Japan, sehr ruhig sogar. In den ver­gan­ge­nen zwei Mona­ten hat­te sich sogar wie­der eine Nor­ma­li­tät ein­ge­pen­delt. Der Not­stand war seit Ende Sep­tem­ber vor­über. Ohne Lock­down, dafür aber mit frei­wil­li­ger Selbst­be­schrän­kung im All­tag, einer hohen Impf­be­reit­schaft, anhal­ten­der Mas­ken­dis­zi­plin und einem stren­gen Ein­rei­se­ver­bot schaff­te es Japan, die Covid-19-Zah­len fast auf ein Null-Niveau zu drücken. 

Janu­ar 2022 – Ich wün­sche allen ein fro­hes neu­es Jahr! Ein ganz spe­zi­el­ler Dank geht an alle Leser, die die­sen Blog mit einem Abo unter­stüt­zen.

Nun aber wird auch der Insel­staat vom Omi­kron-Stru­del erfasst. Ges­tern wur­den in sämt­li­chen Prä­fek­tu­ren Covid-19-Neu­an­ste­ckun­gen regis­triert. Am Frei­tag, 7. Janu­ar 2022, wur­den 6214 Neu­an­ste­ckun­gen gezählt, so vie­le wie seit Sep­tem­ber 2021 nicht mehr (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Ten­denz ist stei­gend. Momen­tan zählt das Land ledig­lich 91 Covid-19-Inten­siv­pa­ti­en­ten. Doch auch dies­be­züg­lich wer­den es wie­der jeden Tag mehr. 

Hohe Fall­zah­len in Okinawa

Die Rei­se­hek­tik der Neu­jahrs­ta­ge hat haupt­säch­lich zu die­ser Beschleu­ni­gung geführt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). In Oki­na­wa waren es wohl über­durch­schnitt­lich hohe Anste­ckungs­fäl­le in US-Stüt­z­­pun­k­­ten. Am Frei­tag wur­den allein in der Insel­prä­fek­tur 1414 Fäl­le bestä­tigt. Auch auf dem US-Stüt­z­­punkt Iwa­ku­ni in der Prä­fek­tur Yama­gu­chi ist das­sel­be Phä­no­men zu beob­ach­ten.

Auf­grund der Sicher­heits­al­li­anz unter­lie­gen die US-Armee­an­ge­­hö­­ri­gen nicht den strik­ten Ein­rei­se­re­geln Japans. Die Test- und Qua­ran­tä­ne­re­geln in den Stütz­punk­ten wur­den seit Sep­tem­ber weni­ger streng gehand­habt. Die US-Armee hat reagiert und eine gründ­li­che Umset­zung von Schutz­mass­nah­men angekündigt. 

Zurück im Quasi-Notstand

Die Restau­rants und Bars trifft es in Japans Not­stän­den am här­tes­ten. Asi­en­spie­gel

Gemäss japa­ni­schen Medi­en­be­rich­ten wird Pre­mier­mi­nis­ter Fumio Kishi­da noch heu­te Frei­tag für die Prä­fek­tu­ren Oki­na­wa, Yama­gu­chi, Hiro­shi­ma und womög­lich für wei­te­re Prä­fek­tu­ren den Qua­si-Not­stand aus­ru­fen (sie­he Kar­te unten). Damit kehrt Japan in eine Lage zurück, die sie am 30. Sep­tem­ber 2021 zuletzt ver­las­sen hat­te (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Der Qua­si-Not­stand ist die Vor­stu­fe zum Not­stand. Die Gou­ver­neu­re kön­nen damit für Gemein­de und Städ­te inner­halb ihrer Prä­fek­tur geziel­te Mass­nah­men zu Bekämp­fung der Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus erlas­sen. Zumeist wer­den die Öff­nungs­zei­ten für Restau­rant gekürzt und der nächt­li­che Alko­hol­aus­schank ver­bo­ten. Aus­ser­dem wird die Teil­neh­mer­zahl an Gross­ver­an­stal­tun­gen begrenzt. Ver­bun­den wer­den die­se Mass­nah­men stets mit der For­de­rung, den all­täg­li­chen Bewe­gungs­ra­di­us einzuschränken. 

Im Unter­schied dazu gel­ten bei einem Not­stand die Mass­nah­men für eine gan­ze Prä­fek­tur. Auf die­ser Stu­fe könn­ten zudem höhe­re Geld­stra­fen ver­hängt und Geschäf­te tem­po­rär geschlos­sen wer­den. Auf einen har­ten Lock­down mit umfas­sen­den Laden­schlies­sun­gen und einer Home­of­fice-Pflicht hat Japan jedoch stets verzichtet. 

Ein neu­es Werkzeug

Ein neu­es Werk­zeug in der Pan­de­mie-Bekämp­fung ist das «Vac­ci­ne Test Packa­ge». In die­sem Fall hät­ten nur noch geimpf­te oder getes­te­te Per­so­nen in Restau­rants oder an Gross­an­läs­se Zutritt. Auch Japan steht vor unge­wis­sen Pandemie-Wochen. 



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