Bisei: Japans Sternenhimmel-Dorf

Gegen die Licht­ver­schmut­zung: Die neu­en Stras­sen­lich­ter in Bisei. Pana­so­nic

Noch vor 100 Jah­ren war die Sicht auf den nächt­li­chen Ster­nen­him­mel eine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Heut­zu­ta­ge haben vie­le noch nie in ihrem Leben die Milch­stras­se erblickt. Durch die nächt­li­che Beleuch­tung der Metro­po­len die­ser Welt geht die Dun­kel­heit der Nacht ver­lo­ren. Die künst­li­chen Lich­ter ver­un­mög­li­chen es, selbst bei kla­ren Ver­hält­nis­sen einen Ster­nen­him­mel zu sehen. Die­se Licht­ver­schmut­zung stellt eine Gefahr für die Natur und die Gesund­heit der Tie­re und Men­schen dar (sie­he Video unten). 

Mai 2022 / Ohne Abon­nen­ten kein Asi­en­spie­gel: Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie zur Fort­set­zung die­ses Japan-Blogs bei.

Die NPO Inter­na­tio­nal Dark-Sky Asso­cia­ti­on (IDA) bemüht sich, mit der Emp­feh­lung von geziel­ten Mass­nah­men den nächt­li­chen Ster­nen­him­mel wie­der sicht­bar zu machen. Orte, denen dies erfolg­reich gelingt, erhal­ten eine offi­zi­el­les «Inter­na­tio­nal Dark Sky»-Label.

Japans ers­te Dark-Sky-Gemeinde

Die Milch­stras­se über Bisei. Bisei Astro­no­mi­c­al Observatory

Auch in Japan nimmt die­se Bewe­gung immer mehr an Fahrt auf. Im Novem­ber 2021 wur­de die japa­ni­sche Gemein­de Bisei, die seit 2005 zur Stadt Iba­ra­shi gehört, von der IDA mit dem Titel «Inter­na­tio­nal Dark Sky Com­mu­ni­ty» aus­ge­zeich­net, als ers­te Ort­schaft in ganz Asi­en. Nur schon der Name des 3800-Ein­woh­ner-Dor­fes, das sich auf einer Hoch­ebe­ne in der Prä­fek­tur Oka­y­a­ma befin­det, passt per­fekt zu die­ser Aus­zeich­nung. So bedeu­tet Bisei über­setzt «schö­ne Ster­ne». Die Bemü­hun­gen der Stadt rei­chen bis ins Jahr 1989 zurück, als das damals noch unab­hän­gi­ge Dorf eine Ver­ord­nung gegen die Licht­ver­schmut­zung erliess. 

Das nächt­li­che Bisei mit der neu­en neu­en Stras­sen­be­leuch­tung. Pana­so­nic

Seit­her hat sich der Ort schritt­wei­se der nächt­li­chen Dun­kel­heit ver­schrie­ben. 1993 ent­stand eine Stern­war­te und 2001 das «Bisei Space Guard Cen­ter». Der Hoshizora Park ist eine wei­te­re Anla­ge, um sich dem nächt­li­chen Ster­nen­him­mel zu wid­men. Seit 2018 gibt es die Anstren­gung, sämt­li­che Geträn­ke­au­to­ma­ten und Leucht­schil­der nach 22 Uhr aus­zu­schal­ten. 2020 lies­sen die Behör­den von Pana­so­nic ent­wi­ckel­te Stras­sen­lich­ter ein­bau­en, die eine war­me Farb­tem­pe­ra­tur auf­wei­sen, nicht mehr in den Him­mel abstrah­len und gleich­zei­tig die nächt­li­che Sicher­heit nicht beein­träch­ti­gen. Die­se Umstel­lung war der ent­schei­den­de Schritt für die «Dark Sky Community»-Auszeichnung durch die IDA. Ver­bun­den damit ist die Hoff­nung einen nach­hal­ti­gen Tou­ris­mus zu för­dern. Mit spe­zi­el­len Bil­dungs­pro­jek­ten soll zudem das Wis­sen um die Pro­ble­ma­tik der Licht­ver­schmut­zung geför­dert werden. 

Die zwei ande­ren «Dark Sky»-Orte in Japan

Bisei ist nicht die ers­te Stadt in Japan, die von der IDA aus­ge­zeich­net wur­de. Auch die Insel Kozu­shi­ma hat mit einer neu­en Stras­sen­be­leuch­tung viel gegen die Luft­ver­schmut­zung unter­nom­men und dafür 2020 den Titel Inter­na­tio­nal Dark Sky Park von der IDA erhal­ten. Der Irio­mo­te-Ishi­ga­ki-Natio­nal­park in der Prä­fek­tur Oki­na­wa besitzt bereits seit 2018 die­sen Sta­tus (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Bisei ist somit die ers­te Gemein­de auf den vier Haupt­in­seln Japans, die von der IDA zer­ti­fi­ziert wur­de und dies sogleich mit dem umfas­sen­de­ren Titel der «Inter­na­tio­nal Dark Sky Com­mu­ni­ty». Welt­weit haben erst 12 Gemein­den die­se Aner­ken­nung erhalten. 


Die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Bisei und Pana­so­nic für einen bes­se­ren Nachthimmel.
Das Pro­blem der Licht­ver­schmut­zung erklärt

Der Stand­ort von Bisei


Im Shop
Freiwilliges Abo
Mai 2022

Frei­wil­li­ges Abo

Die­ser Japan-Blog braucht heu­te Ihre Unterstützung.

ABONNENT WERDEN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN