Ein Shink­an­sen auf dem Meer

Am ver­gan­ge­nen Frei­tag, 7. Janu­ar 2021, fuhr ein Trans­port­schiff von der Prä­fek­tur Yama­gu­chi ent­lang der Küs­te der Prä­fek­tur Fuku­o­ka bis nach Omu­ra in der Prä­fek­tur Naga­sa­ki. Es war kei­ne all­täg­li­che 320 Kilo­me­ter lan­ge Fahrt. Auf dem Schiff befan­den sich für alle sicht­bar sechs brand­neue Shink­an­sen-Wagen. Es han­del­te sich um eine ers­te fer­tig­ge­stell­te Zug­gar­ni­tur des künf­ti­gen West-Kyus­hu-Shink­an­sen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Ein ein­zel­ner Wagen misst 25 Meter und ist 42 Ton­nen schwer.

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Die­ser nicht all­täg­li­che Trans­port zog vie­le Neu­gie­ri­ge an. Die Schnell­fäh­re Queen Beet­le bot sogar eine Son­der­fahrt an, um ganz nahe an die­sem Spek­ta­kel dabei zu sein. Ein beson­de­rer foto­gra­fi­scher Moment war, als das Trans­port­schiff unter der Brü­cke Saikai­ba­shi in die gros­se Omu­ra-Bucht fuhr. Die ers­te Shink­an­sen-Trans­port­fahrt ver­lief ohne Zwi­schen­fäl­le. In einem neu­en Bahn­de­pot in der Stadt Omu­ra lau­fen nun die Vor­be­rei­tun­gen für den Ein­satz der Shinkansen-Wagen. 

Eröff­nung im Herbst

Rot-weiss-schwarz: Das Design des West-Kyus­hu-Shin­k­an­­sen Kamo­me. JR Kyus­hu

Eröff­net wird die West-Kyus­hu-Shink­an­sen-Stre­cke (jp. Nishi-Kyūs­hū-Shin­k­an­­sen) im Herbst die­ses Jah­res. Dann wird der Shink­an­sen des Typs N700S, der auch auf der Toka­i­do- und San­yo-Stre­cke ver­kehrt, mit dem Fahr­plan­na­men Kamo­me zwi­schen der his­to­ri­schen Hafen­stadt Naga­sa­ki und Takeo-Onsen in der Prä­fek­tur Saga ver­keh­ren (sie­he Kar­te unten). Auf die­sem 66 Kilo­me­ter lan­gen Abschnitt wur­de eine neue Nor­mal­spur für den Shink­an­sen gebaut. Der ver­blei­ben­de 45,7 Kilo­me­ter Abschnitt zwi­schen Takeo-Onsen und Shin-Tosu, dem Ver­bin­dungs­ort an das bis­he­ri­ge Kyus­hu-Shin­k­an­­­sen-Netz, besitzt der­weil ledig­lich die schma­le­re Kap­spur. Für die Prä­fek­tur Saga wäre eine bau­li­che Anpas­sung zu teu­er gewe­sen. Zudem schei­ter­te die lang­jäh­ri­ge Ent­wick­lung eines neu­ar­ti­gen Shink­an­sen mit Umspur­tech­no­lo­gie an den Kos­ten und der Technik. 

Die Lücke auf der Shink­an­sen Strecke

In Takeo-Onsen wird man direkt auf den Shink­an­sen umstei­gen kön­nen. JR Kyus­hu

Dies bedeu­tet, dass von Takeo-Onsen über Shin-Tosu nach Haka­ta wei­ter­hin ein Express­zug zum Ein­satz kom­men wird. Die­ser wird nicht mehr Kamo­me, son­dern Relay Kamo­me heis­sen. Mit einem exakt ange­pass­ten Fahr­plan und einem Umstei­gen auf dem­sel­ben Bahn­steig in Takeo-Onsen hofft Bahn­be­trei­ber JR Kyus­hu den Zeit­ver­lust redu­zie­ren zu kön­nen. 1 Stun­de 20 Minu­ten wird die­se Fahrt von Haka­ta in Fuku­o­ka bis nach Naga­sa­ki künf­tig in Anspruch neh­men. Dies ist ein deut­li­cher Fort­schritt zur jet­zi­gen Fahr­zeit von rund 2 Stun­den. Ob die West-Kyus­hu-Rou­­­te jemals bis nach Shin-Tosu voll­endet wird, ist noch unklar. Übri­gens hat der Kyus­hu-Shin­k­an­­sen eine ähn­li­che Geschich­te hin­ter sich. 2004 wur­de zunächst der Süd­teil zwi­schen Kago­shi­ma und Yatsus­hiro eröff­net. Erst 2011 wur­de die Lücke mit der Inbe­trieb­nah­me des Nord­teils nach Haka­ta geschlossen.

Auf die­se Wei­se wur­den die neu­en Shink­an­sen trans­por­tiert. JR Kyus­hu

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