Uchi­ko: Eine male­ri­sche Kleinstadt

Seit 2009 schrei­be ich die­sen Blog. Über 4800 Arti­kel haben sich so ange­sam­melt. In die­ser Serie stel­le ich einen über­ar­bei­te­ten Bei­trag aus die­sem Archiv vor. Der fol­gen­de Arti­kel erschien am 21. Janu­ar 2019.

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Uchi­ko liegt in den Ber­gen der Prä­fek­tur Ehi­me, rund 40 Kilo­me­ter von der Gross­stadt Mats­u­y­a­ma ent­fernt. Die Klein­stadt mit ihren knapp 20’000 Ein­woh­nern ist ein gut gehü­te­tes Geheim­nis. Als ich an einem Sonn­tag im Mai in Uchi­ko bin, tref­fe ich nur weni­ge Tou­ris­ten an. Aus­län­di­sche Besu­cher ken­nen den Ort kaum. Für vie­le liegt er zu weit weg von der belieb­ten Gol­den Rou­te. Dabei besitzt Uchi­ko ein per­fekt erhal­te­nes his­to­ri­sches Vier­tel, das Zeu­gin einer längst ver­gan­ge­nen Boom-Zeit ist. 

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Denn Uchi­ko war bis zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts das Zen­trum der Wachs- und Ker­zen-Pro­duk­ti­on. Der Han­del blüh­te. Es ent­stan­den herr­schaft­li­che Stadt- und Han­dels­häu­ser. 1916 wur­de sogar ein Kabu­ki-Thea­ter mit 650 Zuschau­er­plät­zen eröff­net. Mit dem Ein­bruch der Nach­fra­ge nach Wachs geriet auch Uchi­ko in Ver­ges­sen­heit. Heu­te gibt es noch einen ein­zi­gen Ker­zen­her­stel­ler, der in der sechs­ten Gene­ra­ti­on die Geschäf­te führt. 

Der Nie­der­gang und das Wiedererwachen

In den 1970er-Jah­ren begann die Klein­stadt, die Häu­ser des his­to­ri­schen Vier­tels, deren Fas­sa­den eine unver­wech­sel­ba­re gel­be Far­be tra­gen und zumeist noch bewohnt sind, unter Denk­mal­schutz zu stel­len. In die­sem Rah­men wur­de 1985 auch das Kabu­ki-Thea­ter restau­riert und wie­der­eröff­net. Bis heu­te fin­den regel­mäs­sig Vor­stel­lun­gen statt. Der­weil muss­te das loka­le Kino 1967 schlies­sen, ist aber glück­li­cher­wei­se in sei­nem Urzu­stand bestehen geblie­ben. Auch dies­be­züg­lich gibt es Bemü­hun­gen, den Ort wiederzubeleben. 

Es gibt nur weni­ge Städ­te in Japan, die ihre his­to­ri­sche Bau­sub­stanz der­art lie­be­voll erhal­ten und zugleich so viel Natur in der Umge­bung zu bie­ten haben. Denn heu­te lebt Uchi­ko vor­nehm­lich von der Land­wirt­schaft. Maro­nen, Kaki, Shii­ta­ke-Pil­ze, Trau­ben, japa­ni­schen Bir­nen und Pfir­si­che wer­den hier ange­baut. Und selbst ein Stück Deutsch­land ist hier ver­tre­ten, mit der Gast­stät­te «Zum Schwar­zen Kei­ler», die von einem deutsch-japa­ni­schen Ehe­paar geführt wird. 

Ein­fach wun­der­schön: Die Alt­stadt von Uchi­ko. Asi­en­spie­gel
In Uchi­ko ste­hen noch über­all alte Stadt­häu­ser. Asi­en­spie­gel
Die Hon­ha­­ga-Resi­­denz war einst im Besit­zer einer Händ­ler­fa­mi­lie, die mit der Wachs­pro­duk­ti­on ein Ver­mö­gen ver­dien­te. Asi­en­spie­gel
Das Uchi­­ko-za ist ein kom­plet­tes Kabu­ki-The­a­­ter. Asi­en­spie­gel
Im Innern des Kabu­ki-The­a­­ters von Uchi­ko. Asi­en­spie­gel
Das Kino Asa­hi­kan wur­de 1926 eröff­net. Es ist seit 1967 im Dorn­rös­chen­schlaf. Asi­en­spie­gel
Das Alt­­stadt-Vier­­tel Yōkai­chi und Goko­ku. Asi­en­spie­gel
Es gibt nur weni­ge his­to­ri­sche Vier­tel in Japan, die so gut erhal­ten sind. Asi­en­spie­gel
Über­all stösst man auf alte Stadt­häu­ser. Asi­en­spie­gel

Der Stand­ort von Uchiko


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