Die gros­sen Nacht­sze­ne­ri­en in Japan

Ein Klas­si­ker: Blick auf die Bucht von Naga­sa­ki. Asi­en­spie­gel

In Japan gibt es die Nihon Sank­ei, die drei schöns­ten Sze­ne­ri­en des Lan­des. Gemeint sind die Land­schaf­ten von Miya­ji­ma, Amano­ha­sh­i­da­te und Matsushi­ma, die im Rei­se­buch des kon­fu­zia­ni­schen Gelehr­ten Shun­sai Haya­shi im 17. Jahr­hun­dert ver­ewigt wur­den. Ana­log dazu gibt es auch die Nihon Sanmei’en, «drei berühm­ten Gär­ten Japans», die sich in Kana­za­wa, Oka­y­a­ma und Mito befin­den (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Blick auf Hako­da­te. Asi­en­spie­gel

Schliess­lich ent­stan­den im 20. Jahr­hun­der­ten die Nihon San­dai Yakei, «die drei gros­sen Nacht­sze­ne­ri­en Japans». Es sind dies die nächt­li­chen Aus­sich­ten vom Berg Hako­da­te auf die Lich­ter der gleich­na­mi­gen Hafen­stadt in Hok­kai­do, vom Mayas­an auf Kobe und Osa­ka und vom Ina­say­a­ma auf die Bucht von Naga­sa­ki. Spä­tes­tens seit der Nach­kriegs­zeit sind die­se drei Orte unter die­sem Begriff all­ge­mein bekannt. Alle drei Städ­te fal­len durch ihre male­ri­sche Lage zwi­schen Berg und Meer auf. Zudem sind deren berühm­ten Aus­sichts­punk­te mit Seil­bah­nen mühe­los erreich­bar. Die unver­rück­ba­re Zuge­hö­rig­keit zu den Nihon San­dai Yakei ist ein Glücks­fall. Sie beschert den dreit Orten jähr­lich vie­le Touristen. 

Der Blick vom Mount Maya auf Kobe und Osa­ka. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

Die neu­en drei gros­sen Nachtszenerien

Die Sicht vom Sara­ku­ra­y­a­ma auf Kitakyus­hu. YUS­HENG HSU / Shut​ter​stock​.com

Die Ver­ei­ni­gung Yakei Con­ven­ti­on & Visi­tors Bureau hat es sich zur Auf­ga­be gemacht, den Begriff der «drei gros­sen Nacht­sze­ne­ri­en Japans» neu und fle­xi­bler zu defi­nie­ren. Seit 2015 kürt sie die Nihon Shin­san­dai Yakei, die «neu­en drei gros­sen Nacht­sze­ne­ri­en». Die Idee dahin­ter ist, dass alle Städ­te, die sich aktiv dar­um bemü­hen, die Chan­ce haben, in die Top-3 gewählt zu wer­den. Der Wett­be­werb fin­det alle drei Jah­re statt. 6010 Exper­ten tref­fen die Wahl. Die Ver­ei­ni­gung will mit die­ser Aus­zeich­nung den Tou­ris­mus für urba­ne, nächt­li­che Land­schaf­ten fördern. 

Auf den ers­ten Rang gewählt wur­de in die­sem Jahr die Indus­trie­stadt Kitakyus­hu, gefolgt von Sap­po­ro und dem Klas­si­ker Naga­sa­ki. Ins­be­son­de­re die Gewin­ne­rin mag in den Augen vie­ler eine Über­ra­schung sein. Kitakyus­hu, das Tor zur Süd­in­sel Kyus­hu, hat nicht unbe­dingt den Ruf, eine Schön­heit zu sein. Es ist jedoch gera­de die wil­de Mischung von Urba­ni­tät, Geschich­te, Indus­trie, Hän­ge­brü­cke, Berg, Bucht und Meer­enge, die der nächt­li­chen Aus­sicht vom Haus­berg Sara­ku­ra­y­a­ma den ers­ten Platz beschert hat. So gese­hen sorgt die Aus­zeich­nung der Nihon Shin­san­dai Yakei tat­säch­lich für fri­schen Wind.

Blick vom Mount Moi­wa in Sap­po­ro. Hananeko_​Studio / Shut​ter​stock​.com
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