Der etwas ande­re Shinkansen

Seit 2009 schrei­be ich die­sen Blog. Über 4800 Arti­kel haben sich so ange­sam­melt. In die­ser Serie stel­le ich einen über­ar­bei­te­ten Bei­trag aus die­sem Archiv vor. Der fol­gen­de Arti­kel erschien am 20. August 2018.

Der Mini-Shin­k­an­­sen von Shi­ko­ku. Asi­en­spie­gel

Seit 2016 der Hok­kai­do-Shink­an­sen eröff­net wur­de (Asi­en­spie­gel berich­te­te), sind drei der vier japa­ni­schen Haupt­in­seln ans Hoch­ge­schwin­dig­keits­zug-Netz ange­schlos­sen. Allein die­se Tat­sa­che ist für den Insel­staat eine tech­ni­sche Meis­ter­leis­tung. Ein­zig die kleins­te Haupt­in­sel Shi­ko­ku war­tet bis heu­te ver­geb­lich, obwohl seit 1969 Plä­ne für eine Stre­cke vor­lie­gen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Dem­nach soll­ten gleich zwei Shi­­ko­ku-Shin­k­an­­sen-Stre­­cken ent­ste­hen, die eine von Osa­ka über Tokushi­ma, Taka­matsu und Mats­u­y­a­ma bis nach Oita auf der Süd­in­sel Kyus­hu und die ande­re von Oka­y­a­ma auf der gröss­ten Haupt­in­sel Hons­hu über Taka­matsu bis nach Kochi im Süden von Shi­ko­ku. Rea­li­siert wur­de kei­ne die­ser Ver­bin­dun­gen. Stets stan­den die Kos­ten und die tech­ni­schen Her­aus­for­de­run­gen im Weg. Und so kam es, dass man ande­ren Shink­an­sen-Pro­jek­ten den Vor­zug gab. Dies führt dazu, dass Shi­ko­ku mit einem Limi­ted-Express-Zug­netz vor­lieb­neh­men muss. Schnel­ler kommt man auf der kleins­ten Haupt­in­sel nicht voran. 

In Shi­ko­ku nimmt man die­se Tat­sa­che mit Humor. So fährt auf der Yodo-Line ein Lokal­zug, der zumin­dest das Aus­se­hen eines Shink­an­sen hat, mit der typisch blau-weis­sen Far­be und der berühm­ten Nase der aller­ers­ten Bau­rei­he 0. Die Innen­aus­stat­tung die­ser Ein-Wagen-Kom­po­si­ti­on ist ganz in blau gehal­ten und mit zwei lan­gen Sitz­rei­hen aus­ge­stat­tet. Im hin­te­ren Bereich gibt es eine Vitri­ne, in der Modell­zü­ge aus­ge­stellt sind. Aus­ser­dem sind vier Sit­ze instal­liert, die tat­säch­lich ein­mal in einem Wagen der legen­dä­ren Bau­rei­he 0 (Asi­en­spie­gel berich­te­te) ver­wen­det wurden.

Fahrt durch eine wun­der­schö­ne Gegend

Die Innen­aus­stat­tung des Mini-Shin­k­an­­sen. Asi­en­spie­gel

In Japan wird er als «Hob­by-Zug» bezeich­net. Mit einer Höchst­ge­schwin­dig­keit von 85 km/​h könn­te man ihn auch als lang­sams­ten Shink­an­sen bezeich­nen. Am 15. März 2014 wur­de er fei­er­lich ein­ge­weiht, wie die Huf­fing­ton Post damals berich­te­te. Seit­her ver­kehrt der Mini-Shink­an­sen zwi­schen Uwa­ji­ma in der Prä­fek­tur Ehi­me via Eka­wa­sa­ki bis nach Kubo­ka­wa in der Prä­fek­tur Kōchi (hier geht es zum Fahr­plan).

Der Bahn­hof Eka­wa­sa­ki ist übri­gens der idea­le Aus­gangs­punkt für eine 40 Kilo­me­ter lan­ge Fahr­rad­tour ent­lang des pit­to­res­ken Shi­man­to-Flus­ses (Asi­en­spie­gel berich­te­te).


Der Stand­ort des Bahn­hofs Ekawasaki


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