Der Wie­der­auf­bau der Burg von Amagasaki

Seit 2009 schrei­be ich die­sen Blog. Über 4800 Arti­kel haben sich so ange­sam­melt. In die­ser Serie stel­le ich einen über­ar­bei­te­ten Bei­trag aus die­sem Archiv vor. Der fol­gen­de Arti­kel erschien am 24. August 2018.

Die neu auf­ge­bau­te Burg von Ama­ga­sa­ki. takase­fu­hi­to / Shut​ter​stock​.com

Die Stadt Ama­ga­sa­ki zählt über 450‘000 Ein­woh­ner. Tou­ris­ten legen hier aber kaum einen Halt ein. Das hat wohl damit zu tun, dass Ama­ga­sa­ki geo­gra­fisch genau zwi­schen den viel bekann­te­ren Gross­städ­ten Kobe und Osa­ka liegt und nicht wirk­lich vie­le Sehens­wür­dig­kei­ten bie­tet. In der Edo-Zeit (1603 bis 1868) hat­te der Ort eine wich­ti­ge­re Bedeu­tung. Ama­ga­sa­ki war die Haupt­stadt der gleich­na­mi­gen Pro­vinz Ama­ga­sa­ki. Die Stadt besass sogar eine eige­ne Burg. 1617 wur­de sie erbaut und exis­tier­te bis zum Ende der Edo-Zeit. 

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Unter der neu­en Regie­rung in Tokio, die die Moder­ni­sie­rung des Lan­des ein­läu­te­te, wur­den die Bur­gen schliess­lich auf­ge­ge­ben. Wie in so vie­len Orten des Lan­des riss man auch jene von Ama­ga­sa­ki als Relikt ver­gan­ge­ner Zei­ten ab. Das war 1873. Heu­te ist der ehe­ma­li­ge Burg­park Teil eines gros­sen Schulgeländes.

Ein Foto eines Mau­er­turms der ehe­ma­li­gen Burg von Ama­ga­sa­ki. Wiki­me­dia

145 Jah­re spä­ter kam es zur Wie­der­ge­burt die­ses his­to­ri­schen Bau­werks. Der Wie­der­auf­bau des ehe­ma­li­gen Haupt­turms der Burg wur­de 2017 in Angriff genom­men. 2019 war die Eröff­nung. Ent­stan­den ist ein 24 Meter hoher Haupt­turm mit fünf Stö­cken. Weil es am ursprüng­li­chen Ort kei­nen Platz hat­te, wur­de die neue Burg rund 300 Meter nord­west­lich der Ori­gi­nal­stät­te wie­der auf­ge­baut. Finan­ziert wur­de die­ses Pro­jekt, das 1 Mil­li­ar­de Yen kos­tet, von Aki­ra Abo. Mit dem Ver­kauf von Haus­halts­elek­tro­ge­rä­ten hat er ein Ver­mö­gen ver­dient. Sei­ne ehe­ma­li­ge Fir­ma ist heu­te Teil der Ket­te Edi­on.

Japans 12 Original-Burgen

Hime­ji-jō: Eine von 12 Bur­gen, die im Ori­gi­nal­zu­stand erhal­ten geblie­ben ist. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

Ama­ga­sa­ki erschafft sich damit eine attrak­ti­ve Sehens­wür­dig­keit. In Japan ist der Wie­der­auf­bau einer Burg aus tou­ris­ti­schen Grün­den übri­gens nichts Neu­es. Am Ende der Edo-Zeit gab es über 2000 Bur­gen, die zum Gross­teil abge­ris­sen wur­den. Erst im 20. Jahr­hun­dert und spe­zi­ell nach dem Zwei­ten Welt­krieg began­nen vie­le Städ­te und Dör­fer, die­se his­to­ri­schen Orte wie­der zu errich­ten. Und so kommt es, dass von den heu­te über 300 bestehen­den Bur­gen ledig­lich ein Dut­zend in ihrem his­to­ri­schen Ori­gi­nal­zu­stand erhal­ten geblie­ben sind (Asi­en­spie­gel berich­te­te).


Der Stand­ort der Burg von Amagasaki


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