Ein japa­ni­scher Zug in Blau-Gelb

Der char­man­te Bahn­hof Taka­­matsu-Chi­k­­ko mit einem eige­nen klei­ne Pub. Asi­en­spie­gel

Taka­­matsu-Koto­hi­­ra Den­ki Tets­udō ist ihr offi­zi­el­ler Name. Im Volks­mund spricht man von Koto­den. Es han­delt sich um eine pri­va­te Bahn­ge­sell­schaft, die in der Regi­on der Küs­ten­stadt Taka­matsu auf der klei­nen Haupt­in­sel Shi­ko­ku ope­riert. Drei Bahn­li­ni­en besitzt sie, wobei die Koto­hi­­ra-Line, die Taka­matsu mit der his­to­ri­schen Schrein­stadt Koto­hi­ra ver­bin­det, die wich­tigs­te ist. Sie ist 33 Kilo­me­ter lang und bedient 22 Sta­tio­nen. Eine Fahrt mit der Koto­den ist eine Sehens­wür­dig­keit für sich. Die klei­nen Bahn­hö­fe und die älte­ren Züge ver­set­zen den Pas­sa­gier in eine ande­re Zeit (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Die Koto­den-Bahn fährt auch am Sanu­ki-Fuji vor­bei. Asi­en­spie­gel

Nur schon der Kopfbahn­hof Taka­­matsu-Chi­k­kō mit dem wohl welt­weit kleins­ten Pub besitzt einen beson­de­ren Charme (sie­he Foto ganz oben). Der­weil bie­tet die Fahrt nach Koto­hi­ra einen wun­der­ba­ren Aus­blick auf den Berg Iinoy­a­ma, der wegen sei­ner Form auch als «Sanu­ki-Fuji» bezeich­net wird. Die aus dem Jahr 1927 stam­men­de End­sta­ti­on, der Bahn­hof Koto­­den-Koto­hi­­ra, ist ein idea­ler Aus­gangs­punkt für den Besuch von Shi­ko­kus berühm­tes­ten Schrein Kom­pi­ra­san (auch als Koto­hi­ra­gū bekannt) mit sei­nen über 1000 Trep­pen und der atem­be­rau­ben­den Aus­sicht auf die gesam­te Ebe­ne mit dem Sanuki-Fuji. 

Ein Zug in Blau-Gelb

Der neu gestal­te­te Koto­den-Wagen der Bau­rei­he 1200. Taka­­matsu-Koto­hi­­ra Elec­tric Railroad

In den ver­gan­ge­nen Tagen sorg­te die Bahn­ge­sell­schaft mit einer beson­de­ren Ges­te für Schlag­zei­len. So ver­kehrt seit dem 19. April 2022 ein Koto­den-Zug der Bau­rei­he 1200 in den blau-gel­ben Far­ben der Ukrai­ne. Der Betrei­ber drückt damit sei­ne Soli­da­ri­tät zu den Bahn­kol­le­gen im kriegs­ver­sehr­ten Land aus. «We stand with you. To the Ukrai­ni­an rail­way ope­ra­tors working to pro­tect people’s life», steht auf dem Wagen auf Eng­lisch geschrie­ben. Seit Aus­bruch des Kriegs ist die ukrai­ni­sche Bahn zu einem lebens­wich­ti­gen Ver­kehrs­mit­tel für Men­schen und Fracht gewor­den. Die Bahn­an­ge­stell­ten ris­kie­ren dabei täg­lich ihr Leben. Es war ein jun­ger Ange­stell­ter des Bahn­be­trei­bers, der die Idee zu die­ser Akti­on hatte. 

Die Hil­fe endet nicht bei die­ser sym­bo­li­schen Hand­lung. Koto­den plant sogar, Sou­ve­nirs für die­sen Son­der­zug zu ver­kau­fen. Der Erlös wird der Ukrai­ne gespendet. 

Wahr­zei­chen in Blau-Gelb

Die Burg von Kuma­mo­to in den ukrai­ni­schen Far­ben. Kuma­mo­to City

Japan zeigt sich seit Beginn des Aus­bruchs soli­da­risch mit der Ukrai­ne. Der Insel­staat hat zahl­rei­che Sank­tio­nen gegen Russ­land ver­hängt. Zudem wur­den in den Tagen und Wochen nach Aus­bruch des Kriegs ver­schie­de­ne japa­ni­sche Wahr­zei­chen in den Far­ben der Ukrai­ne beleuch­tet (Asi­en­spie­gel berich­te­te).


Der Stand­ort des Bahn­hofs Takamatsu-Chikkō


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