Neue Rei­se­re­geln und Ortsnamen

Trotz Erleich­te­run­gen: Die Ein­rei­se­pro­ze­dur nach Japan bleibt kom­pli­ziert. Ira­s­uto­ya

Seit Beginn der Pan­de­mie warn­te das japa­ni­sche Aus­sen­mi­nis­te­ri­um (gai­mus­hō 外務省) in sei­ner offi­zi­el­len Emp­feh­lung (kan­ko­ku 勧告) vor Aus­lands­rei­sen. Für die meis­ten Län­der galt die zweit­höchs­te Pan­de­mie-Warn­stu­fe 3 (kan­sens­hō kiken jōhō rebe­ru 感染症危険情報レベル). Nun ste­hen auch in Japan die Zei­chen auf Locke­rung. Für 106 Län­der hat die Regie­rung die­se War­nung auf die Stu­fe 2 her­ab­ge­setzt (hiki­sa­ge­ru 引き下げる). Somit wird nicht mehr aus­drück­lich von einer Rei­se ins Aus­land abge­ra­ten. Viel­mehr wird betont, dass man wei­ter­hin auf nicht nöti­ge und nicht dring­li­che (fuyō­fukyū 不要不急) Rei­sen (tokō 渡航) ver­zich­ten soll. 

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Zusätz­lich gab die Regie­rung im Rah­men die­ser Her­ab­stu­fung am 7. April 2022 bekannt, dass das Ein­rei­se­ver­bot (nyū­ko­ku kyohi 入国拒否) für die­se 106 Län­der for­mell auf­ge­ho­ben wer­de. Fak­tisch ändert sich mit die­sem Ent­scheid über­haupt nichts. Für die Ein­rei­se nach Japan ist wei­ter­hin die Aus­stel­lung eines Visums (sas­hō hak­kyū 査証発給) durch die japa­ni­sche Bot­schaft (nihon tais­hi­kan 日本大使館) not­wen­dig. Tou­ris­ten blei­ben aus­ge­schlos­sen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Feh­len­de Einnahmen

Das Aus­blei­ben der tou­ris­ti­schen Gäs­te aus dem Aus­land (hōni­chi­gai­ko­ku­jin ryo­kō­sha 訪日外国人旅行者) bleibt nicht ohne Fol­gen für die japa­ni­sche Wirt­schaft. Die Aus­ga­ben (shōhi­gaku 消費額) der Besu­cher – es waren haupt­säch­lich Fami­li­en­mit­glie­der von japa­ni­schen Staats­bür­gern und ande­re Per­so­nen, die aus aus­ser­or­dent­li­chen Umstän­den (toku­dan no jijō 特段の事情) mit einem Kurz­auf­ent­halts­vi­sum (tan­ki­tai­zai biza 短期滞在ビザ) ein­rei­sen durf­ten – sind in den letz­ten zwei Jah­ren regel­recht ein­ge­bro­chen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Doch es besteht Grund zur Hoff­nung, dass sich die Lage in den kom­men­den Mona­ten ver­bes­sern und die Grenz­kon­troll­mass­nah­men (mizu­gi­wa tais­a­ku 水際対策) gelo­ckert wer­den (kan­wa suru 緩和する). Immer­hin dür­fen seit März 2022 arbeits­tä­ti­ge und stu­die­ren­de Aus­län­der wie­der nach Japan ein­rei­sen, sofern sie ein Visum erhal­ten. Hier­zu hat Japan im April die Ober­gren­ze (jōgen 上限) der täg­li­chen Ein­rei­sen (ichi­ni­chi ata­ri no nyū­ko­kus­hasū 1日あたりの入国者数) von 7000 auf 10’000 erhöht (hiki­a­ge­ru 引き上げる). Die Regie­rung betont, dass sie den inter­na­tio­na­len (koku­sai­te­ki 国際的) Rei­se­ver­kehr (hito no ōrai 人の往来) stu­fen­wei­se (dan­kai­te­ki­ni 段階的に) erhö­hen möch­te (fuyasu 増やす) (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Sprach­li­che Anpassung

Nicht nur die Coro­na-Kri­se (coro­na­ka コロナ禍), son­dern auch die Lage in der Ukrai­ne (uku­rai­na jōsei ウクライナ情勢) beschäf­tigt Japan. Die Regie­rung in Tokio hat Russ­land bereits mit zahl­rei­chen Sank­tio­nen (sei­sai 制裁) belegt. Zusätz­lich nimmt sie eine sprach­li­che Anpas­sung vor. Die japa­ni­sche Bezeich­nung (kos­hō 呼称) der Orts­na­me (chi­mei 地名) der Ukrai­ne wur­den ange­passt (hen­kō suru 変更する). Die Les­art (yomi­ka­ta 読み方) basiert (moto­zu­ku 基づく) neu auf der ukrai­ni­schen Spra­che und nicht mehr auf der rus­si­schen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Ein Mini­markt für die Zukunft

Die Ent­völ­ke­rung der länd­li­chen Gegen­den schrei­tet vor­an. Ira­s­uto­ya

Eine hoff­nungs­vol­le Geschich­te spielt sich der­weil in Kito auf der kleins­ten japa­ni­schen Haupt­in­sel Shi­ko­ku ab. Der Ort ist bekannt für sei­ne Natur. Die regio­na­le Spe­zia­li­tät (tokus­an­hin 特産品) ist der Anbau der Zitrus­frucht Yuzu. Das Dorf gilt als gen­kais­hūra­ku (限界集落), als eine Sied­lung mit einer mehr als 50-pro­zen­ti­gen Anteil (kahan­sū 過半数) über 65-Jäh­ri­ger. Um gegen die Ent­völ­ke­rung (kaso 過疎) etwas zu unter­neh­men und die­se länd­li­che Regi­on zu bele­ben (chi­hō sōsei 地方創生), wur­de ein beson­de­res Pro­jekt gestar­tet. 2020 wur­de mit­ten im Dorf ein Mini­markt (コンビニ) eröff­net, der her­aus­ra­gen­des Design (sugu­r­eta dezain 優れたデザイン) und die Zukunft (mirai 未来) in den Mit­tel­punkt stellt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).


Das Voka­bu­lar in der Übersicht

  • 外務省(がいむしょう) | das Aussenministerium
  • 感染症(かんせんしょう) | die Infektionskrankheit
  • 危険情報(きけんじょうほう) | die Gefahreninformation
  • レベル | das Level, die Stufe
  • ()(さげ)げる | sen­ken, reduzieren
  • 勧告(かんこく) | (admi­nis­tra­ti­ve) Emp­feh­lung, Ratschlag
  • 不要不急(ふようふきゅう) | nicht not­wen­dig und nicht dringend
  • 渡航(とこう) | die Überseereise
  • 入国拒否(にゅうこくきょひ) | die Einreiseverweigerung
  • 査証(さしょう) | das Visum (auch: ビザ)
  • 発給(はっきゅう) | Aus­stel­len eines Dokuments
  • 日本大使館(にほんたいしかん) | die japa­ni­sche Botschaft
  • 訪日(ほうにち) | der Besuch in Japan
  • 訪日外国人旅行者(ほうにちがいこくじんりょこうしゃ) | die aus­län­di­schen Rei­sen­den in Japan
  • 消費(しょうひ) | der Ver­brauch, der Konsum
  • (がく) | der (Geld-)Betrag, die Menge
  • 特段(とくだん)事情(じじょう)| der aus­ser­ge­wöhn­li­che Umstand
  • 短期滞在(たんきたいざい) | der Kurzaufenthalt
  • 短期滞在(たんきたいざい)ビザ| das Kurz­auf­ent­halts­vi­sum (max. 90 Tage in Japan)
  • 水際対策(みずぎあわたいさく) | die Grenzkontrollmassnahmen
  • 緩和(かんわ)する | mil­dern, erleichern
  • 一日(いちにち)あたりの入国者数(にゅうこくしゃすう) | die Anzahl Ein­rei­sen­de pro Tag
  • ()()げる | erhö­hen, heraufsetzen
  • 国際的(こくさいてき) | international
  • (ひと)往来(おうらい) | das Kom­men und Gehen, der Reiseverkehr
  • 段階的(だんかいてき)に | stu­fen­wei­se, phasenweise
  • ()やす | ver­meh­ren, ver­grös­sern, erhöhen
  • コロナ() | die Corona-Krise
  • 情勢(じょうせい) | die Lage, die Situation
  • 制裁(せいさい) | die Sanktionen
  • 呼称(こしょう) | die Bezeichnung
  • 地名(ちめい) | der Ortsname
  • 変更(へんこう)する | ändern, anpas­sen, überarbeiten
  • ()(かた) | die Lesart
  • (もと)づく | basie­ren auf, beru­hen auf
  • 特産品(とくさんひん) | die regio­na­le Spezialität
  • 限界集落(げんかいしゅうらく) | die Sied­lung mit einer Mehr­heit an über 65-Jährigen
  • 過疎(かそ) | die Entvölkerung
  • 過半数(かはんすう) | die Mehrheit
  • 地方創生(ちほうそうせい) | die Bele­bung / Revi­ta­li­sie­rung des Landes
  • コンビニ | der Mini­markt (Abk.)
  • (すぐ)れた | aus­ge­zeich­net, hervorragend
  • デザイン | das Design
  • 未来(みらい) | die Zukunft

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