Die male­ri­sche Bahnstrecke

Die JR-Tada­mi-Linie im Som­mer. Saka­rin Sawas­dina­ka / Shut​ter​stock​.com

Die 1928 eröff­ne­te JR-Tada­­mi-Linie ver­bin­det Aizu-Waka­­matsu in der Prä­fek­tur Fuku­shi­ma mit dem länd­li­chen Bahn­hof Koide in der Prä­fek­tur Niiga­ta. 135 Kilo­me­ter lang ist die­se ein­spu­ri­ge Bahn­stre­cke, die für vie­le zu den schöns­ten Japans gehört. Impo­san­te Land­schaf­ten, Wäl­der, Schluch­ten, Flüs­se, Brü­cken, Ber­ge und abge­le­ge­ne Sied­lun­gen des Aizu-Hin­ter­lan­des sind Teil die­ser male­ri­schen Sze­ne­rie. Die ver­schie­de­nen Jah­res­zei­ten kom­men hier beson­ders schön zum Aus­druck. Eine Pan­ora­ma­aus­sicht auf die Tada­mi­ga­wa-Brü­cke Num­mer 1 gehört sogar zu bekann­tes­ten Foto­mo­ti­ven unter den japa­ni­schen Zug-Fans (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Wun­der­schön: Die Tada­mi­ga­wa-Brü­cke 1 im Win­ter. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

Dass es die Linie über­haupt noch gibt, ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Im Juli 2011 zer­stör­ten star­ke Regen­fäl­le Glei­se und meh­re­re Brü­cken. Infol­ge­des­sen war der 27 Kilo­me­ter lan­ge Abschnitt zwi­schen Aizu-Kawa­gu­chi und Tada­mi nicht mehr befahr­bar. Statt­des­sen kamen auf die­sem Zwi­schen­ab­schnitt Bus­se zum Ein­satz. Lan­ge war nicht klar, ob die zer­stör­te Stre­cke jemals wie­der in Betrieb genom­men wer­den wür­de. Zu spär­lich besie­delt ist das betrof­fe­ne Gebiet, um gewinn­brin­gend zu wirtschaften.

Die Wie­der­eröff­nung

Die Stre­cke und der unter­bro­che­ne Abschnitt. Hksn127 / Wiki­me­dia CC BY-SA 4.0

Die loka­le Bevöl­ke­rung setzt sich jedoch aktiv für den Wie­der­auf­bau ein. Vor vier Jah­ren wur­den schliess­lich die Bau­ar­bei­ten auf­ge­nom­men. 9 Mil­li­ar­den Yen kos­te­te die­ses Pro­jekt, das bald voll­endet ist und von der öffent­li­chen Hand finan­ziert wird. Betrei­ber JR East hat bekannt­ge­ge­ben, dass der Abschnitt am 1. Okto­ber 2022 wie­der­eröff­net wer­de. Damit wird die JR-Tada­mi-Linie nach 11 Jah­ren wie­der durch­ge­hend befahr­bar sein. 

Eine Inves­ti­ti­on in die Zukunft

Die Tada­mi-Linie ver­bin­det zahl­rei­che Sied­lun­gen. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

Zukünf­tig wird JR East aus­schliess­lich für den Betrieb der Züge zustän­dig sein. Den Unter­halt der Glei­se und Bahn­hö­fe über­neh­men der­weil die Prä­fek­tu­ren. Es ist ein Modell, das sich in den länd­li­chen Gegen­den zuneh­mend durch­setzt. Jōge­b­un­ri­hōs­hi­ki (上下分離方式) nennt sich die­ses Prin­zip der Tren­nung von Schie­nen­netz und Fahr­be­trieb. Indem die öffent­li­che Hand sich finan­zi­ell enga­giert, kön­nen so loka­le Bahn­li­ni­en geret­tet werden. 

Für die Gemein­den ent­lang der Tada­mi-Linie ist dies nicht ohne Risi­ko. Jähr­lich wer­den sie 300 Mil­lio­nen Yen für den Unter­halt der Stre­cke gemein­sam auf­wen­den müs­sen. Die Hoff­nung ist jedoch gross, dass sich die­se Inves­ti­ti­on aus­zahlt. Immer­hin lockt die JR-Tada­mi-Linie jähr­lich vie­le Tou­ris­ten an. Die Bahn­stre­cke wird als Herz­stück einer Revi­ta­li­sie­rung der regio­na­len Wirt­schaft angesehen.

Die Tada­mi-Linie im Herbst Foto: Depo​sit​pho​tos​.com
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