Shu­ri-Burg: Der bal­di­ge Wiederaufbau

Die Sei­den- (rechts) und die Hoku­den-Hal­le (links) der Shu­ri-Burg vor dem Brand. . Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

Am 31. Okto­ber 2019 brann­te die Sei­den-Haupt­hal­le der his­to­ri­schen Shu­­ri-Burg in Naha kom­plett nie­der (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Wei­te­re sechs Neben­ge­bäu­de wur­den eben­falls zer­stört. Durch das Feu­er, das durch einen Kurz­schluss ver­ur­sacht wur­de, gin­gen schät­zungs­wei­se 400 his­to­ri­sche Objek­te, die in der Burg lager­ten, ver­lo­ren. Oki­na­wa ver­lor ein his­to­ri­sches Wahrzeichen. 

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Die Anteil­nah­me in den Wochen danach war rie­sig. Allein durch das staat­li­che Steu­er­spen­den-Pro­gramm Furu­sa­to Nōzei wur­den 941 Mil­lio­nen Yen gesam­melt. Ins­ge­samt kamen in den ver­gan­ge­nen zwei­ein­halb Jah­ren 5,5 Mil­li­ar­den Yen an Spen­den zusammen. 

Die Sei­­den-Haupt­hal­­le der Shu­­ri-Burg vor dem Brand. Dane­ben die eben­falls zer­stör­te Nan­den-Hal­le. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

Dank zusätz­li­cher Unter­stüt­zung des Staa­tes ist die rund 12 Mil­li­ar­den Yen teu­re Finan­zie­rung gesi­chert und die Pla­nung für den Wie­der­auf­bau der zen­tra­len, drei­stö­cki­gen Sei­den-Hal­le weit vor­an­ge­schrit­ten. Anläss­lich des 50-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums der Rück­ga­be Oki­na­was an Japan gab Pre­mier Fumio Kishi­da bekannt, dass mit der Grund­stein­le­gung zur zen­tra­len Sei­den-Hal­le am 3. Novem­ber 2022 begon­nen wer­de. Die Bau­ar­bei­ten wer­den vier Jah­re in Anspruch neh­men. Auch der Wie­der­auf­bau der ande­ren zer­stör­ten Gebäu­de wer­de zügig vor­an­ge­trie­ben, ver­sprach Kishida. 

Eine tur­bu­len­te Geschichte

Die Shu­­ri-Burg vor dem Brand. Matsuo Sato / Shut​ter​stock​.com

Die Shu­ri-Burg ist wich­ti­ges Kul­tur­gut. Bis zur Ein­ver­lei­bung Oki­na­was durch Japan (Asi­en­spie­gel berich­te­te) war sie das Macht­zen­trum des Ryūkyū-König­reichs. 2019 war nicht die ers­te Zer­stö­rung die­ses Bau­werks. Bereits 1453, 1606 und 1709 brann­te es ab. Der Wie­der­auf­bau nahm jeweils über 10 Jah­re in Anspruch. 1925 wur­de die in die Jah­re gekom­me­ne Haupt­hal­le als Kul­tur­schatz aner­kannt. In den 1930er-Jah­­ren wur­de eine auf­wen­di­ge Restau­rie­rung vor­ge­nom­men. Das Resul­tat die­ser Arbeit hielt jedoch nicht lan­ge an. In der Schlacht von Oki­na­wa wur­de die Burg aber­mals zerstört. 

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­de ein Teil der Burg­an­la­ge zum Uni­ver­si­täts­ge­län­de umfunk­tio­niert. 1958 rekon­stru­ier­te man in einem ers­ten Schritt das Ein­gangs­tor Shu­rei­mon (Asi­en­spie­gel berich­te­te), das den Brand von 2019 glück­li­cher­wei­se über­stan­d. Ab 1992, zwan­zig Jah­re nach der Rück­ga­be Oki­na­was an Japan, wur­de die pit­to­res­ke Haupt­hal­le mit ihren Neben­ge­bäu­den ori­gi­nal­ge­treu wie­der­auf­ge­baut. Im Jahr 2000 wur­de das Burg­are­al zum UNESCO-Welt­­ku­l­­tur­er­­be erklärt. 

Vir­tu­el­ler Rundgang

Wer mehr über die Shu­ri-Burg wis­sen möch­te, dem emp­feh­le ich den vir­tu­el­len Rund­gang von Goog­le Arts & Cul­tu­re. Die­ser ermög­licht einen leben­di­gen Ein­blick in die Burg­an­la­ge vor und nach dem Feuer. 


Pre­mier Kishi­da besucht die Burg


Der Stand­ort der Shuri-Burg


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