Die Jah­res­zeit der Feste

Das Gion-Fes­ti­val von Kyo­to in der Vor-Coro­na-Zeit. Dama­da / Shut​ter​stock​.com

Die Mats­u­ri, die jähr­lich wie­der­keh­ren­den loka­len Tra­di­ti­ons­fes­te, sind ein wich­ti­ger Bestand­teil der japa­ni­schen Kul­tur. Zumeist, aber nicht immer, steht ein shin­tois­ti­scher Schrein oder ein bud­dhis­ti­scher Tem­pel im Zen­trum die­ser Fest­lich­kei­ten. Es wird getanzt, gefei­ert, es gibt Para­den mit rie­si­gen Umzugs­wa­gen und natür­lich gibt es wäh­rend der Mats­u­ri immer viel zu essen. Man­che, wie das Gion-Mats­u­ri in Kyo­to, dau­ern einen gan­zen Monat, ande­re einen kur­zen Tag. 

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Bei den einen Mats­u­ri klei­den sich die Teil­neh­mer tra­di­tio­nell fest­lich, füh­ren alte Tän­ze und Bräu­che vor, an ande­ren Orten ren­nen sie nackt um einen Tem­pel her­um (Asi­en­spie­gel berich­te­te) oder ehren das männ­li­che Geschlecht (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Dane­ben gibt auch vie­le his­to­ri­sche und moder­ne Volks­fes­te, die in kei­nem Zusam­men­hang mit einer Reli­gi­on ste­hen. Die Mats­u­ri-Kul­tur erlebt ihren Höhe­punkt jeweils im Som­mer, wenn prak­tisch täg­lich irgend­wo im Land gefei­ert wird. 

Die Rück­kehr vie­ler Festivals

Das Aom­ori Nebu­ta Fes­ti­val im Jahr 2018. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

Die Coro­na-Kri­se hat in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren die meis­ten gros­sen Mats­u­ri zur Absa­ge gezwun­gen. Zu gross war die Infek­ti­ons­ge­fahr für die Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen. Im drit­ten Pan­de­mie-Jahr scheint nun ein gros­ses Stück Nor­ma­li­tät zurückzukehren. 

Gemäss NHK News wer­den etwas mehr als zwei Drit­tel der ange­frag­ten Fes­ti­vals ihre Akti­vi­tä­ten wie­der auf­neh­men. Dazu gehö­ren auch das Gion-Fes­ti­val in Kyo­to, das Ten­jin-Mats­u­ri in Osa­ka oder auch das oben erwähn­te Nebu­ta Fes­ti­val in Aom­ori. Ganz ohne Ein­schrän­kun­gen wird es auch die­ses Jahr nicht gehen. In Osa­ka wer­den bei­spiels­wei­se nur halb so vie­le Teil­neh­mer an den Para­den zu sehen sein. Zudem wer­den der Fluss­um­zug mit den 100 Boo­ten und auch das Feu­er­werk, das jeweils unzäh­li­ge Zuschau­er anlockt, nicht statt­fin­den können. 

Der­weil wird es bei ande­ren Fes­ti­vals wesent­lich klei­ne­re Ein­schrän­kun­gen geben. In Kyo­to wird ledig­lich die Dau­er der Umzü­ge gekürzt und auf grös­se­re Abstän­de bei den Zuschau­er­plät­zen am Stras­sen­rand geach­tet. Auch in Aom­ori kehrt ein gros­ses Stück Nor­ma­li­tät zurück. Wäh­rend man sich im ver­gan­ge­nen Jahr mit der Vor­füh­rung der far­ben­fro­hen, spek­ta­ku­lä­ren Later­nen­wa­gen ohne Zuschau­er begnü­gen muss­te, wer­den die­sen August wie­der Zuschau­er dabei sein dür­fen. Auch das Feu­er­werk wird statt­fin­den, jedoch 15 Minu­ten kür­zer dau­ern als in einem nor­ma­len Jahr. 

Zum drit­ten Mal kein Feu­er­werk in Tokio

Das Feu­er­werks­fes­ti­val im Jahr 2018. jarun­cha / Shut​ter​stock​.com

Es gibt aber Fes­ti­vals, die auch in die­sem Som­mer auf eine Aus­tra­gung ver­zich­ten wer­den. Dazu gehört das Sumi­da Fire­works Fes­ti­val, das gewöhn­lich an einem Sams­tag im Juli statt­fin­det und knapp 1 Mil­li­on Zuschau­er anzieht (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Für die Ver­an­stal­ter blieb das Risi­ko auf­grund des Mas­sen­an­drangs an die­sem Tag zu gross. Es ist eines von sie­ben gros­sen Feu­er­werks­fes­ti­vals im Land, das bereits zum drit­ten Mal in Fol­ge nicht statt­fin­den wird. 

Trotz allem lässt sich sagen, dass sich die­ser japa­ni­sche Som­mer wie­der wesent­lich nor­ma­ler anfüh­len wird als in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren. Es ist zu hof­fen, dass auch wie­der die ers­ten aus­län­di­schen Gäs­te die­sen tra­di­ti­ons­rei­chen und zugleich fas­zi­nie­ren­den Fes­ti­vals bei­woh­nen können.

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