Das ver­zau­bern­de Badehaus

Seit 2009 schrei­be ich die­sen Blog. Über 4800 Arti­kel haben sich so ange­sam­melt. In die­ser Serie stel­le ich einen über­ar­bei­te­ten Bei­trag aus die­sem Archiv vor. Der fol­gen­de Arti­kel erschien am 20. Juni 2019.

Das Bade­haus von Dōgo-Onsen. Asi­en­spie­gel

Mats­u­y­a­ma ist das Ver­wal­tungs­zen­trum der Prä­fek­tur Ehi­me und zugleich die gröss­te Stadt auf Shi­ko­ku. Das seit 1911 betrie­be­ne Stras­sen­bahn­netz ver­leiht der Stadt, die alle Annehm­lich­kei­ten zu bie­ten hat, eine ange­neh­me Ruhe. Die Burg, deren Haupt­turm aus dem Jahr 1854 stammt, befin­det sich auf einem 130 Meter hohen Berg mit­ten in der Stadt. Doch das wah­re Juwel von Mat­syu­a­ma ist der Bade­ort Dōgo-Onsen, in des­sen Zen­trum das drei­stö­cki­ge his­to­ri­sche Bade­haus Dōgo-Onsen Hon­kan steht. Es ist ein drei­stö­cki­ger Prachts­bau aus Holz, der 1894 sei­ne aktu­el­le denk­mal­ge­schütz­te Form erhielt und der Öffent­lich­keit für 410 Yen zum Baden offen steht. 800’000 Besu­cher machen jähr­lich davon Gebrauch. Rund um das Bade­haus hat sich eine gan­ze tou­ris­ti­sche Infra­struk­tur ent­wi­ckelt mit Ein­kaufs­stras­sen, Läden, Restau­rants und Cafés. 

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Das Dōgo-Onsen Hon­kan ist das ver­mut­lich schöns­te Bade­haus Japans, das mit sei­nen ver­zier­ten Dach­for­men und den unzäh­li­gen Fens­tern gera­de in der Nacht so aus­sieht, als wäre es aus dem Ani­me «Spi­ri­ted Away» von Hayao Miya­za­ki ent­sprun­gen. Ob sich der Oscar­preis­trä­ger wirk­lich davon inspi­rie­ren liess, bleibt sein Geheim­nis. Sicher ist jedoch, dass der japa­ni­sche Schrift­stel­ler Natsu­me Sōse­ki (1867 bis 1916) ein regel­mäs­si­ger Besu­cher war. Das Bade­haus ist sogar ein Schau­platz in sei­nem berühm­ten Roman Bot­chan. Dōgo-Onsen Hon­kan besitzt sogar einen eige­nen Bade­raum für die kai­ser­li­che Familie. 

Eine 7-jäh­ri­ge Restaurierung

Seit Janu­ar 2019 wird die­ser his­to­ri­sche Bau für die kom­men­den Jahr­zehn­te auf Vor­der­mann gebracht. Bis 2026 wer­den die Restau­rie­rungs­ar­bei­ten andau­ern. Dabei wer­den vor allem die Erd­be­ben­si­cher­heit ver­bes­sert und all­ge­mei­ne Erneue­rungs­ar­bei­ten vor­ge­nom­men. Die Besu­cher müs­sen jedoch nicht auf das ein­ma­li­ge Bade­er­leb­nis ver­zich­ten. Der ers­te Stock bleibt wei­ter­hin geöff­net. Der­weil blei­ben der zwei­te und drit­te Stock geschlossen. 

Die Reno­va­ti­on erfolgt etap­pen­wei­se, wobei stets auf ein schö­nes Äus­se­res geach­tet wird. Die Gerüst­schutz­pla­ne wird hier­bei zu einem klei­nen Kunst­werk. Per Live-Stream kann man sich über den aktu­el­len Zustand des Bade­hau­ses infor­mie­ren (sie­he unten). 

Das Bade­haus noch ohne Bau­ge­rüst Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

Live-Stream


Stand­ort von Dōgo-Onsen


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