Geführ­te Japan-Reisen

Wird zwei­fel­los auch im Ange­bot ste­hen: Die Insel Miya­ji­ma. Samu­el Pon­ce / Shut​ter​stock​.com

Seit eini­gen Wochen steht fest, dass Japan die Gren­zen für den Ein­rei­se-Tou­ris­mus nach zwei Jah­ren des Still­stands am 10. Juni 2022 wie­der­eröff­nen wird und dies zunächst aus­schliess­lich für geführ­te Pau­schal­rei­sen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Ges­tern hat die Regie­rung nun die dazu­ge­hö­ri­gen Richt­li­ni­en publiziert.

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Dabei zeigt sich, dass eine bal­di­ge Japan-Rei­se mit viel Hür­den, Ein­schrän­kun­gen und Kos­ten ver­bun­den sein wird. Im Fol­gen­den die wich­tigs­ten Punk­te, die es in den nächs­ten Wochen zu berück­sich­ti­gen gilt:

  • Zu tou­ris­ti­schen Zwe­cken ein­rei­sen dür­fen Per­so­nen aus der soge­nann­ten blau­en Grup­pe. Die­se umfasst 98 Län­der, dar­un­ter auch die Schweiz, Deutsch­land und Öster­reich, nicht aber Liech­ten­stein (Asi­en­spie­gel berich­te­te)

  • Erlaubt sind ein­zig geführ­te Pau­schal­rei­sen mit einem Gui­de, der die Teil­neh­mer von der Ankunft bis zum Abflug eng beglei­tet. Indi­vi­du­al­tou­ris­ten dür­fen wei­ter­hin nicht einreisen. 

  • Die gros­sen japa­ni­schen Rei­se­an­bie­ter wie JTB, H.I.S. oder Han­kyu wer­den die Tou­ren in Abspra­che mit den Hotels, Sehens­wür­dig­kei­ten und Restau­rants zusam­men­stel­len und via Rei­se­bü­ro-Part­ner im Aus­land ver­kau­fen. Als Kun­de wird man sich unter die­sen Umstän­den für ein fix­fer­ti­ges Rei­se­pa­ket ent­schei­den müssen.

  • Die japa­ni­schen Rei­se­an­bie­ter über­neh­men die Haupt­ver­ant­wor­tung für die Rei­sen­den, ins­be­son­de­re die Rei­se­lei­ter. Sie wer­den dafür sor­gen müs­sen, dass die Teil­neh­mer die in Japan gel­ten­den Coro­na-Regeln ein­hal­ten. Dazu gehört vor­nehm­lich, dass zu den meis­ten Zeit­punk­ten eine Mas­ke getra­gen wird (Asi­en­spie­gel berich­te­te) und dass wäh­rend der Rei­se die 3-Cs («Clo­sed spaces», «Crow­ded pla­ces» und «Clo­­­se-con­t­act set­tings») mög­lichst gemie­den wer­den. Die Gui­des müs­sen zudem die Bewe­gungs­ak­ti­vi­tä­ten der Grup­pe doku­men­tie­ren, um das Con­tact-Tra­cing im Fal­le einer Coro­na-Erkran­kung sicherzustellen. 

  • Eine wei­te­re wich­ti­ge Vor­aus­set­zung ist der Abschluss einer Kran­ken­ver­si­che­rung, die die medi­zi­ni­schen Kos­ten im Fal­le einer Coro­na-Erkran­kung in Japan übernimmt.

  • Kommt es zu einer Coro­na-Erkran­kung eines Teil­neh­mers wäh­rend der Rei­se, wird der Gui­de dafür zustän­dig sein, die betrof­fe­ne Per­son in ein Kran­ken­haus zu beglei­ten. In die­sem Fall greift das Con­tact-Tra­cing. Alle Teil­neh­mer der Rei­se, die in engem Kon­takt mit der erkrank­ten Per­son stan­den, müs­sen in einem Hotel in Qua­ran­tä­ne. Für alle ande­ren kann die Rei­se wei­ter­ge­hen. Der Rei­se­an­bie­ter hat die Erkrank­ten bis zum Zeit­punkt ihrer Heim­rei­se zu betreuen. 

Japan hofft, mit die­sem kon­trol­lier­ten Vor­ge­hen einen rei­bungs­lo­sen Neu­start des Ein­rei­se-Tou­ris­mus zu ermög­li­chen. Pre­mier Fumio Kishi­da will gegen­über der eige­nen Bevöl­ke­rung zei­gen, dass die Poli­tik in die­ser Fra­ge ver­ant­wor­tungs­be­wusst han­delt. Nur schon auf­grund der Ober­haus­wah­len im Juli scheint der Regie­rungs­chef kei­ne Lust dar­auf zu haben, zu hohe Risi­ken einzugehen.

Hohe Kos­ten

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass in die­ser ers­ten Pha­se nur weni­ge aus­län­di­sche Tou­ris­ten nach Japan rei­sen wer­den. Allein die aktu­el­le gel­ten­de Ober­gren­ze von maxi­mal 20’000 erlaub­ten Ein­rei­sen pro Tag – dazu gehö­ren nicht nur Tou­ris­ten – wird ihre Zahl ganz natür­lich in Gren­zen hal­ten. Zudem ist davon aus­zu­ge­hen, dass sol­che geführ­te Pau­schal­rei­sen, die vor­nehm­lich in klei­nen Grup­pen umge­setzt wer­den, mit Kos­ten ver­bun­den sind, die sich nicht jeder leis­ten kann. Der logis­ti­sche Auf­wand für die Rei­se­an­bie­ter ist enorm. 

Der Indi­vi­du­al­tou­ris­mus wird somit noch eine Wei­le war­ten müs­sen. Wie lan­ge, ist aktu­ell die gros­se Fra­ge. Die Regie­rung betont ein­zig, dass sie eine schritt­wei­se Aus­wei­tung des Ein­rei­se-Tou­ris­mus anpeilt. Man­che gehen davon aus, dass schon nach den Ober­haus­wah­len eine weit­rei­chen­de Locke­rung fol­gen könnte. 

Wann folgt der Individualtourismus?

Bereits ist von einer Erhö­hung der Ober­gren­ze auf 30’000 Ein­rei­sen pro Tag im Juli die Rede (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Da die­se Zahl sämt­li­che ein­rei­sen­den Per­so­nen­grup­pen beinhal­tet, wird dies kaum für eine Öff­nung des Indi­vi­du­al­tou­ris­mus aus­rei­chen. Die­ser Schritt kann wohl erst erfol­gen, wenn die Regie­rung min­des­tens 50’000 Ein­rei­sen pro Tag zulas­sen wird. Es ist zu hof­fen, dass dies spä­tes­tens im Herbst der Fall sein wird.

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