Der gewis­sen­haf­te Taxifahrer

Kas­per Jun­ker ist ein däni­scher Pro­fi­fuss­bal­ler, der seit April 2021 bei den Ura­wa Red Dia­monds in der J-League spielt. Via Twit­ter erzählt er von sei­nem Leben in Japan. Dazu gehö­ren nicht nur sport­li­che Höhe­punk­te, son­dern auch Erleb­nis­se im ganz nor­ma­len japa­ni­schen All­tag. So erfährt man, dass zu sei­nen Lieb­lings­spei­sen Katsu, Ramen oder auch Udon gehören. 

Juni 2022 / Ohne Abon­nen­ten kein Asi­en­spie­gel: Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie zur Fort­set­zung die­ses Japan-Blogs bei.

Zuletzt schrieb er einen Tweet, der für beson­ders viel Auf­merk­sam­keit sorg­te. Dar­in erzähl­te er, wie er vor 8 Mona­ten sei­ne Air­Pods im Taxi ver­lo­ren hat­te. Als er im Mai zufäl­li­ger­wei­se wie­der in das­sel­be Taxi stieg, kam es zu einer schö­nen Über­ra­schung. Der Taxi­fah­rer erkann­te ihn wie­der und über­reich­te ihm die Air­Pods, die er die gan­ze Zeit über im Auto auf­be­wahrt hat­te. Kas­per Jun­kers Kom­men­tar zu die­ser Geschich­te: «Nihon ga dai­suki» (dt. «Ich lie­be Japan»). Der Tweet erhielt knapp 200’000 Likes. 

Taxis in Japan Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

Der Rest der Geschich­te ist eine rei­ne Spe­ku­la­ti­on. Es scheint, dass Jun­ker nach sei­nem Ver­lust im ver­gan­ge­nen Jahr, nicht mehr an ein Wie­der­auf­fin­den der Air­Pods geglaubt und daher auch kein Fund­bü­ro auf­ge­sucht hat­te. Hin­ge­gen schien der Taxi­fah­rer fest an ein Wie­der­se­hen mit dem ihm offen­bar unbe­kann­ten Fahr­gast zu glau­ben und bewahr­te die Air­Pods daher gewis­sen­haft auf. 

Aus­ser­dem besagt das Gesetz, dass ein Wert­ge­gen­stand, der inner­halb von drei Mona­ten nicht vom recht­mäs­si­gen Besit­zer im Fund­bü­ro abge­holt wird, in den Besitz des Fin­ders über­ge­hen kann. Daher ist auch eine Mög­lich­keit, dass der Taxi­fah­rer die Kopf­hö­rer zunächst der Poli­zei über­gab, die­se zurück­er­hielt und dabei die Hoff­nung nicht ver­lor, Kas­per Jun­ker doch noch zufäl­li­ger­wei­se wiederzusehen. 

In Japan geht nichts verloren

Ein Fund­bü­ro der Tokio­ter Metro im Bahn­hof Iida­ba­shi. Ned Snow­man / Shut​ter​stock​.com

Die Geschich­te ist in jedem Fall ein schö­nes Bei­spiel, wie sorg­fäl­tig in Japan mit Fund­sa­chen umge­gan­gen wird. Die Fund­bü­ros sind bekannt dafür, dass sie alle mög­li­chen Objek­te, ja selbst Regen­schir­me und Taschen­tü­cher, fein säu­ber­lich regis­trie­ren und auf­be­wah­ren. Die­se Sorg­falt trägt dazu bei, dass selbst aus­län­di­sche Tou­ris­ten ihre ver­lo­re­nen Wert­ge­gen­stän­de in 7 von 10 Fäl­len wie­der­fin­den (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Poli­zei scheut dabei kei­ne Mühen. Sie geht der Ver­lust­mel­dung nicht nur gründ­lich nach, wenn nötig wer­den die auf­ge­tauch­ten Wert­ge­gen­stän­de sogar an die Adres­se der Besit­zer im Aus­land geschickt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Auch ein Blick auf die all­ge­mei­ne Sta­tis­tik zeigt ein­drück­li­che Wer­te. Rund 92 Pro­zent der Füh­rer­schei­ne, 87 Pro­zent der Bank­bü­cher, 86 Pro­zent der Bank­kar­ten und 82 Pro­zent der Han­dys, die ver­lo­ren gehen, fin­den in Japan den Weg zurück zu ihren Besit­zern, wie die News 24 berichtete.

Auf die­ser Web­site fin­det man aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen, für den Fall, dass man als Tou­rist in Japan etwas ver­lo­ren hat.

Im Shop
Freiwilliges Abo
Mai 2022

Frei­wil­li­ges Abo

Die­ser Japan-Blog braucht heu­te Ihre Unterstützung.

ABONNENT WERDEN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN