252 tou­ris­ti­sche Ein­rei­sen im Juni

Ankunft im Flug­ha­fen Hane­da im Juni 2022. Asi­en­spie­gel

Am 10. Juni 2022 hat Japan den Neu­start des Ein­rei­se-Tou­ris­mus lan­ciert. Nach einem mehr als zweijäh­ri­gen Still­stand ist es aus­län­di­schen Tou­ris­ten aus 98 Natio­nen wie­der erlaubt, durch den Insel­staat zu rei­sen. Ent­spre­chend gross war das media­le Inter­es­se an den ers­ten tou­ris­ti­schen Gäs­ten, die in Japan anka­men. Einen Monat spä­ter macht sich Ernüch­te­rung breit. 

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Gemäss offi­zi­el­len Zah­len der japa­ni­schen Ein­rei­se­be­hör­de reis­ten im Juni 2022 gera­de mal 252 aus­län­di­sche Tou­ris­ten nach Japan ein. Es ist eine mage­re Bilanz. Eine Wie­der­be­le­bung der einst blü­hen­den Bran­che bleibt so in wei­ter Ferne. 

14’000 Anträ­ge für Juli und später

Der Grund für die­se beschei­de­ne Zahl sind die hohen admi­nis­tra­ti­ven Hür­den. So sind ein­zig geführ­te Pau­schal­rei­sen erlaubt, die von einer japa­ni­schen Rei­se­agen­tur umge­setzt wer­den. Zu die­sem Pro­ze­de­re gehört auch, dass alle Rei­sen­den nach der Buchung ein Visum bei der japa­ni­schen Bot­schaft bean­tra­gen müs­sen. Hin­zu kommt, dass der Rei­se­bran­che nur wenig Zeit blieb, um sich auf die­se neu­en, kom­pli­zier­ten Bedin­gun­gen vor­zu­be­rei­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die japa­ni­sche Tou­ris­mus­be­hör­de bleibt trotz allem zuver­sicht­lich. Inzwi­schen sol­len rund 14’000 Vis­ums­an­trä­ge für Japan-Rei­sen im Juli und spä­ter vor­lie­gen, wie sie betont. Es wird damit gerech­net, dass die Zah­len kon­ti­nu­ier­lich anstei­gen. Doch selbst 14’000 bleibt eine beschei­de­ne Zahl, wenn man berück­sich­tigt, dass in der Vor-Coro­na-Zeit durch­schnitt­lich 80’000 tou­ris­ti­sche Ein­rei­sen pro Tag gezählt wurden. 

Über­haupt stellt sich die Fra­ge, ob die­ses Sys­tem der geführ­ten Pau­schal­rei­se auch wirk­lich auf Anklang stösst? In vie­len asia­ti­schen Län­dern scheint es tat­säch­lich eine stei­gen­de Nach­fra­ge für Grup­pen­rei­sen nach Japan zu geben, wobei die Chi­ne­sen – die einst wich­tigs­te Kund­schaft – auf­grund der Covid-Zero-Poli­tik ihrer Regie­rung noch län­ge­re Zeit fern­blei­ben wer­den. Hin­ge­gen ist für eine Mehr­heit der Euro­pä­er eine teu­re Grup­pen­rei­se mit stän­di­ger Beglei­tung und Auf­sicht wohl zu weit weg von der Ide­al­vor­stel­lung einer ange­neh­men, ent­spann­ten Rei­se. Zudem ist das Ange­bot an alter­na­ti­ven Desti­na­tio­nen inzwi­schen wie­der gross genug. 

Geduld ist gefragt

Die Aus­sicht, dass Japan die Gren­zen für den Indi­vi­du­al­tou­ris­mus bald wie­der öff­nen wird, hat sich in den ver­gan­ge­nen Tagen mas­siv ver­schlech­tert. Inzwi­schen zählt der Insel­staat mehr als 150’000 Covid-19-Neu­in­fek­tio­nen pro Tag (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Das sind so vie­le wie noch nie. Zudem hat die som­mer­li­che Rei­se­zeit in Japan erst gera­de begon­nen. Von einer bal­di­gen Beru­hi­gung der Coro­na-Lage ist daher nicht aus­zu­ge­hen. Bereits hat Japan die Aus­wei­tung der staat­li­chen Ver­güns­ti­gun­gen für Inlands­rei­sen ein wei­te­res Mal ver­scho­ben. Damit wird auch eine weit­rei­chen­de Locke­rung der Restrik­tio­nen für den Ein­rei­se-Tou­ris­mus auf sich war­ten lassen.

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