Japan in der BA.5-Welle

Auch Japan gewöhnt sich an das Leben mit Coro­na: Tokio am 29. Juni 2022. Ned Snow­man / Shut​ter​stock​.com

Auch in Japan explo­die­ren die Coro­na-Zah­len. In nur einer Woche haben sich die Covid-19-Neu­an­ste­ckun­gen ver­dop­pelt. Am gest­ri­gen Don­ners­tag wur­de 97’788 Fäl­le an einem Tag regis­triert (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Mehr Fäl­le gab es zuletzt vor fünf Mona­ten. Damit ist Japan defi­ni­tiv in der sieb­ten Coro­na-Wel­le ange­kom­men und dies just vor Beginn der Som­mer­fe­ri­en. Schuld dar­an ist die Omi­kron-Unter­va­ri­an­te BA.5.

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Die Reak­ti­on der Behörden

Die Behör­den zei­gen sich besorgt. Doch im Ver­gleich zu frü­he­ren Wel­len scheint auch Japan momen­tan nicht gewillt zu sein, mit den übli­chen Mass­nah­men und Auf­for­de­run­gen zu reagie­ren, die die Bewe­gungs­ak­ti­vi­tä­ten der Men­schen redu­zie­ren sol­len. Oder anders gesagt: Ein Qua­si-Not­stand ist zur­zeit kein The­ma. Selbst die gros­sen Tra­di­ti­ons­fes­te, wie das der­zeit statt­fin­den­de Gion-Mats­u­ri in Kyo­to, fin­den wie­der statt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Statt­des­sen fah­ren die Behör­den die kos­ten­lo­sen Covid-19-Test­ka­pa­zi­tä­ten in Bahn­hö­fen und Flug­hä­fen mas­siv hoch. Zusätz­lich wer­den die jun­gen Men­schen zur Auf­fri­schungs­imp­fung ermun­tert und die vier­te Imp­fung für die über 60-Jäh­ri­gen vor­an­ge­trie­ben. Aus­ser­dem erhal­ten auch die unter 60-jäh­ri­ge Ange­stell­te im Gesund­heits­we­sen nun ein Anrecht auf die vier­te Impfung. 

Die Lage im Gesundheitswesen

Japan kann sich trotz der vie­len Neu­an­ste­ckun­gen die­sen Ansatz leis­ten. Die hohe Impf­ra­te (80,9 % zwei­mal geimpft, 62,3 % drei­mal geimpft, 90,1 % der über 65-Jäh­ri­gen drei­mal geimpft) und die all­ge­mei­ne Mas­ken­dis­zi­plin haben dafür gesorgt, dass die Covid-19-Bet­ten im Gesund­heits­we­sen nicht aus­ge­las­tet sind. Auch die Zahl von rund 100 Covid-19-Inten­siv­pa­ti­en­ten im gan­zen Land ist ver­gleichs­wei­se tief. 

Noch hat kei­ne Prä­fek­tur die Alarm­stu­fe 3 aus­ge­ru­fen, die bedeu­ten wür­de, dass die Kapa­zi­tä­ten des Gesund­heits­we­sens all­mäh­lich aus­ge­las­tet sind. Erst wenn sich dies­be­züg­lich die Lage ver­schär­fen soll­te, wäre die Regie­rung wohl gezwun­gen, mit einem regio­na­len Qua­si-Not­stand zu reagieren. 

Kei­ne wei­te­re Öff­nung des Landes

Selbst an der Gren­ze hält Japan an den im Juni ein­ge­führ­ten, ver­ein­fach­ten Ein­rei­se­for­ma­li­tä­ten fest (Asi­en­spie­gel berich­te­te), wie auch an den geführ­ten Pau­schal­rei­sen für aus­län­di­sche Touristen. 

Und trotz­dem hat die BA.5-Welle zur Fol­ge, dass die geplan­te Erhö­hung der Ober­gren­ze von 20’000 auf 30’000 Ein­rei­sen pro Tag (Asi­en­spie­gel berich­te­te) nicht umge­setzt wird. Auch der Plan, die staat­li­chen Rei­se­ver­güns­ti­gun­gen für Rei­sen inner­halb der Prä­fek­tur und der unmit­tel­ba­ren Regi­on, Ken­min­wa­ri genannt, auf das gan­ze Land auszu­wei­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te), wird ver­scho­ben.

Dies bedeu­tet, dass in den kom­men­den zwei bis drei Mona­ten nicht mit einer Öff­nung der Gren­zen für aus­län­di­sche Indi­vi­du­al­tou­ris­ten zu rech­nen ist. Japan belässt es zur­zeit beim Sta­tus quo.

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