Ein neu­er Umgang mit Corona

Tokio im Juni 2022. Ken­SoftTH / Shut​ter​stock​.com

Seit Aus­bruch der Coro­na-Pan­de­mie hat Japan Covid-19 als Infek­ti­ons­krank­heit der zweit­höchs­ten Stu­fe bewer­tet. Dies bedeu­tet, dass die Gesund­heits­in­sti­tu­tio­nen ver­pflich­tet sind, sämt­li­che Fäl­le den Behör­den zu mel­den. Aus­ser­dem müs­sen sich Per­so­nen mit Sym­pto­men an aus­ge­wähl­te Kli­ni­ken mit Fie­ber­am­bu­lan­zen wen­den. Die loka­len Gesund­heits­be­hör­den müs­sen ein Con­tact-Tra­cing mit Iso­la­ti­ons- und Qua­ran­tä­nean­ord­nung durch­füh­ren und sich um den Gesund­heits­zu­stand der Pati­en­ten küm­mern, die sich zuhau­se erholen. 

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Für das Gesund­heits­we­sen bedeu­tet dies einen enor­men Auf­wand, der mit den aktu­ell über 200’000 täg­li­chen Fäl­len nicht mehr zu stem­men ist. Die sozio­öko­no­mi­schen Akti­vi­tä­ten gera­ten an ihre Belas­tungs­gren­ze. In den ver­gan­ge­nen Tagen muss­ten meh­re­re Bus- und Bahn­ge­sell­schaf­ten den Betrieb redu­zie­ren. Auch Post­äm­ter im gan­zen Land sind wegen Per­so­nal­man­gels gezwun­gen, tem­po­rär zu schlies­sen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Abstu­fung auf die Kate­go­rie 5

Nun fin­det in Japan all­mäh­lich ein Umden­ken statt. Die Regie­rung hat gegen­über der Yomi­uri Shim­bun bestä­tigt, nach dem Abeb­ben der sieb­ten Wel­le eine Neu­be­ur­tei­lung bezüg­lich der Klas­si­fi­zie­rung von Covid-19 vor­zu­neh­men. Pre­mier Kishi­da bestä­tig­te die­ses Vor­ge­hen noch­mals an einer Pressekonferenz. 

In ande­ren Wor­ten bedeu­tet dies, dass die­se Infek­ti­ons­krank­heit von der Kate­go­rie 2 auf die Kate­go­rie 5 abge­stuft wer­den könn­te. Damit wäre Covid-19 auf der­sel­ben Stu­fe wie die sai­so­na­le Grip­pe. Für das Gesund­heits­we­sen wäre dies eine enor­me Ent­las­tung. Sie müss­ten nicht mehr jeden Covid-19-Fall mel­den. Zudem könn­ten sämt­li­che Kran­ken­häu­ser und Kli­ni­ken ohne wei­te­re admi­nis­tra­ti­ve Hür­den Covid-19-Pati­en­ten behan­deln. Es wäre eine Wen­de im Umgang mit dem Coro­na­vi­rus. Mög­lich macht dies der Umstand, dass auch in Japan trotz der täg­lich hohen Fall­zah­len die Zahl der Covid-19-Inten­siv­pa­ti­en­ten im Ver­gleich zu frü­he­ren Wel­len abge­nom­men hat. 

Die Aus­wir­kun­gen

Eine sol­che Abstu­fung hät­te auch Aus­wir­kun­gen auf die Ein­rei­se­re­strik­tio­nen. Covid-19 in der Kate­go­rie 5 wür­de der Regie­rung erlau­ben, weit­rei­chen­de Locke­run­gen durch­zu­set­zen. Ins­be­son­de­re der Indi­vi­du­al­tou­ris­mus für Aus­län­der wür­de so wie­der in den Bereich des Mög­li­chen rücken. Denn die jet­zi­ge stren­ge Rege­lung, die eine geführ­te Pau­schal­rei­sen für aus­län­di­sche Tou­ris­ten vor­schreibt (Asi­en­spie­gel berich­te­te), hat auch damit zu tun, dass Covid-19 wei­ter­hin als Infek­ti­ons­krank­heit der Kate­go­rie 2 behan­delt wird. 

Noch gilt jedoch die Prio­ri­tät, die sieb­te Wel­le mög­lichst gut zu über­ste­hen. Hier­zu ermög­licht Pre­mier Kishi­da den Prä­fek­tu­ren, ver­stärk­te Mass­nah­men zur Bekämp­fung der Coro­na-Wel­le, sofern die Covid-19-Bet­ten in den Kran­ken­häu­sern zu mehr als 50 Pro­zent über­las­tet sind. Die Zen­tral­re­gie­rung selbst ver­zich­tet jedoch auf ein­grei­fen­de Mass­nah­men wie in frü­he­ren Wel­len. Dies­be­züg­lich hat bereits ein Umden­ken stattgefunden.

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