Von der Hotel­rui­ne zum Luxushotel

Das Hygeia Park Nanyo im Jahr 2019 mit dem Pool-Bereich, der nicht nur für Hotelgäste zugänglich war.
Das Hygeia Park Nan­yo im Jahr 2019 mit dem Pool-Bereich, der nicht nur für Hotel­gäs­te zugäng­lich war. Suz-b / Wiki­me­dia / CC BY-SA 4.0

Das Hygeia Park war ein Onsen-Resort am Ran­de des Städt­chens Nanyō in der Prä­fe­kur Yama­ga­ta. 1992 eröff­net, war es ein typi­sches Hotel, dass in den Zei­ten vor dem Plat­zen der Wirt­schafts­bla­se geplant wur­de: Eine Back­stein­fas­sa­de, Tep­pich­bö­den, Onsen-Bäder mit Aus­sen­be­reich, ein Swim­ming­pool, ein Restau­rant und Sou­ve­nir­ge­schäf­te in der Lob­by gehör­ten zur Aus­stat­tung. Auf Goog­le Street View kann man noch einen Rund­gang durch das Inne­re die­ses Hotels machen. 

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Es war die Stadt, die die­ses Hotel damals haupt­säch­lich mit staat­li­chen Gel­dern zur För­de­rung der regio­na­len Wirt­schaft erbau­te. 4,17 Mil­li­ar­den Yen kos­te­te der Bau. 29 Jah­re war es in Betrieb. In den Anfangs­jah­ren lief das Geschäft gut. Doch zuletzt war­te­te man ver­geb­lich auf die gros­se Kund­schaft. Coro­na und die in die Jah­re gekom­me­ne Infra­struk­tur tru­gen wohl zum Nie­der­gang bei. Im Sep­tem­ber 2021 stell­te das Hygeia Park Nanyō ihren Betrieb ein. 

Die Lösung

Für die Stadt Nanyō, die im Besitz die­ses Hotels war, stell­te sich die drän­gen­de Fra­ge nach der Zukunft die­ses Gebäu­des. Ein Abriss hät­te die Steu­er­zah­ler eini­ge 100 Mil­lio­nen Yen gekos­tet. Lukra­ti­ve Kauf­an­ge­bo­te blie­ben aus. Schliess­lich ergab sich eine Lösung. Die Stadt ver­kauf­te das Gebäu­de für den sym­bo­li­schen Preis von 11’000 Yen und erhielt im Gegen­zug das Ver­spre­chen, dass das Hygeia Park Nanyō in ein Luxus­ho­tel umge­baut wird. 

Der Käu­fer ist kein Unbe­kann­ter, ganz im Gegen­teil. Es han­delt sich um den renom­mier­ten Indus­trie-Desi­gner Ken Kiyoyu­ki Oku­y­a­ma (Asi­en­spie­gel berich­te­te), der sel­ber aus der Prä­fek­tur Yama­ga­ta stammt. Für den Bau konn­te er den eben­so berühm­ten Archi­tek­ten Ken­go Kuma (Asi­en­spie­gel berich­te­te) enga­gie­ren. Die Eröff­nung des Hotels mit dem neu­en Namen Shi­ki Nanyō («Vier Jah­res­zei­ten Nanyō») wird im Herbst 2023 sein. 30 Zim­mer mit eige­nen Aus­sen­bä­dern sol­len an die­sem Ort ent­ste­hen. Damit steht dem Hotel eine viel­ver­spre­chen­de Wie­der­ge­burt bevor. 

Land der Geisterhotels

Hotel­rui­nen im Bade­ort Kinu­ga­wa-Onsen in der Prä­fek­tur Tochi­gi.
Hotel­rui­nen im Bade­ort Kin­u­ga­wa-Onsen in der Prä­fek­tur Tochi­gi. Moomin­Hip­po / Shut​ter​stock​.com

In einem Land, des­sen Bevöl­ke­rungs­zahl jähr­lich um über eine hal­be Mil­li­on schrumpft, ist die Inves­ti­ti­on in ver­las­se­ne Hotels eher die Aus­nah­me. Japan zählt immer mehr Geis­ter­häu­ser. 2019 stan­den 8,46 Mil­lio­nen Wohn­ein­hei­ten leer. Das ent­spricht 13,6 Pro­zent des gesam­ten Häu­ser­be­stan­des. Betrof­fen von die­sem Phä­no­men sind nicht nur pri­va­te Häu­ser. Auch Fabri­ken, Schu­len und Ver­gnü­gungs­parks wer­den von der Natur zurück­er­obert. Ein wei­te­rer Gebäu­de­typ, der zuneh­mend Pro­ble­me berei­tet, sind Bank­rott gegan­ge­ne ver­las­se­ne Hotels. Es soll meh­re­re hun­dert davon geben. Man­che haben es zu grös­se­rer Bekannt­heit gebracht, wie das 2006 geschlos­se­ne Roy­al-Hotel auf der Insel Hachi­jōji­ma oder das ehe­ma­li­ge Maya Kan­kō Hotel in Kobe (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Oft han­delt es sich um gros­se Hotel­blö­cke, die in den boo­men­den 1980ern für die damals belieb­ten Grup­pen­rei­sen gebaut wur­den und spä­tes­tens in den Nul­ler­jah­ren aus der Mode fie­len, Opfer der Wirt­schafts­kri­se wur­den und schliess­lich Kon­kurs gin­gen. Inzwi­schen sucht die japa­ni­sche Tou­ris­mus­be­hör­de nach Lösun­gen. Sie betei­ligt sich bei­spiels­wei­se am Abriss sol­cher Gebäu­de, sofern ein für die Neu­nut­zung der Par­zel­le ein sinn­vol­ler Plan besteht (Asi­en­spie­gel berich­te­te).


Der Stand­ort des Hygeia Park Nanyō


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