Ein Haus von 1899 und sei­ne Rettung

JAPAN IN BIL­DERN – Foto­gra­fi­sche Ein­drü­cke aus Japan. Sehens­wür­dig­kei­ten, Auf­fäl­lig­kei­ten, Ent­de­ckun­gen und Kuli­na­ri­sches ste­hen im Zen­trum die­ser Serie.

Das Haus mit dem Uhr­turm in Hiro­sa­ki. Asi­en­spie­gel

Im Ein­kaufs­vier­tel Dote­ma­chi in der Burg­stadt Hiro­sa­ki steht ein her­un­ter­ge­kom­me­nes Gebäu­de, das einen Uhr­turm mit einem kegel­för­mi­gen roten Dach und einem Wet­ter­hahn auf der Spit­ze besitzt. Die his­to­ri­sche Bau­wei­se und das grü­ne Dach heben sich von den Nach­bar­häu­sern deut­lich ab. Das höl­zer­ne Haus ist mit «Ichi­no­he Uhren­ge­schäft» ange­schrie­ben. Als ich die­ses Haus im Früh­som­mer 2022 sah, waren die Roll­lä­den am hell­lich­ten Tag her­un­ter­ge­fah­ren. Ich nahm an, dass es für immer geschlos­sen hatte. 

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Ein Haus aus dem 19. Jahrhundert

Eine kur­ze Recher­che ergab, dass die­ses Haus eine lan­ge Geschich­te hin­ter sich hat. 1899 wur­de es erbaut und als Able­ger eines Uhren­ge­schäfts aus Sen­dai eröff­net. 1920 zog das «Ichi­no­he Uhren­ge­schäft» hier ein und mach­te dar­aus ein zwei­stö­cki­ges Haus. Aus die­ser Zeit stammt der heu­ti­ge Uhr­turm. Die­se Geschich­te erklärt, wes­halb in die­sem Bau­werk archi­tek­to­ni­sche Sti­le aus der Mei­ji-, Tais­ho- und Showa-Zeit ver­eint sind. Über vie­le Jahr­zehn­te war es bekannt als das «Uhren­ge­schäft von Dote­ma­chi», das von meh­re­re Gene­ra­tio­nen hin­weg im Besitz der der­sel­ben Fami­lie blieb. Der Uhr­turm wur­de zum unver­kenn­ba­ren Sym­bol des Einkaufsviertels. 

Als der Besit­zer 2018 starb, ende­te die fast 100-jäh­ri­ge Geschich­te des Ladens. Dass die­ses Wahr­zei­chen des Quar­tiers nicht abge­ris­sen wur­de, ist dem Ein­satz der Dote­ma­chi-Laden­ver­ei­ni­gung zu ver­dan­ken. Ihr ist es in die­sem Jahr gelun­gen, mit Crowd­fun­ding und einer Spen­de einer loka­len Bank, den Kauf und die Reno­va­ti­on zu finan­zie­ren. Zusätz­lich trägt die Stadt Hiro­sa­ki zwei Drit­tel der Kos­ten bei, da das Gebäu­de 2021 als his­to­risch schö­ner Bau regis­triert wurde. 

Offen­bar kom­men die Bau­ar­bei­ten vor­an. Im Dezem­ber 2022 wird das Gebäu­de wie­der in ihrer ursprüng­li­chen Pracht zum Vor­schein kom­men. Künf­tig wird es als Büro der Laden­ver­ei­ni­gung die­nen und der Öffent­lich­keit zugäng­lich sein. Das Ichi­no­he Uhren­ge­schäft ist ein schö­nes und lei­der zu sel­te­nes Bei­spiel für einen erfolg­rei­chen Denk­mal­schutz in Japan. 

Tipp: Auf der Crowd­fun­ding-Sei­te hat es vie­le Fotos aus frü­he­ren Jah­ren und dem Inne­ren des Gebäudes.


Der Stand­ort des Uhrhauses


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November 2022

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