Mam­pei Hotel: Auf den Spu­ren von John und Yoko

REI­SE­NO­TI­ZEN – Ich bin zur­zeit unter­wegs in Japan. In die­ser Serie tei­le ich mei­ne täg­li­chen Rei­se­er­leb­nis­se und Beob­ach­tun­gen.

Das denkmalgeschützte Hauptgebäude des Mampei-Hotels.
Das denk­mal­ge­schütz­te Haupt­ge­bäu­de des Mam­pei-Hotels. Asi­en­spie­gel

Das Mam­pei Hotel in Karui­za­wa zählt zu Japans gros­sen, his­to­ri­schen Hotels. Einst ein Ryo­kan mit Namen Kameya wur­de es 1894 als mon­dä­nes Hotel im west­li­chen Stil wie­der­eröff­net. Der Zeit­punkt war per­fekt. Der Berg­ort in der Prä­fek­tur Naga­no war soeben ans Bahn­netz ange­schlos­sen wor­den. Eini­ge Jah­re zuvor hat­te der kana­di­sche Mis­sio­nar Alex­an­der Croft Shaw die Vor­zü­ge des küh­len Kli­mas schät­zen gelernt. Es folg­ten ihm wei­te­re Aus­län­der, die den Hoch­som­mer in Tokio mei­den woll­ten. Aus Karui­za­wa wur­de so etwas wie ein St. Moritz von Japan mit einer star­ken west­li­chen Prä­gung – mit Vil­len und her­aus­ge­putz­ten Stras­sen. Ein his­to­ri­scher Ten­nis­klub, den die Kai­ser­fa­mi­lie regel­mäs­sig nutzt, und ein Ski­ge­biet ergän­zen die­se Ort­schaft, die es so kein zwei­tes Mal in Japan gibt. Dass sich vie­le Häu­ser mit­ten im küh­len­den Wald befin­den, ist ein wei­te­res unver­kenn­ba­res Merk­mal von Karuizawa. 

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Wald und Villen dominieren in Karuizawa.
Wald und Vil­len domi­nie­ren in Karui­za­wa. Asi­en­spie­gel

Das Mam­pei Hotel pflegt die­ses rei­che Erbe. Das 1936 erbau­te und bis heu­te unver­än­der­te Haupt­ge­bäu­de mit der Fach­werk-Fas­sa­de, das «Alpen-Gebäu­de», ist ein Wahr­zei­chen von Karui­za­wa. Des­sen Lob­by, Café, Restau­rant und Cock­tail-Bar ver­sprü­hen die Atmo­sphä­re einer längst ver­gan­ge­nen Epo­che. Japan hat es zu einem natio­na­len Kul­tur­gut erklärt. In der unmit­tel­ba­ren Nach­kriegs­zeit beschlag­nahm­ten die US-Trup­pen das Hotel bis 1952. Spä­ter gin­gen hier japa­ni­sche und inter­na­tio­na­le Per­sön­lich­kei­ten ein und aus. In leben­di­ger Erin­ne­rung gehal­ten wird das Tref­fen zwi­schen Pre­mier Kaku­ei Tan­a­ka und dem natio­na­len US-Sicher­heits­be­ra­ter Hen­ry Kis­sin­ger im Jahr 1972. 

Auf diesen Sesseln sassen Kakuei Tanaka und Henry Kissinger.
Auf die­sen Ses­seln sas­sen Kaku­ei Tan­a­ka und Hen­ry Kis­sin­ger. Asi­en­spie­gel

Die Som­mer von John und Yoko

Eine Empfehlung: Eine Fotobuch über John Lennon und Yoko in Karuizawa.
Eine Emp­feh­lung: Eine Foto­buch über John Len­non und Yoko in Karui­za­wa. Asi­en­spie­gel

End­gül­tig zur Legen­de wur­de das Hotel jedoch dank eines welt­be­rühm­ten Musi­kers. John Len­non und sei­ne Frau Yoko Ono ver­brach­ten zusam­men mit Sohn Sean zwi­schen 1976 und 1979 jeden Som­mer in Karui­za­wa. Das inti­me Foto­buch «John Len­non – A Fami­ly Album» von Foto­graf Nishi F. Sai­ma­ru erzählt visu­ell von die­ser glück­li­chen Zeit des Musi­kers. Len­non ist bis heu­te über­all prä­sent in die­sem Bergort. 

Auf diesem Klavier spielte John Lennon.
Auf die­sem Kla­vier spiel­te John Len­non. Asi­en­spie­gel

Das Kla­vier, auf dem Len­non spiel­te, ist im hotel­ei­ge­nen Muse­um aus­ge­stellt. Es wird gesagt, dass er stets in der äus­sers­ten Ecke des Cafés sei­nen Roy­al Milk Tea trank, des­sen Rezept er dem Per­so­nal per­sön­lich bei­ge­bracht haben soll und heu­te im Ange­bot der Geträn­ke­kar­te steht. Das Zim­mer 128, in dem John und Yoko über­nach­te­ten, ist für Musik­fans eine hei­li­ge Stätte. 

Die Ginza von Karuizawa. Links die legendäre French Bakery.
Die Gin­za von Karui­za­wa. Links die legen­dä­re French Bak­e­ry. Asi­en­spie­gel

In der French Bak­e­ry in der nahe gele­ge­nen Ein­kaufs­stras­se Gin­za war er ein regel­mäs­si­ger Kun­de. Auch den pit­to­res­ken Shirai­to-Was­ser­fäl­len im Nor­den von Karui­za­wa stat­te­te die Fami­lie einen Besuch ab. In Karui­za­wa, ins­be­son­de­re im Mam­pei Hotel, ist man stets auf den Spu­ren von John und Yoko. 

Der bal­di­ge Umbau

Die Geschichte weht durch diese Lobby.
Die Geschich­te weht durch die­se Lob­by. Asi­en­spie­gel

Die ange­kün­dig­te umfas­sen­de Reno­va­ti­on und der teil­wei­se Neu­bau des in die Jah­re gekom­me­nen Mam­pei Hotels hat zu einem regel­rech­ten Run auf die his­to­ri­sche Stät­te geführt. Bis zu Beginn der Bau­ar­bei­ten im Janu­ar 2023 sind die Zim­mer im Haupt­ge­bäu­de rest­los aus­ge­bucht. Es ist die letz­te Gele­gen­heit, die ori­gi­na­le Atmo­sphä­re zu erleben. 

Auch die Cocktail-Bar versprüht eine einmalige Atmosphäre.
Auch die Cock­tail-Bar ver­sprüht eine ein­ma­li­ge Atmo­sphä­re. Asi­en­spie­gel

Das Mam­pei Hotel ist sich der his­to­ri­schen Bedeu­tung bewusst. Immer­hin wird das Haupt­ge­bäu­de mög­lichst authen­tisch erhal­ten blei­ben. Dies ver­langt der Sta­tus des natio­na­len Kul­tur­gu­tes. Hin­zu kom­men Neu­bau­ten die­ses Kom­ple­xes, der ins­ge­samt 15 klei­ne­re und grös­se­re Gebäu­de umfasst. Im Som­mer 2024 soll das Mam­pei Hotel wiedereröffnen.

Der von John Lennon initiierte Royal Milk Tea.
Der von John Len­non initi­ier­te Roy­al Milk Tea. Asi­en­spie­gel
Der Speisesaal.
Der Spei­se­saal. Asi­en­spie­gel
Hier wird auch gefrühstückt.
Hier wird auch gefrüh­stückt. Asi­en­spie­gel

Der Stand­ort des Mam­pei Hotel


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