Ein Früh­ling ohne Maske?

In Japan bleibt die Mas­ke ein Teil des All­tags. wuee­long­sup­ply / Shut​ter​stock​.com

Seit Beginn der Coro­na-Pan­de­mie tra­gen die Men­schen in Japan kon­se­quent Mas­ke, drin­nen wie draus­sen. Hier­für bedarf es weder eines Geset­zes noch einer Ver­ord­nung. Die gesell­schaft­li­che Akzep­tanz des Mund-Nasen-Schut­zes in der Vor-Coro­na-Zeit (Asi­en­spie­gel berich­te­te) hat wesent­lich zu die­sem Selbst­ver­ständ­nis bei­ge­tra­gen. Die­se Gewohn­heit haben die Japa­ner nie abge­legt, in den aktu­ell kal­ten Win­ter­mo­na­ten ohne­hin nicht. 

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Dabei gäbe es seit dem Som­mer 2022 eine gelo­cker­te Mas­ken­emp­feh­lung (sie­he unten). Ins­be­son­de­re im Frei­en wird nicht mehr ver­langt, eine Mas­ke zu tra­gen, solan­ge man genü­gend Abstand zuein­an­der hat. Aller­dings wird die­se Emp­feh­lung fast nur von west­li­chen, aus­län­di­schen Tou­ris­ten kon­se­quent umge­setzt. Dar­über mögen sich man­che ärgern, doch falsch machen sie nichts. Denn selbst in der Ankunfts­hal­le des Flug­ha­fens Nari­ta weist ein Pla­kat des Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums auf die­se Emp­feh­lun­gen hin (sie­he unten). «OUT­DOORS: No need for masks», steht in gros­sen Buch­sta­ben auf Eng­lisch dar­auf – und in klei­nen Buch­sta­ben der bei­ge­füg­te Satz: «Howe­ver, wear masks, when tal­king to each other in clo­se range». 

Eine geplan­te Locke­rung für Innenräume

Nun möch­te die Regie­rung einen Schritt wei­ter­ge­hen. Sie prüft der­zeit, die bestehen­de Emp­feh­lung zum Tra­gen von Mas­ken in Innen­räu­men ab dem Früh­jahr grund­sätz­lich auf­zu­he­ben, wie japa­ni­sche Medi­en berich­ten. Die Mas­ken­emp­feh­lung soll dann nur noch für Men­schen mit Erkäl­tungs­sym­pto­men gel­ten, wie es in Japan bereits vor Coro­na üblich war. 

Her­ab­stu­fung von Covid-19

Die Anpas­sung steht im Zusam­men­hang mit der geplan­ten Her­ab­stu­fung von Covid-19 von der hohen Kate­go­rie 2 in die nied­ri­ge­re Kate­go­rie 5. Damit wür­de die Krank­heit auf die glei­che Gefah­ren­stu­fe wie die sai­so­na­le Grip­pe gestellt. Für das Gesund­heits­sys­tem wäre dies eine enor­me Ent­las­tung. Vie­le behörd­li­che Auf­la­gen im Umgang mit Covid-19 wür­den ent­fal­len (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Der neue All­tag mit Covid-19

Noch ist nichts ent­schie­den, aber vie­les deu­tet dar­auf hin, dass es bis zum Früh­ling eine ent­spre­chen­de Anpas­sung geben wird. Denn auch Japan hat sich längst an ein Leben mit Covid-19 gewöhnt. Trotz erheb­li­cher Covid-19-Todes­fäl­le – seit Dezem­ber wer­den täg­lich zwi­schen 200 und 500 Covid-19-Tote gezählt – ist das öffent­li­che Leben im ver­gan­ge­nen Jahr wie­der in Gang gekom­men. Restrik­tio­nen wur­den auf­ge­ho­ben, die Restau­rants sind voll, die tra­di­tio­nel­len Fes­te haben gröss­ten­teils wie­der stattgefunden. 

Die Ver­gan­gen­heit hat jedoch gezeigt, dass vie­le Japa­ne­rin­nen und Japa­ner am Tra­gen der Mas­ke fest­hal­ten wer­den, unab­hän­gig davon, was die Regie­rung emp­fiehlt. Die Mas­ke im öffent­li­chen Raum hat sich in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren zu einer gesell­schaft­li­chen Norm ent­wi­ckelt. Sie wird selbst nach der Pan­de­mie Teil des All­tags blei­ben, und zwar in höhe­rem Mas­se als bis 2019.

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